Koordination und Gesundheitsförderung

Projekte und Maßnahmen

Wichtige Ziele und Prinzipien der Gesundheitsförderung wurden 1986 in der Ottowa-Charta der Weltgesundheitsorganisation formuliert.
"Gesundheitsförderung ist ein Prozess, der Einzelne, Gruppen und Organisationen bei der Gestaltung gesundheitsförderlicher Lebensweisen und Lebensbedingungen unterstützt." Gesundheitsförderung setzt im Vorfeld von Krankheit bzw. bestimmten Gesundheitsrisiken an und unterscheidet sich dadurch von (gesundheitlicher) Prävention.

Das Gesundheitsamt initiiert, koordiniert und unterstützt geeignete gesundheitsfördernde Maßnahmen und Projekte. Da Krankheiten und Risikofaktoren in der Bevölkerung sozial bedingt ungleich verteilt sind, haben Projekte und Maßnahmen für Menschen in sozial benachteiligter Lage Priorität. Diese Menschen sollen möglichst in ihren alltäglichen Lebenszusammenhängen erreicht, unterstützt und gefördert werden.
An dieser Stelle geben wir einen Überblick über unsere Projekte:

Cannabis - "Konsum ohne Reue?"

Hanfblatt unter einem Richterhammer

Schätzungsweise zwei Millionen Menschen in Deutschland konsumieren regelmäßig Cannabis, so die Statistik. Diese Menschen müssen mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen und werden sozial stigmatisiert. Eine große Anzahl von Experten setzt sich für eine Veränderung dieser Drogenpolitik ein. Sie folgen damit einem Weg, der auch international diskutiert und in einigen Ländern bereits umgesetzt wird.

Ein Ratsbeschluss der Stadt Münster regt an, ein wissenschaftliches Modellprojekt zu diesem Thema zu initiieren. Kernfrage des Ratsantrages: Ist eine kontrollierte Abgabe von Cannabis unter medizinischen, gesundheitlichen und sozialen Aspekten sowie unter Einhaltung des Jugendschutzes im Rahmen eines Modellprojektes sinnvoll und möglich?

Als Auftakt beschäftigte sich am 13. Dezember 2016 eine Fachkonferenz mit dem Thema Cannabis und den Möglichkeiten einer verantwortungsvollen Regulierung auf kommunaler Ebene. Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten im Rathausfestsaal gebannt den verschiedenen Fachvorträgen und brachten sich in die Diskussion ein. Weitere 300 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten die Veranstaltung über die Live-Übertragung ins Internet. Wer's verpasst hat, kann die Fachvorträge auf dem städtischen YouTube-Kanal ansehen.

Ausgehend von diesem gelungenen Auftakt hat das Gesundheitsamt nun, unterstützt durch Experten verschiedener Fachrichtungen, einen Antrag für ein wissenschaftliches Modellprojekt zur kontrollierten Abgabe von Cannabis in Münster erarbeitet und beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eingereicht.
Kontakt: Merle Heitkötter


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Clearingstelle „Klar für Gesundheit“

Logo der Clearingstelle "Klar für Gesundheit"

Auch in Münster, einer Stadt mit ausgezeichneter medizinischer Versorgung, gibt es Zugewanderte mit nur eingeschränktem Zugang zur Gesundheitsversorgung. Grund hierfür ist der fehlende oder ungeklärte Krankenversicherungsschutz.

Seit Oktober 2016  setzt sich die Clearingstelle „Klar für Gesundheit“ dafür ein, möglichst viele Betroffene in eine Krankenversicherung zu vermitteln und in das medizinische Regelversorgungssystem zu integrieren. Sofern eine Notfall-Behandlung erforderlich ist und kein Versicherungsschutz in einem medizinisch vertretbaren zeitlichen Rahmen erreicht werden kann, vermittelt die Clearingstelle an Einrichtungen der solidarischen Gesundheitsversorgung weiter. Für die Kostenübernahme der dort umgesetzten Notfall-Behandlungen hat die Stadt Münster einen Notfallfonds eingerichtet. Andere an der gesundheitlichen Versorgung beteiligte Akteure (Krankenhäuser, Ärztinnen und Ärzte, Krankenkassen, Schulen usw.) können über die Clearingstelle Informationen z. B. zu rechtlichen Rahmenbedingungen erhalten.

Das Amt für Gesundheit, Veterinär- und Lebensmittelangelegenheiten, der Caritasverband für die Stadt Münster e.V. und die Gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung  Asylsuchender e.V. wirken in dem Projekt zusammen. Gefördert wird die Clearingstelle als dreijähriges Modellprojekt vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen.

Weitere Informationen wie die Sprechzeiten der Clearingstelle können Sie dem Flyer entnehmen.

Kontakt: Merle Heitkötter
Flyer der Clearingstelle "Klar für Gesundheit" (PDF, 1 MB) - nicht barrierefrei


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Projekt Marischa

Die Siemensstraße in Münster ist seit Jahrzehnten bekannt für Frauen, die sich dort prostituieren. Sie leben und arbeiten am Rande der Gesellschaft. Um sich um gesundheitliche und soziale Belange zu kümmern, fehlen ihnen vielfach die Möglichkeiten und Kenntnisse.
Das Projekt Marischa wurde 2013 gegründet, um die Straßenprostituierten in ihrer Situation nicht alleine zu lassen. Die Projektbeteiligten helfen unvoreingenommen dort, wo es gewünscht ist: u.a. durch aufsuchende Sozialarbeit, feste Ansprechpartner/innen und der Begleitung zu Ämtern oder Ärzten und Ärztinnen.
Momentan engagieren sich acht ehrenamtliche Mitglieder eines Arbeitskreises. Seit März 2016 wird dieser von einer hauptamtlich tätigen Sozialpädagogin geleitet. Dieses Hauptamt wird von der Stadt Münster gefördert. Die acht Ehrenamtlichen kommen aus unterschiedlichen Fachrichtungen – u.a. Theologie, BWL und soziale Arbeit – und können mit ihrer jeweiligen Expertise und ihren unterschiedlich begründeten Motivationen das Projekt im Hintergrund unterstützen.
Um die Leistung des Projekts steigern zu können, sind weitere ehrenamtliche Mitstreiter/innen jederzeit willkommen.

Kontakt: Yanica Grachenova

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Gesund & Aktiv - Älter werden in Münster

Fotos des Orgateams Gesund & aktiv - älter werden in Münster 2016

Gesundheitsförderung und Prävention haben große Bedeutung für die Selbstständigkeit und das Wohlbefinden älterer Menschen. Ein gesundes Altern benötigt gesundheitsbewusstes Verhalten und ein gesundheitsförderndes Umfeld.

Die fünfte Auflage des beliebten jährlichen Infonachmittags "Gesund und aktiv - älter werden in Münster" hat am Donnerstag, 22.9.2016, stattgefunden. 
Alle, die an Tipps, Informationen und Anregungen zum Mit- und Selbermachen interessiert sind, waren in den Festsaal des Rathauses eingeladen. Mehr als 150 Personen haben teilgenommen.

Initiativen, Vereine und Einrichtungen haben den Besucherinnen und Besuchern ihre Aktivitäten in Wort, Bild, Musik und Aktion vorgestellt. Ihre Ansätze sind verschieden, ihr Ziel ist gleich: Es geht um Zufriedenheit, Fitness, Gesundheit und Selbstständigkeit im Alter.

Zu Gast waren diesmal die Volkshochschule mit dem Thema "Gesunde Ernährung für ein gesundes Alter", das "Alte Backhaus", der "Lachtreff Münster" sowie der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) mit Tipps für sicheres Fahrradfahren im fortgeschrittenen Alter. Programmbeiträge leisteten außerdem ein Team des Evangelischen Krankenhauses unter dem Motto "Mobilität erhalten – so einfach geht’s" und das Seniorenorchester Münster. Hinzu kam ein gemeinsamer Vortrag von Martin Schofer von der Kommunalen Seniorenvertretung und Chris Menke von der städtischen Sozialplanung über die Arbeitskreise "Älter werden in Münsters Stadtteilen". Ergänzt wurden die Vorträge durch elf Infostände verschiedener Einrichtungen.

Wegen der regen Nachfrage ist für den 8.11.2017 eine Neuauflage geplant. Für Vorschläge zu einem möglichst abwechslungsreichen Programm sind wir dankbar.

Veranstalter sind das städtische Gesundheitsamt, die Kommunale Seniorenvertretung, die Selbsthilfe-Kontaktstelle und die Volkshochschule.

Kontakt: Brigitte Kempe.



Logo der Initiative "Münster isst veggie"

Initiative „Münster isst veggie“

Der Rat der Stadt Münster hat am 13. Juli 2011 beschlossen, als erste deutsche Stadt den Donnerstag als einen freiwilligen vegetarischen Wochentag in Restaurants, Mensen und Kantinen einzuführen, indem die Stadt alle Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme aufruft und für den vegetarischen Donnerstag wirbt. Das Amt für Gesundheit, Veterinär- und Lebensmittelangelegenheiten unterstützt die ehrenamtliche Initiative „Münster isst veggie“ personell und finanziell bei öffentlichkeitswirksamen präventiven Maßnahmen zur Vermeidung von Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Störungen, Diabetes und Übergewicht sowie bei Maßnahmen zur CO2-Reduktion. Die Initiative informiert mit zahlreichen Infoständen und vielen Vorträgen über die Auswirkungen der Ernährung auf Gesundheit, Umwelt, Klima und Tiere. Mit Kochkursen und Kochshows haben die Initiatoren gezeigt wie einfach es ist, vielseitige und schmackhafte vegetarische Speisen zuzubereiten.

Kontakt: Merle Heitkötter
www.veggietag-muenster.de


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Ernährung in Familie und Kita im Rahmen des Maßnahmenprogramms einer kindbezogenen Armutsprävention

Der Rat der Stadt Münster hat am 25. Mai 2011 das „Maßnahmenprogramm einer kindbezogenen Armutsprävention in Münster“ beschlossen. Armutsfolgen bei Kindern sollen möglichst verhindert werden, indem Kindern von Anfang an gute Entwicklungs-, Bildung- und Gesundheitschancen ermöglicht werden. Da in den ersten Lebensjahren wichtige Grundlagen für die weitere Entwicklung gelegt werden, konzentriert sich das Maßnahmenprogramm auf die Altersgruppe der neugeborenen bis sechsjährigen Kinder.  

Die Angebote im Gesundheitsbereich werden durch das Amt für Gesundheit, Veterinär- und Lebensmittelangelegenheiten koordiniert und durchgeführt. Neben aufsuchenden Hilfen durch Familienhebammen, Kinderkrankenschwestern und Sozialarbeiterinnen, Unterstützung von Eltern und Erzieherinnen bei Sprachauffälligkeiten durch eine Logopädin und medizinischen Untersuchungen in Kindertagesstätten wird ein Schwerpunkt im Bereich Ernährung gesetzt.

In mehreren Kitas werden Gruppenveranstaltungen für Eltern und Kinder zum Thema gesunde Ernährung angeboten. Außerdem gibt es auf Wunsch Einzelberatungen.

Kontakt: Dr. Dagmar Schwarte

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Verstetigungsprogramm Soziale Stadt - Gesundheitsförderung für Kinder und gesundheitliche Aufklärung für Eltern

Im Rahmen des Verstetigungsprogramms Soziale Stadt werden bereits seit 2011 Maßnahmen und Projekte im Bereich "Gesundheitsförderung für Kinder" und "Gesundheitliche Aufklärung für Eltern" im Wohngebiet Kinderhaus-Brüningheide durchgeführt.

Zu diesen Angeboten zählen wöchentliche Sprechstunden mehrerer Hebammen in drei Kitas einschließlich Hausbesuche bei Frauen/Eltern bis zum ersten Geburtstag ihres Kindes. Zudem werden nach Bedarf Veranstaltungen zu den Themen Erste Hilfe, Körperpflege, Zahnhygiene, Haushaltsführung/Wohnungshygiene und gesunde Ernährung in Abstimmung mit den Einrichtungen angeboten.

Kontakt: Dr. Dagmar Schwarte

Kontakt

Rita Blank
Tel. 02 51/4 92-53 81

Yanica Grachenova
Projekt Marischa

Tel. 02 51/4 92-53 86 oder
01 60/97 26 66 97

Merle Heitkötter
Tel. 02 51/4 92-53 88

Brigitte Kempe
Tel. 02 51/4 92-53 06

Adresse
Stühmerweg 8

Fax 02 51/4 92-77 91

Dr. Dagmar Schwarte
Tel. 02 51/4 92-54 34

Adresse
Stolbergstr. 2a

Fax 02 51/4 92-79 35