Stadt Münster: Stadtbücherei - November 2017

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Freundeskreis

Empfehlung im November von Prof. Dr. Ferdinand Menne

Buchcover

"Ach, die Welt der Literatur! Verrückte Welt, die Welt ironischer Schmerzen und von Elend, das ein Grinsen hervorruft." (J. Renard).

Der Börsenverein des deutschen Buchhandels geht davon aus, dass jährlich 90.000 Bücher erscheinen, darunter Poesie und Prosa – nicht wenig "Literaturbetriebsprosa". Da kann man den "Laotse auf dem Weg in die Verbannung" (Bertolt Brecht) für gesegnet halten, der nur "das Büchlein, das er abends immer las" mitnahm ins Exil. Nun muss man ein Buch nicht immer lesen, aber das eine oder andere doch immer wieder einmal. Zu diesen Büchern mag "Ideen in Tinte getaucht. Aus dem Tagebuch von Jules Renard" gehören. Es sind Aphorismen, die aus keinem Zusammenhang gerissen sind, sondern genau formulierte Gedankensplitter. Sie handeln von Gott und der Welt. Gott: "Wie muss Gott, der alles sieht, sich amüsieren." Seele: "… das ist eben das Wort, über das gar so viel dummes Zeug geredet worden ist." Gut/Böse: "Unsere Güte ist unsere Bosheit, die schläft." Denken: "Freidenker. Denker würde genügen." Tod: "Der Tod ist schön. Er befreit uns davon, an den Tod zu denken." Krieg: "Ein Volk sollte den Krieg fürchten wie der einzelne den Tod."

Ein solches Buch kann man nicht durch-lesen. Man kann über die Texte nachdenken, meditieren, selber denken. Renards Anspruch ist zurückhaltend: "Was ich schreibe, sind im Grunde Briefe an mich selbst, die ich euch nur zu lesen gebe."


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