Stadt Münster: Kulturamt - Kommunaler Corona-Fonds

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Kommunaler Corona-Sonderfonds 2021

Die Corona-Pandemie wird wohl auch noch in der zweiten Jahreshälfte 2021 Auswirkungen auf den Kulturbetrieb und die gesamte Kulturlandschaft haben. Auch wenn man augenblicklich etwas zuversichtlicher auf das mögliche Kulturgeschehen als noch vor wenigen Wochen blicken kann, ist weiterhin mit Einschränkungen in den Produktions- und Präsentationsbedingungen für Veranstaltungsstätten und Veranstalterinitiativen zu rechnen. Für die Kulturträger und Veranstaltungsstätten bleibt es eine Herausforderung, den Betrieb durch die Corona-Zeit und damit verbundenen Einnahmeverluste aufrecht zu erhalten.

Mit Vorbereitung durch die Kulturverwaltung hat der Rat der Stadt Münster daher auch für die zweite Jahreshälfte 2021 ein umfängliches Paket an Unterstützungsleistungen für die nicht kommunal getragene Kultur in Münster beschlossen, um einer Planungsunsicherheit weiter begegnen zu können.

Unter anderem wird wie im ersten Halbjahr 2021 auch für die zweite Jahreshälfte ein Budget von 100.000 Euro als "Solidaritätsfonds" für freie Träger von Veranstaltungsstätten und freien Initiativen zur Verfügung gestellt, die keine regelmäßigen Zuschüsse der Stadt Münster erhalten. Im Sinne eines "Solidaritätsfonds" sollen davon mittelbar (und ggf. auch unmittelbar) auch freischaffende Kulturschaffende aus Münster profitieren.

Anträge können ab sofort bis zum 30. September 2021 gestellt werden.

Zudem ist die direkte Förderung von in Münster tätigen freischaffenden und soloselbständigen Künstlerinnen und Künstlern, die unter fehlenden Verdienstmöglichkeiten aufgrund des langen Lockdowns am meisten gelitten haben, aktuell deutlich verbessert worden. Dafür wurde das bereits seit Mai 2021 aufgelegte kommunale Stipendienprogramm durch Beschluss des Kulturausschusses finanziell aufgestockt und modifiziert. Der kommunale Sonderfonds für freischaffende und soloselbständige Künstlerinnen und Künstler soll nun ergänzend und zusätzlich zu den (Stipendien-)Programmen von Bund und Land NRW professionell arbeitende Kulturschaffende aus Münster im Zuge einer Stipendienvergabe unterstützen.

Anträge können ab sofort bis zum 26. Juli 2021 gestellt werden.


1. Sonderfonds für freie und private Träger von Veranstaltungsstätten und freie Initiativen (Antragsfrist 30. September 2021)

Abbildung eines Publikums

(Foto: Pixabay)

Dieser Unterstützungsfonds der Stadt Münster hat zum Ziel, einen Beitrag zur Stärkung und Stabilisierung freier nicht institutionell geförderter Kulturspielstätten und Kulturveranstalterinitiativen in diesen herausfordernden Zeiten zu leisten.

Davon ausgehend, dass aktuell und auch perspektivisch in der zweiten Jahreshälfte 2021 auskömmliche Einnahmen durch Kulturveranstaltungen nicht zu erreichen sind, will die Stadt Münster mit dieser Unterstützung gezielt dazu einladen und animieren, ein Veranstaltungsangebot aufrecht zu erhalten. Sie will helfen, wirtschaftlich und ökonomisch ansonsten kaum tragfähige Programme und Veranstaltungen realisieren zu können. Und sie möchte dabei insbesondere auch die freien Künstlerinnen und Künstlern aus Münster unterstützen, indem ihnen Auftritts- und Verdienstmöglichkeiten mit marktüblichen Honoraren geboten werden.


Wer ist antragsberechtigt? Welche Voraussetzungen bestehen?

Antragsberechtigt sind freie und privat getragene Spielstätten/Kulturträger sowie Kulturinitiativen mit Sitz bzw. Arbeitsschwerpunkt in Münster, die

  • Kulturpräsentation mit regelmäßigem Engagement Dritter als Hauptbetriebszweck haben,
  • ein kontinuierliches Veranstaltungsangebot vorhalten, in den vergangenen Jahren aufgewiesen haben und nachweislich in den kommenden Jahren fortführen wollen,
  • keine regelmäßige institutionelle Förderung der Stadt Münster erhalten und
    keine öffentliche Institution bzw. öffentlich getragene Einrichtung sind,
  • sich in einer Corona-bedingten wirtschaftlichen Notlage befinden und in der zweiten Jahreshälfte 2021 mindestens eine Veranstaltung mit professionell frei arbeitenden Künstlerinnen, Künstler oder Gruppen insbesondere aus Münster durchführen und dafür ein marktübliches Honorar an die Künstlerinnen und Künstler zahlen.

Bei diesen freien Trägern von Veranstaltungsstätten und Initiativen für kulturelle Veranstaltungen kann es sich z.B. um Theater, Musikclubs, Museen, Kleinkunstbühnen, Konzertveranstalter, Kulturzentren, Kulturvereine handeln.

Nicht in Betracht kommen Veranstaltungsstätten mit nichtkünstlerischem Kernbetriebszweck (Gastronomie, Hotels, Buchhandlungen, reine Diskothekenbetriebe etc.)


Was kann gefördert werden?

Gefördert werden Einzelveranstaltungen und Programme, bei denen überwiegend professionell frei arbeitende Künstlerinnen, Künstler oder Gruppen aus Münster beteiligt sind und diesen ein marktübliches Honorar gezahlt wird. Somit sollen auch auch Künstlerinnen und Künstler mittelbar vom "Solidaritätsfonds" profitieren, indem sie Aufführungsmöglichkeiten und damit auch Verdienstmöglichkeiten erhalten. Die Veranstaltungen sollen in der zweiten Jahreshälfte 2021 realisiert werden.

Sollte aufgrund einer zum Zeitpunkt der vorgesehenen Veranstaltung aktuell bestehenden Corona-Schutzverordnung eine Präsenzveranstaltung vor Live-Publikum kurzfristig nicht zulassen, kann das Veranstaltungsangebot auch in digitalem Format in Frage kommen.

Übernommen werden kann außerdem ein im Rahmen von überregionalen Förderverfahren erforderlicher Eigenanteil für die Realisierung von Programmen und Veranstaltungen, wenn dieser durch die Kultureinrichtung/Spielstätte aufgrund der Corona-Pandemie nicht leistbar ist und die Förderung im Sinne der Zukunftsfähigkeit relevant ist.


Wie hoch ist die Förderung?

Pro Spielstätte/Initiative kann im zweiten Halbjahr 2021 ein Zuwendungsbetrag in Höhe von maximal 10.000 Euro für eine noch nicht durch die Stadt Münster geförderte Veranstaltung gewährt werden.


Wie erfolgt das Antragsverfahren und Bewilligungsverfahren?

Die Beantragung läuft über das bereitgestellte Antragsformular mit den beizufügenden Antragsunterlagen (Projektbeschreibung und Ausgabe-/Einnahmekalkulation). Die Anträge sind bis spätestens zum 30. September 2021 zu richten an das Kulturamt der Stadt Münster, Klemensstraße 10, 48143 Münster, kulturamt@stadt-muenster.de

Die Anträge werden in der Reihenfolge des Eingangs beim Kulturamt (Eingangsdatum) bearbeitet bis das zur Verfügung stehende Budget (100.000 Euro) erschöpft ist. 

Antragsformular und Anlagen zum Download und Ausdruck:



Wie erfolgt die Abrechnung / der Verwendungsnachweis?

Bis spätestens sechs Wochen nach Ablauf der Veranstaltung ist dem Kulturamt der Stadt Münster ein Nachweis über die Verwendung der Mittel vorzulegen. Dabei sollen die Ist-Zahlen den im Antrag geltend gemachten Kalkulationspositionen gegenüber gestellt werden Die marktüblichen Honorarzahlungen an die beteiligten Künstlerinnen, Künstler oder Gruppen sind durch Vorlage von Belegen nachzuweisen.

Im Rahmen der Verwendungsnachweisprüfung können Mittel zurückgefordert werden, wenn sich die Förderung als nicht notwendig erweist (zum Beispiel durch Förderung Dritter) und eine Überkompensation besteht.

Der Zuschuss ist ebenfalls zurückzuzahlen, wenn die zugesagte(n) Veranstaltungen mit Künstlerinnen und Künstlern aus Münster aus Gründen, die der Zuschussempfänger zu vertreten hat, nicht stattfindet.


An wen können Rückfragen gerichtet werden?

Das Kulturamt empfiehlt, vorab eine Beratung in Anspruch zu nehmen, um die Antragstellung zu erleichtern.
kulturamt@stadt-muenster.de, Tel. 02 51/4 92-41 01 oder 02 51/4 92-41 03


2. Sonderfonds für Freischaffende Künstlerinnen und Künstler:
Stipendienprogramm (Antragsfrist 26. Juli 2021)

Abbildung von einem Glas mit Pinseln

(Foto: Pixabay)

Von den eingeschränkten Produktions- und Präsentationsbedingungen sind auch die freischaffenden und soloselbständigen Künstlerinnen und Künstler in besonderer Weise betroffen. Es entfallen oder reduzieren sich nicht nur deutlich ihre Auftritts- und damit die Verdienstmöglichkeiten, sondern grundsätzlich die Möglichkeiten, ihr künstlerisches Arbeiten und Schaffen fortzusetzen.

Abhilfe schaffen hier Unterstützungsprogramme, die nicht ausschließlich produkt- bzw. ergebnisorientiert sind, sondern insbesondere auf die Weiterentwicklung der künstlerischen Aktivitäten ausgerichtet sind.

Das bereits seit Mai 2021 aufgelegte kommunale Stipendienprogramm wurde inzwischen durch Beschluss des Kulturausschusses modifiziert, um den für die Kulturschaffenden existenzbedrohenden Folgen der Pandemie noch effektiver begegnen zu können.

Der kommunale Sonderfonds für freischaffende und soloselbständige Künstlerinnen und Künstler soll nun ergänzend und zusätzlich zu den Programmen von Bund und Land NRW (Informationen zu dem Stipendienprogramm des Landes unter www.mkw.nrw/FAQ_Sofortprogramm) professionell arbeitende Kulturschaffende aus Münster im Wege einer Stipendienvergabe unterstützen.

Die Vergabe der kommunalen Stipendien wird unter besonderer Berücksichtigung der Absicherung des künstlerischen Nachwuchses, der Relevanz der Kulturschaffenden für die Stadt sowie der Relevanz des Stipendiums für den einzelnen Kulturschaffenden selbst u.a. erfolgen (s.u.: Wie erfolgt das Antragsverfahren und das Auswahlverfahren?).

Die Beantragung läuft über das bereitgestellte Antragsformular mit den beizufügenden Antragsunterlagen. Die Anträge sind bis spätestens zum 26. Juli 2021 zu richten an das Kulturamt der Stadt Münster, Klemensstraße 10, 48143 Münster, kulturamt@stadt-muenster.de.

Eine Rückmeldung erfolgt voraussichtlich bis Mitte September.

Antragsformular zum Download:



Wer ist antragsberechtigt? Welche Voraussetzungen bestehen?

Antragsberechtigt sind

  • Freischaffende, professionelle Künstlerinnen und Künstler aller Sparten mit Hauptsitz und Arbeitsschwerpunkt in Münster,
  • die ihre künstlerische Arbeit im Haupterwerb betreiben,
  • die eine Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse oder berufsspezifischen Verwertungsgesellschaft (wie GEMA, VG-Wort, VG-Bild, GVL u.ä.) bzw. einem einschlägigen Künstlerverband nachweisen können,
  • die eine aussagekräftige künstlerische Biografie vorweisen und zwei Referenzen zum Nachweis ihrer künstlerischen Tätigkeit angeben können.

Was kann gefördert werden?

Gefördert werden künstlerische Vorhaben und Projekte sowie (ergebnisoffene) Recherchen, Labore oder konzeptionelle Vorhaben zur Generierung von Inhalten und zukünftigen Tätigkeiten, die auf die Weiterentwicklung der künstlerischen Aktivitäten ausgerichtet sind. Dazu gehört auch die Entwicklung oder die Umsetzung neuer kreativer Ansätze der Kunstvermittlung.

Beispiele für förderfähige Vorhaben: Formatentwicklung für die zukünftige Arbeit, Recherchearbeiten für künftige Projekte, Schreiben von Manuskripten und Konzepten, Komponieren sowie Vorhaben und Maßnahmen zur Qualifizierung der digitalen Arbeit oder Umsetzung.

Es können auch freischaffende und soloselbständige Künstlerinnen und Künstler ein kommunales Stipendium beantragen und erhalten, die sich bereits erfolgreich für ein Stipendium bei Bund und/oder Land beworben haben. Zu beachten ist allerdings, dass keine Projekte oder Vorhaben bezuschusst werden, die bereits durch ein Stipendienprogramm des Landes NRW oder des Bundes gefördert wurden. Eine entsprechende Bestätigung bzw. ein Nachweis darüber muss Bestandteil des Antrages sein.


Wie hoch ist die Fördersumme?

Das kommunale Stipendium wird einmalig in Höhe von 3.000 Euro gewährt. Mehrfachanträge sind nicht zugelassen.


Wie erfolgt das Antragsverfahren und das Bewilligungsverfahren?

Die Vergabeentscheidungen trifft das Kulturamt der Stadt Münster als bewilligende Stelle unter Beteiligung eines eigens eingerichteten unabhängigen Fachgremiums. Es wird eine Auswahl getroffen. Sollten so viele förderfähige Anträge eingehen, dass das zur Verfügung stehende Förderbudget überzeichnet wird, wird das Gremium eine Auswahl treffen.

Das Gremium wird bei seiner Einschätzung der Projektvorhaben insbesondere folgende Aspekte und Kriterien berücksichtigen:

Nachwuchssicherung:
Der bisherige künstlerische Ausbildungs- und berufliche Werdegang lassen eine ernsthafte Motivation einer künstlerisch-kulturellen Karriere in Münster, erste erfolgreiche Umsetzungen und erfolgversprechende Ansätze und Perspektiven erkennen.

Künstlerischen Relevanz für die Stadt:
Der bisherige künstlerische Ausbildungs- und berufliche Werdegang des Antragstellers lassen einen kontinuierlichen niveauvollen Beitrag und/oder eine starke Impulswirkung für die münstersche Kulturlandschaft und/oder überregionale Strahlkraft und Bedeutsamkeit erkennen.

Künstlerisches Potential, konzeptionelle Nachhaltigkeit und Perspektive auf Weiterentwicklung:
Das vorgesehene Projektvorhaben zeichnet sich durch eine künstlerische Qualität aus und dient in nachvollziehbarer Weise der konsequenten Weiterentwicklung des individuellen künstlerischen Schaffens und/oder der Umsetzung relevanter Vorhaben.

Ggf. auch Unterstützung von Eigeninitiative und Mitverantwortung mit Relevanz für die Stadt:
Das Konzept oder Projektvorhaben dient in besonderer Weise dem Nachdenken über Stadt und die Zukunft unserer Stadtgesellschaft sowie der Auseinandersetzung mit Fragen der Stadt- und Quartiersentwicklung. (z. B. das Erschließen raumspezifischer kultureller Nutzungen, das Ausloten dezentraler Angebote und Partnerschaften sowie Kooperations- und Mitgestaltungsprozesse im Schnittfeld von Stadt- und Quartiersentwicklung oder Baukultur, die Initiierung von Laborsituationen).

Relevanz einer Stipendienvergabe für den jeweiligen Antragsteller / die jeweilige Antragstellerin:
Der Erhalt eines kommunalen Stipendiums hat gegebenenfalls eine besondere Relevanz für die persönliche Situation der Antragstellerin / des Antragstellers. Ein solcher individueller Aspekt kann im Antrag verdeutlicht werden.


Wie erfolgt der Verwendungsnachweis / Tätigkeitsbericht?

Die Antragstellerin/der Antragsteller verpflichtet sich, ihre durch den Sonderfonds ermöglichte künstlerische Arbeit in Form eines Tätigkeitsberichtes zu dokumentieren und diesen dem Kulturamt der Stadt Münster unaufgefordert bis zum Jahresende 2021 zuzuleiten. Für die Dokumentation und für digital entstandene Präsentationen räumen die Projektträger der Stadt Münster Nutzungsrechte für eine Publikation kostenfrei ein. Im Übrigen verbleiben die Nutzungsrechte bei den Urheberinnen und Urhebern.


Rücknahme der Förderung

Die Förderzusage wird zurückgenommen, wenn Angaben nicht wahrheitsgemäß gemacht wurden und die Vergabe des Zuschusses somit zu Unrecht erfolgte oder wenn der Tätigkeitsbericht nicht bis zum Jahresende vorgelegt wird.


Datenschutz

Für die Abwicklung der Förderung ist die Erhebung und Verarbeitung personenbezogener Daten der Antragstellerin/des Antragstellers gemäß Art. 6 Abs. 1b Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) erforderlich, es erfolgt eine Information gemäß Art. 13 DSGVO. Die Bestimmungen des geltenden Datenschutzrechts sind für alle an der Abwicklung des Verfahrens beteiligte Personen und Stellen verbindlich.



 

Zusatzinfos

Kontakt

Kulturamt Münster
Stadthaus 1
Klemensstraße 10
48143 Münster

Telefon: 02 51/4 92-41 01
Fax: 02 51/4 92-77 52



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