Eltern und Familien

Wo muss ich das Elterngeld beantragen?

Zuständig ist die Elterngeldstelle des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien.

Nach oben

Welche Unterlagen muss ich dem Antrag beifügen?

Bitte schicken Sie uns mit Ihrem Antrag auf jeden Fall die Original-Geburtsurkunde Ihres Kindes ein. Sofern Sie Elterngeld aufgrund eines vor der Geburt erzielten Erwerbseinkommens beantragen möchten, fügen Sie auch Einkommensnachweise aus den zwölf Monaten vor der Geburt bzw. vor dem Beginn der Mutterschutzfrist bei.

Wenn Sie Mutterschaftsgeld erhalten, benötigen wir auch einen Nachweis über die Höhe und die Dauer des Mutterschaftsgeldes und des Arbeitgeberzuschusses während des Beschäftigungsverbotes.

Wenn Sie aus einem Staat kommen, der nicht zur Europäischen Union gehört, benötigen wir außerdem eine Kopie Ihres "Aufenthaltstitels" – das heißt, Ihrer Aufenthaltserlaubnis oder Ihrer Niederlassungserlaubnis.

So können wir Ihren Antrag schneller bearbeiten.

Nach oben

Bis wann muss ich den Antrag stellen?

Sie müssen den Antrag spätestens drei Monate nach der Geburt des Kindes stellen, um das Elterngeld für den gesamten Zeitraum zu erhalten. Sie können das Elterngeld auch danach noch beantragen. Sie erhalten dann aber nur drei Monate rückwirkend Elterngeld (ausschlaggebend ist dabei der Tag, an dem der Antrag eingegangen ist).

Hier ein Beispiel:
Ihr Kind wurde am 10. Juli 2007 geboren. Ihr Antrag auf Elterngeld geht am 15. Januar 2008 bei der Stadt Münster ein. Sie haben den Antrag also erst sechs Monate nach der Geburt Ihres Kindes gestellt. Sie erhalten in diesem Fall rückwirkend nur für drei Monate Elterngeld, und zwar ab dem 10. Oktober 2007, obwohl Ihr Kind bereits im Juli geboren wurde.

Für den Zeitraum vom 10. Juli 2007 bis 9. Oktober 2007 erhalten Sie in diesem Fall kein Elterngeld.

Nach oben

Muss ich vor der Geburt des Kindes gearbeitet haben, um das Elterngeld zu bekommen?

Nein. Sie können auch dann Elterngeld erhalten, wenn Sie in den maßgeblichen zwölf Monaten vor der Geburt Ihres Kindes nicht gearbeitet haben. In diesem Fall steht Ihnen bei Vorliegen der Grundvoraussetzungen ein Sockelbetrag in Höhe von 300 € monatlich zu.

Auch Schüler und Schülerinnen, Studierende sowie Hausfrauen und Hausmänner haben Anspruch auf Elterngeld in Höhe des Mindestbetrages.

Wie lange erhalte ich das Elterngeld?

Sie können Elterngeld in den ersten 14 Lebensmonaten Ihres Kindes in Anspruch nehmen.

Grundsätzlich kann ein Elternteil höchstens für zwölf Monate Elterngeld beantragen. Anspruch auf zwei weitere Monatsbeträge haben die Eltern, wenn auch der andere Elternteil mindestens zwei Monate lang Elterngeld bezieht. Die Zeit, in der die Mutter Mutterschaftsgeld einschließlich Arbeitgeberzuschuss bezieht, wird auf die Zeit, für die der Mutter Elterngeld zusteht, angerechnet, wenn sie für die Dauer der Schutzfrist kein Elterngeld beantragt.

Voraussetzung für die Partnermonate als Bonus ist, dass auch der andere Elternteil für zwei Monate nicht mehr als durchschnittlich 30 Stunden in der Woche erwerbstätig ist. Außerdem muss sich bei einem der beiden Elternteile das Erwerbseinkommen vermindern.

Nach oben

Wie lange erhalten Alleinerziehende Elterngeld?

Alleinerziehende, die das Elterngeld zum Ausgleich wegfallenden Erwerbseinkommens beziehen, erhalten alleine für die vollen 14 Monate Elterngeld. Bedingung ist, dass das Kind allein bei dem Elternteil in der Wohnung lebt, dem die elterliche Sorge oder zumindest das Aufenthaltsbestimmungsrecht allein zusteht. Das Gleiche gilt, wenn der Elternteil eine einstweilige Anordnung erwirkt hat, mit der ihm zumindest das Aufenthaltsbestimmungsrecht vorläufig zur alleinigen Ausübung übertragen worden ist. Bei gemeinsamer Wohnung der Eltern sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt.

Nach oben

Wie können die Eltern den Elterngeldanspruch untereinander aufteilen?

Bis zum 14. Lebensmonat des Kindes gibt es für jeden Monat einen Monatsbetrag, insgesamt also maximal insgesamt 14. Die Eltern können die Anzahl der Monatsbeträge bis auf die zwei Partnermonate frei untereinander aufteilen. Sie können Elterngeld nacheinander oder gleichzeitig in Anspruch nehmen. Bei gleichzeitigem Bezug reduziert sich aber die Anzahl der Monate entsprechend.

Beispiel:

  • Ein Elternteil kann in den Lebensmonaten eins bis zwölf und der andere Elternteil in den Lebensmonaten 13 und 14 Elterngeld beziehen.
  • Beide Eltern können in den ersten sieben Monaten Elterngeld gleichzeitig beziehen. Dann sind die Beträge für 14 Monate ebenfalls verbraucht.

Nach oben

Welches Einkommen wird bei der Berechnung des Elterngeldes zu Grunde gelegt?

Zu Grunde gelegt wird das errechnete durchschnittliche Nettoeinkommen aus Erwerbstätigkeit, das Sie in den maßgeblichen zwölf Monaten vor der Geburt bzw. vor Beginn der Mutterschutzfrist erzielt haben. Zu den Einkünften aus Erwerbstätigkeit zählen Einkünfte aus einer nichtselbständigen Tätigkeit, aus einer selbständigen Tätigkeit, Gewerbetrieb und Land- und Forstwirtschaft.

Andere Einkünfte, wie zum Beispiel Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder Kapitalvermögen bleiben unberücksichtigt. Die Einkünfte des anderen Elternteils haben auf die Höhe Ihres Elterngeldes keinen Einfluss.

Zu den Einkünften aus Erwerbstätigkeit zählt auch der Verdienst aus einer geringfügigen Beschäftigung (400 €-Job, Minijob).

Einmal-, Sonderzahlungen wie z.B. Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder Jubiläumszuwendungen werden bei der Ermittlung des Durchschnittseinkommens nicht berücksichtigt.

Nach oben

In welcher Höhe wird Elterngeld gezahlt?

Es gibt zwei Varianten der Zahlung von Elterngeld:

Wenn Sie in den zwölf Monaten vor der Geburt des Kindes keine Einkünfte aus Erwerbstätigkeit erzielt haben, steht Ihnen ein Mindestbetrag von monatlich 300 € zu.

Sofern das Elterngeld aus einem vorangegangenem Erwerbseinkommen berechnet werden soll, beträgt dies in der Regel 67% Ihres durchschnittlichen Nettoeinkommens aus dem Zeitraum von zwölf Monaten vor der Geburt/vor der Mutterschutzfrist. Mutterschaftsgeld und Arbeitgeberzuschuss, sowie beamtenrechtliche Bezüge werden auf das Elterngeld angerechnet.

Beträgt Ihr durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen in dem 12-Monatszeitraum weniger als 1.000 €, erhöht sich der Prozentsatz wie im nachstehenden Beispiel beschrieben:

  • Durchschnittliches Einkommen vor Geburt: 400 €
  • Differenz zu 1.000 €: 600 €
  • 600 / 2 x 0,1 = 30 %
  • 67 % + 30 % = 97 %
  • zustehendes Elterngeld: 97 % von 400 € = 388 €
  • Wichtig: Über die Höhe des tatsächlich zu zahlenden Elterngeldes kann erst nach Vorlage sämtlicher Unterlagen entschieden werden.

Nach oben

Werden Geschwisterkinder bei der Berechnung des Elterngeldes berücksichtigt?

Familien mit mehr als einem Kind können einen Geschwisterbonus erhalten.

Dieser Geschwisterbonus beträgt 10 % des errechneten Elterngeldes, mindestens jedoch 75 € im Monat. Steht nur der Mindestbetrag in Höhe von 300 € zu, erhöht sich dieser durch den Geschwisterbonus auf 375 €.

Bei zwei Kindern im Haushalt besteht der Anspruch auf den Geschwisterbonus solange, bis das ältere Geschwisterkind drei Jahre alt ist. Bei drei und mehr Kindern im Haushalt genügt es, wenn mindestens zwei Kinder das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Mit dem Ende des Monats, in dem das ältere Geschwisterkind seinen dritten bzw. sechsten Geburtstag vollendet, entfällt der Erhöhungsbetrag.

Die Altersgrenze beträgt bei behinderten Kindern (GdB mindestens 20) jeweils 14 Jahre.

Nach oben

Wie hoch ist das Elterngeld bei Mehrlingsgeburten?

Zusätzlich zum errechneten Elterngeld werden für jeden Mehrling 300 € gezahlt. Eine Erhöhung des Elterngeldes um den Geschwisterbonus kommt nicht in Betracht.

Nach oben

Kann ich in Teilzeit arbeiten, während ich Elterngeld bekomme?

Während Sie Elterngeld bekommen, dürfen Sie wöchentlich bis zu 30 Stunden arbeiten. Die dabei erzielten Einkünfte werden bei der Bemessung des Elterngeldes berücksichtigt.

Wie wirkt sich mein Einkommen aus Tätigkeit während des Elterngeldbezuges aus?

Ihr Einkommen aus einer Teilzeittätigkeit während des Elterngeldbezuges wird ebenso angerechnet, wie mögliche Einkünfte aus selbständiger Arbeit, Gewerbebetrieb oder Land- und Forstwirtschaft. Auch so genannte Entgeltersatzleistungen, die Sie eventuell erhalten, werden berücksichtigt (zum Beispiel Arbeitslosengeld, Krankengeld).

Beispiel:

  • durchschnittliches Einkommen vor der Geburt: 2.000 €
  • abzüglich voraussichtlich durchschnittlichem Einkommen nach der Geburt 1.200 €
  • Differenz: 800 €
  • davon 67 % = zustehendes Elterngeld 536 €

Nach oben

Übersicht Elterngeld

Amt für Kinder, Jugendliche und Familien
Elterngeldstelle
Hafenstraße 30
48153 Münster

Tel. 02 51/4 92-55 33
Fax: 02 51/4 92-79 41

Öffnungszeiten
Montag bis Freitag: 8 – 12 Uhr
Donnerstag: 14.30 – 18 Uhr

Servicestelle

Öffnungszeiten während der Corona-Pandemie
Montag bis Freitag 8-12 Uhr
Montag bis Mittwoch auch 14-16 Uhr
Donnerstag auch 14-18 Uhr