Stadt Münster: Stadtplanung - Einzelhandelskonzept

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Einzelhandelskonzept

Steuerung der Einzelhandelsentwicklung - im Einklang mit den räumlichen Entwicklungszielen

"Handel ist Wandel" - dieser Satz hat in Münster seine Berechtigung. Der Einzelhandel ist eine der dynamischsten Nutzungen in der Stadt, seine Entwicklungen haben erhebliche stadt- und versorgungsstrukturelle Auswirkungen. Die Steuerung des Einzelhandels ist daher ein Kernthema und eine Daueraufgabe der Stadtentwicklung. Mehr über die Steuerung der Einzelhandelsentwicklung


Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts (2016/2017)

Zurzeit wird das Einzelhandels- und Zentrenkonzept Münster zum zweiten Mal nach 2009 fortgeschrieben, um die Grundlagen, Zielsetzungen und Inhalte des bestehenden Konzepts zu aktualisieren und auf die neuen Anforderungen auszurichten. Am 12.7.2017 hat der Rat der Stadt Münster den Entwurf des fortgeschriebenen Einzelhandels- und Zentrenkonzept Münster beschlossen und für die Öffentlichkeitsbeteiligung und das weitere Bearbeitungsverfahren freigegeben. Mehr über die Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts


Abbildung Broschürentitel

Einzelhandels- und Zentrenkonzept (2009)

Im Fokus des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts von 2009 steht die Sicherung und Entwicklung der Zentren, also der Innenstadt, der Neben- und der Stadtteilzentren, in ihrer Funktion als so genannte zentrale Versorgungsbereiche.
Diese Bereiche unterliegen einem besonderen Schutz des Gesetzgebers. Nur hier ist in Zukunft die Ansiedlung von großflächigen Einzelhandelsgeschäften mit innenstadt- bzw. zentrenrelevanten Sortimenten zulässig.
In der "Münsteraner Sortimentsliste" sind diese festgelegt. Die Zulässigkeit dieser Geschäfte außerhalb der zentralen Versorgungsbereiche wird eingeschränkt. Mehr zum Einzelhandels- und Zentrenkonzept 2009



Monitoring zur Einzelhandelsentwicklung

Das Monitoring zur Einzelhandelsentwicklung ist integraler Bestandteil des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts und dient der Umsetzungs- und Erfolgskontrolle. Grundlage ist die Einzelhandelsdatenbank, die seit Anfang der 90er Jahre kontinuierlich gepflegt und weiterentwickelt wurde. Die letzte Totalerhebung der Einzelhandelsdaten, die seit 10 Jahren jeweils im dreijährigen Rhythmus durchgeführt wird, fand zum 31.12.2014 statt und dient u. a. als Datengrundlage für die zweite Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts. In den Zwischenjahren wird jeweils zum Stichtag 31. Dezember ein aktueller Datenstand aus der laufenden Raumbeobachtung Einzelhandel festgelegt. Über die räumliche und strukturelle Einzelhandelsentwicklung in Münster liegt somit ein lückenloses Bild vor.


Einzelhandelsinformationssystem

Das Informationssystem ergänzt die Berichterstattung über die Einzelhandelsentwicklung vergangener Jahre (Monitoring) um jeweils aktuelle Informationen über die flächendeckende Bestands- und Nutzungsstruktur des Einzelhandels sowie die Zentrenstruktur in Münster. Der Nutzer hat die Möglichkeit, sich die Standort- und Branchenstruktur des Einzelhandels, unterteilt nach 14 Hauptwarengruppen, auf der Basis unterschiedlicher Kartengrundlagen und -maßstäbe für die Gesamtstadt und individuell wählbare Teilräume anzeigen zu lassen. Ebenso sind für jede der rd. 2.000 Einzelhandelseinrichtungen konkrete Detailinformationen mit Angabe der Adresse, Branche, Hauptwarengruppe und Größenklasse der Verkaufsfläche abrufbar. Darüber hinaus können die gemäß Einzelhandels- und Zentrenkonzept definierten zentralen Versorgungsbereiche in Münster – von der City/Innenstadt bis zu den Nahbereichszentren – als Schwerpunkte des Einzelhandels und der Versorgung eingeblendet werden. Für jeden der insgesamt 46 zentralen Versorgungsbereiche ist die jeweilige Ausstattung nach Anzahl der Geschäfte und Verkaufsfläche abrufbar. Mehr zum Einzelhandelsinformationssystem



Einzelhandelsentwicklung in Münster zum 31.12.2012

Rückgang bei Betrieben und Verkaufsfläche des Einzelhandels nach Schlecker-Insolvenz

Einzelhandelsentwicklung in Münster

Einzelhandelsentwicklung in Münster

1.986 Einzelhandelsbetriebe mit insgesamt rund 647.500 m² Verkaufsfläche gab es zum Jahresende 2012 in Münster.

Im Vergleich zum letzten Datenstand 2011 ergibt sich ein Minus von 82 Geschäften und ebenfalls ein Minus von gut 9.200 m² Verkaufsfläche. Der Eindruck einer Schrumpfung des Einzelhandels täuscht jedoch und ist zu relativieren:

  • zum einen werden mehrere der zurzeit leer stehenden ehemaligen Schlecker und Ihr Platz Ladenlokale und auch andere zum Zeitpunkt der Vollerhebung leer stehende Geschäftsflächen (z. B. ehemaliger großflächiger Fahrradfachmarkt an der Robert-Bosch-Straße) sukzessive wieder mit einer Einzelhandelsnutzung belegt werden,
  • zum anderen befinden sich verschiedene großflächige Einzelhandelsvorhaben mit einem Potenzial zwischen 25.000 und 30.000 m² Verkaufsfläche zurzeit noch in der Planungs-, Realisierungs- oder Umsetzungsphase, die bei der Erhebung noch nicht berücksichtigt werden konnten: „Alter Fischmarkt“, Erweiterung Zentrum Kinderhaus, Stadtbereichszentrum Weseler Straße in Mecklenbeck, „Bahnhof Hiltrup“, Stadtbereichszentrum „Hafencenter“ am Hansaring und (im mittelfristigen Zeithorizont) neues Stadtteilzentrum auf der Fläche der York-Kaserne in Gremmendorf

Unter Berücksichtigung der zuvor genannten Aspekte kann davon ausgegangen werden, dass in den kommenden Jahren die Verkaufsfläche in Münster wieder deutlich wachsen wird. Der Rückgang kleinerer Fachgeschäfte wird jedoch, dem bundesweiten Trend entsprechend, nicht aufzuhalten sein.


"Ladensterben" und Verkaufsflächenwachstum sind zwei Seiten einer Medaille

Tabelle zur Einzelhandelsentwicklung

Entwicklung des Einzelhandels nach Verkaufsfläche

Die auffälligen Rückgänge bei Geschäften und Verkaufsfläche der Betriebe mit weniger als 800 m² Verkaufsfläche sind stark durch die Effekte der Schlecker-Insolvenz geprägt. So schlossen in Münster allein im Zeitraum zwischen den letzten beiden Vollerhebungen 2009 und 2012 insgesamt 39 Schlecker- und Ihr Platz-Filialen, deren durchschnittliche Größe bei rund 230 m² Verkaufsfläche lag. Insbesondere hierdurch verringerte sich die Gesamtverkaufsfläche der Geschäfte in der Gruppe unter 400 m² um den Wert von rund 9.500 m².

Im Saldo entfällt der Geschäftsrückgang zwischen 2009 und 2012, wie auch schon in den vergangenen Jahren, ausschließlich auf die Gruppe der Betriebe mit weniger als 400 m² Verkaufsfläche. Betroffen sind, neben den Schlecker- und Ihr Platz-Filialen, kleinere Fachgeschäfte quer durch alle Branchen (z. B. Spielzeug/Hobbyartikel, Bekleidung/Schuhe, Musikinstrumente). Dagegen legt der großflächige Einzelhandel ab 800 m² Verkaufsfläche, der wegen seiner möglichen Auswirkungen auf die Innenstadt und Stadtteilzentren der besonderen Steuerung durch das Städtebaurecht unterliegt, deutlich zu. In der Gruppe der großflächigen Einzelhandelsbetriebe zwischen 800 m² und 2.000 m² Verkaufsfläche ist ein Plus von 13 Betrieben mit insgesamt knapp 13.500 m² Verkaufsfläche zu verzeichnen. Kennzeichnend sind hier, neben der Entwicklung im Bereich so genannter Non-Food-Fachmärkte(z. B. Bekleidung/Schuhe, Möbel), die Ansiedlung oder Erweiterung von größeren Lebensmittelmärkten (Supermarkt, Discounter, Verbrauchermarkt). Die Gleichzeitigkeit von „Ladensterben“ (kleine Geschäfte) und Verkaufsflächenwachstum des Einzelhandels sind zwei Seiten ein und derselben Medaille. Sie spiegeln den auch für Münster geltenden generellen Trend des Strukturwandels und der Konzentrationsprozesse im Einzelhandel wider.


Viele kleine Betriebe prägen das Gesicht des Münsteraner Einzelhandels

Grafik zur Unterteilung der Einzelhandelsbetriebe

Unterteilung des Einzelhandels nach Verkaufsfläche

Das unterschiedliche Gewicht von großflächigen und nicht großflächigen Einzelhandelsgeschäften wird besonders bei der Trennung nach Anzahl der Betriebe und Verkaufsfläche deutlich. Den eindeutigen Schwerpunkt der Betriebe stellen mit rund 91 % die nicht großflächigen Geschäfte mit weniger als 800 m² Verkaufsfläche, wobei hier die sehr kleinen Ladenlokale bis 100 m² Verkaufsfläche dominieren. Die großflächigen Betriebe, zu denen auch große Möbelhäuser und Bau- und Gartenmärkte zählen, binden dagegen rund zwei Drittel der Gesamtverkaufsfläche in Münster. Dennoch prägen die kleinflächigen Geschäfte, die sich vornehmlich in den zentralen Lagen der Stadt befinden, in ganz entscheidendem Maß das Erscheinungsbild, die Vielfalt und Lebendigkeit des Einzelhandels in Münster. Davon profitieren besonders die Innenstadt und die Stadtteilzentren. Dass dies so bleibt, ist ein wesentliches Ziel der Umsetzung des Münsteraner Einzelhandelskonzepts.


Netz zentraler und wohnungsnaher Lebensmittelmärkte gut aufgestellt

Tabellarische Auflistung der Lebensmittelmärkte

Lebensmittelmärkte ab 200 m² Verkaufsfläche

Von besonderer Bedeutung für die Verbraucher in Münster ist die Möglichkeit der wohnungsnahen Grundversorgung mit Lebensmitteln. Den eindeutigen Schwerpunkt dieser Versorgung übernehmen die Super- und Verbrauchermärkte als so genannte Vollsortimenter und die Lebensmitteldiscounter. Vollsortimenter und Discounter unterscheiden sich u. a. für den Kunden wahrnehmbar hinsichtlich Artikelanzahl und Verkaufsfläche. Moderne Vollsortimenter streben eine Verkaufsfläche von rund 1.200 bis 1.500 m² an und haben in der Regel deutlich mehr als 10.000 Artikel im Angebot. Bei den Discountern sind es rund 800 bis 1.200 m² Verkaufsfläche mit durchschnittlich rund 1.400 Artikeln und damit erheblich weniger als bei den Vollsortimentern. Vollsortimenter und Discounter sind in Münster durch folgende Unternehmen vertreten:

Vollsortimenter: Edeka, Rewe/Kaufpark, K&K und Markant
Discounter: Aldi, Lidl, Netto und Penny

Zusätzlich zu diesen Märkten bieten die Selbstbedienungswarenhäuser Marktkauf und HIT einen großflächigen Angebotsschwerpunkt im Bereich Lebensmittel. Hinzu kommt das wachsende Angebot zahlreicher Biomärkte, die ein volles Sortiment an biologischen Lebensmitteln offerieren (sechs SuperBioMarkt-Filialen, ein denn’s Biomarkt) und einige, in der Regel privat betriebene Lebensmittelgeschäfte (z. B. asiatische Lebensmittel), die allerdings ein reduziertes Angebot gegenüber den Vollsortiment- und Discountmärkten führen.

Insgesamt gibt es in Münster 100 Lebensmittelmärkte (ab 200 m² Verkaufsfläche) mit einer Gesamtverkaufsfläche von rund 99.000 m², die mit ihrer Versorgungsleistung das Rückgrat und das Standortnetz der Grundversorgung in Münster bilden. Vollsortimenter und Discounter bilden zusammen mit ihren 86 Betrieben und rund 78.000 m² Verkaufsfläche das Kerngerüst des Standort- und Versorgungsnetzes. Auffällig ist das Kopf-an-Kopf-Rennen der großen Ketten, sowohl bei den Vollsortimentern als auch bei den Discountern. Bei den Vollsortimentern liegen die Konzerne Edeka und Rewe (dazu gehört auch Kaufpark) mit knapp 20 Betrieben und einer jeweiligen Gesamtverkaufsfläche zwischen 19.000 und 20.000 m² fast gleich auf. Bei den Discountern halten sich Aldi und Lidl mit 14 bzw. 12 Betrieben und jeweils gut 10.000 m² Verkaufsfläche fast die Waage. Diese Zahlen machen deutlich, dass der harte Wettbewerb der großen Konzerne um Marktanteile im Lebensmitteleinzelhandel dazu führt, dass dem jeweiligen Konkurrenten keine Vorteile zugebilligt werden und dadurch bedingt, zumindest was die Anzahl und den Verkaufsflächenumfang des Standortnetzes anbelangt, zurzeit ein Kräftegleichgewicht in Münster besteht.

Ein Blick auf die Zahlen der jeweils durchschnittlichen Verkaufsfläche der einzelnen Betreiber zeigt, dass die Vollsortimenter mit 1.030 m² aufgrund ihrer deutlich höheren Artikelanzahl gegenüber den Discountern mit 750 m² einen erheblich größeren Flächenbedarf haben. Bei den Vollsortimentern weist das Unternehmen K&K, das nicht selten Standorte betreibt, die Edeka und Rewe aufgrund suboptimaler Standortbedingungen aufgeben haben (zu wenig Verkaufsfläche, zu wenig Stellplätze etc.), mit 950 m² den geringsten durchschnittlichen Verkaufsflächenwert auf. Bei den Discountern hat Netto mit 650 m² durchschnittlicher Verkaufsfläche den geringsten Wert, was mit der Übernahme zahlreicher, oft sehr kleiner Märkte des Unternehmens Plus im Jahr 2009 zusammenhängt.

Insgesamt ergibt sich ein räumlich breit gestreutes und insbesondere in der Innenstadt und einigen Stadtteilen feinmaschiges Standortnetz der Lebensmittelmärkte in Münster. Der überwiegende Anteil dieser Märkte befindet sich in den zentralen Versorgungsbereichen der Innenstadt und der Stadtteilzentren sowie integriert in den Wohnsiedlungsbereichen. Diese Märkte leisten den wesentlichen Beitrag zur noch weitgehend fußläufig erreichbaren wohnungsnahen Grundversorgung in Münster. Einige Standorte, darunter die großflächigen Märkte Hit an der Geringhoffstraße und Marktkauf auf der Loddenheide, liegen jedoch dezentral an eindeutig autoorientierten Standorten in Gewerbegebieten. Wegen ihrer abseitigen Lage zu den Wohngebieten leisten sie keinen Beitrag zur fußläufigen wohnungsnahen Grundversorgung, im Gegenteil entziehen sie den integrierten und zentralen Standorten Kaufkraft.

Durch die Darstellung von 500 m und 700 m Radien als planerisch anerkanntes Maß für die so genannte fußläufige Erreichbarkeit (entspricht in etwa maximal zehn Minuten Fußweg) um die jeweiligen Märkte wird die Raumabdeckung der wohnungsnahen Grundversorgung mit Lebensmitteln sichtbar. Diese ist in Bezug auf die Gesamtstadt gut ausgeprägt und zeigt nur einige wenige "Lücken" im Standortnetz, die sich z. B. im Bereich Schloss / Sentrup oder teilweise in den Randbereichen von Stadtteilen ergeben. Insgesamt haben nur rund 51.100 Einwohner bzw. 17,3 % der Gesamtbevölkerung ihren Wohnstandort außerhalb eines 700 m Radius als fußläufiger Einzugsbereich der Grundversorgungsstandorte.

Das räumlich noch breit gestreute und weitgehend feinmaschige Standortnetz ist nicht zuletzt ein Verdienst der konsequenten Umsetzung des Einzelhandelskonzepts der Stadt Münster. Dieses setzt, gerade auch mit Blick auf den demografischen Wandel, auf eine zentren- und wohnsiedlungsorientierte Erhaltung und Entwicklung der Lebensmittelmärkte. Im Gegenzug werden Neuansiedlung oder Erweiterung von dezentralen bzw. wohnungsfernen Lebensmittelmärkten verhindert. Diese Linie wird auch in Zukunft beibehalten. Vor dem Hintergrund des harten Wettbewerbs in der Lebensmittelbranche, verbunden mit dem anhalten Trend zu immer größeren Verkaufsflächeneinheiten, wird es allerdings schwierig sein, eine schleichende Ausdünnung dieses Netzes gänzlich zu verhindern.



 

Zusatzinfos

Kontakt

Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung

Stadthaus 3
Albersloher Weg 33
48155 Münster

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Fax: 02 51/4 92-77 32
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Ansprechpartner

Reinhard Hopp
Tel. 02 51/4 92-61 17
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