Stadt Münster: Stadtbücherei - Dezember 2017

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Empfehlung im Dezember von Andrea Kreuzheck

Das Genie

William James Sidis, 1898 in New York geboren, ein Wunderkind, ein Popstar seiner Zeit. Mit vier Jahren brachte er sich Latein und Griechisch bei, mit sechs sprach er zehn Sprachen und als Zehnjähriger referierte er vor Professoren in Harvard über seine Theorie der vierten Dimension. Und doch scheiterte er – am Ehrgeiz der Eltern, die ihn als Reklamefigur für ihre Erziehungsmethoden benutzten und letztendlich auch am Leben. Denn Bildung allein und ein IQ von 250 machen einen Menschen nicht unbedingt glücklich, sondern eher einsam.

Wie findet man Gleichgesinnte, wenn man mit sieben Jahren die Zulassungsprüfung zur Harvard University besteht? Der Leser begleitet dieses merkwürdige Kind, den Jugendlichen und den Erwachsenen, der sich eigentlich nichts anderes wünschte, als sein Leben nach seinen selbst gewählten Lebensregeln zu leben. Doch die Gesellschaft hatte Erwartungen an dieses Wunderkind und ließ ihn nicht in Ruhe. Immer wieder entzog er sich. Der Radikaldemokrat folgte linksliberalen Idealen, verweigerte sich Forschungsprojekten, lebte von einem 20-Dollar-Job, um seine einsamen Studien zu treiben. Zehrer gelingt es, diese eigentlich tragische Lebensgeschichte humorvoll und klug zu beschreiben. Ein wunderbares Buch, das einen mit Fragen zurücklässt.

"Ich glaube, so ein kleiner Sidis steckt in vielen von uns. In dem Sinne, dass man einen Widerspruch spürt zwischen dem, was man möchte, und dem, was im realen Leben möglich ist. Und dass man sehr darum kämpft, den Idealen näher zu kommen, und das fällt sehr schwer, man kämpft gegen die Widerstände an. Diese Suche nach dem eigenen privaten kleinen Glück …" (Zehrer)


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