Stadt Münster: Kulturamt - Solidaritätsfonds 2021

Seiteninhalt

Solidaritätsfonds 2021

Die Corona-Pandemie hat auch noch im Jahr 2021 massive Auswirkungen auf den Kulturbetrieb und die gesamte Kulturlandschaft. Auch weiterhin sind deutliche Einschränkungen in den Präsentationsbedingungen für Veranstaltungsstätten und Veranstalterinitiativen zu erwarten. Für die Kulturträger und Veranstaltungsstätten wird es eine große Herausforderung bleiben, den Betrieb durch die Corona-Zeit und damit verbundenen Einnahmeverluste aufrecht zu erhalten. Hier sind finanzielle Unterstützungen erforderlich.

Der Rat der Stadt Münster hat im Zuge der Etatbeschlüsse 2021 unter anderem auch ein Budget von 100.000 Euro als "Solidaritätsfonds" für 1.) freie Träger von Veranstaltungsstätten und freien Initiativen zur Verfügung gestellt, von dem mittelbar auch freischaffende Kulturschaffende aus Münster profitieren sollen.

Zudem soll daraus auch 2.) eine zusätzliche direkte Förderung von in Münster tätigen freischaffenden und soloselbständigen Künstlerinnen und Künstler erfolgen können.


1. Solidaritätsfonds für freie und private Träger von Veranstaltungsstätten und freie Initiativen

Abbildung eines Publikums

(Foto: Pixabay)

Dieser Unterstützungsfonds der Stadt Münster hat zum Ziel, einen Beitrag zur Stärkung und Stabilisierung freier nicht institutionell geförderter Kulturspielstätten und Kulturveranstalterinitiativen in diesen herausfordernden Zeiten zu leisten.

Davon ausgehend, dass aktuell und auch perspektivisch kaum Einnahmen durch Kulturveranstaltungen zu erreichen sind, will die Stadt Münster mit dieser Unterstützung gezielt dazu einladen und animieren, ein Veranstaltungsangebot aufrecht zu erhalten. Sie will helfen, wirtschaftlich und ökonomisch ansonsten kaum tragfähige Programme und Veranstaltungen realisieren zu können. Und sie möchte dabei insbesondere auch die freien Künstlerinnen und Künstlern aus Münster unterstützen, indem ihnen Auftritts- und Verdienstmöglichkeiten mit marktüblichen Honoraren geboten werden.


Wer ist antragsberechtigt? Welche Voraussetzungen bestehen?

Antragsberechtigt sind freie und privat getragene Spielstätten/Kulturträger sowie Kulturinitiativen mit Sitz bzw. Arbeitsschwerpunkt in Münster, die

  • Kulturpräsentation mit regelmäßigem Engagement Dritter als Hauptbetriebszweck haben,
  • ein kontinuierliches Veranstaltungsangebot vorhalten, in den vergangenen Jahren aufgewiesen haben und nachweislich in den kommenden Jahren fortführen wollen,
  • keine regelmäßige institutionelle Förderung der Stadt Münster erhalten und
    keine öffentliche Institution bzw. öffentlich getragene Einrichtung sind,
  • sich in einer Corona-bedingten wirtschaftlichen Notlage befinden und
    bis einschließlich Juli mindestens eine Veranstaltung mit professionell frei arbeitenden Künstlerinnen, Künstler oder Gruppen insbesondere aus Münster durchführen und dafür ein marktübliches Honorar an die Künstlerinnen und Künstler zahlen.

Bei diesen freien Trägern von Veranstaltungsstätten und Initiativen für kulturelle Veranstaltungen kann es sich z.B. um Theater, Musikclubs, Museen, Kleinkunstbühnen, Konzertveranstalter, Kulturzentren, Kulturvereine handeln.

Nicht in Betracht kommen Veranstaltungsstätten mit nichtkünstlerischem Kernbetriebszweck (Gastronomie, Hotels, Buchhandlungen, reine Diskothekenbetriebe etc.)


Was kann gefördert werden?

Gefördert werden Einzelveranstaltungen und Programme, bei denen überwiegend professionell frei arbeitende Künstlerinnen, Künstler oder Gruppen aus Münster beteiligt sind und diesen ein marktübliches Honorar gezahlt wird. Somit sollen auch auch Künstlerinnen und Künstler mittelbar vom "Solidaritätsfonds" profitieren, indem sie Aufführungsmöglichkeiten und damit auch Verdienstmöglichkeiten erhalten. Die Veranstaltungen sollen in der ersten Jahreshälfte 2021 (bis einschließlich Juli) realisiert werden.

Davon ausgehend, dass augenblicklich nicht jede Veranstaltung konkret als Präsenzveranstaltung vor Live-Publikum geplant werden kann, können auch Angebote in digitalen Formaten in Frage kommen.

Übernommen werden kann außerdem ein im Rahmen von überregionalen Förderverfahren erforderlicher Eigenanteil für die Realisierung von Programmen und Veranstaltungen, wenn dieser durch die Kultureinrichtung/Spielstätte aufgrund der Corona-Pandemie nicht leistbar ist und die Förderung im Sinne der Zukunftsfähigkeit relevant ist.


Wie hoch ist die Förderung?

Pro Spielstätte/Initiative kann im ersten Halbjahr 2021 ein Zuwendungsbetrag in Höhe von maximal 10.000 Euro gewährt werden.


Wie erfolgt das Antragsverfahren und Bewilligungsverfahren?

Die Beantragung läuft über das bereitgestellte Antragsformular mit den beizufügenden Antragsunterlagen (Projektbeschreibung und Ausgabe-/Einnahmekalkulation). Die Anträge sind bis spätestens zum 10. Mai 2021 zu richten an das Kulturamt der Stadt Münster, Klemensstraße 10, 48143 Münster, kulturamt@stadt-muenster.de

Sollten so viele förderfähige Anträge eingehen, dass das zur Verfügung stehende Förderbudget überzeichnet wird, wird das Kulturamt der Stadt Münster unter Beteiligung eines eigens gebildeten Fachgremiums eine Auswahl treffen.  

Antragsformular und Anlagen zum Download und Ausdruck:



Wie erfolgt die Abrechnung / der Verwendungsnachweis?

Bis spätestens zum 31. August 2021 ist dem Kulturamt der Stadt Münster ein Nachweis über die Verwendung der Mittel vorzulegen. Dabei sollen die Ist-Zahlen den im Antrag geltend gemachten Kalkulationspositionen gegenüber gestellt werden Die marktüblichen Honorarzahlungen an die beteiligten Künstlerinnen, Künstler oder Gruppen sind durch Vorlage von Belegen nachzuweisen.

Im Rahmen der Verwendungsnachweisprüfung können Mittel zurückgefordert werden, wenn sich die Förderung als nicht notwendig erweist (zum Beispiel durch Förderung Dritter) und eine Überkompensation besteht.

Der Zuschuss ist ebenfalls zurückzuzahlen, wenn die zugesagte(n) Veranstaltungen mit Künstlerinnen und Künstlern aus Münster aus Gründen, die der Zuschussempfänger zu vertreten hat, nicht stattfindet.


An wen können Rückfragen gerichtet werden?

Das Kulturamt empfiehlt, vorab eine Beratung in Anspruch zu nehmen, um die Antragstellung zu erleichtern.
kulturamt@stadt-muenster.de, Tel. 02 51/4 92-41 01 oder 02 51/4 92-41 03


2. Sonderfonds für Freischaffende Künstlerinnen und Künstler

Abbildung von einem Glas mit Pinseln

(Foto: Pixabay)

Von den eingeschränkten Produktions- und Präsentationsbedingungen sind auch die freischaffenden und soloselbständigen Künstlerinnen und Künstler in besonderer Weise betroffen. Es entfallen oder reduzieren sich nicht nur deutlich ihre Auftritts- und damit die Verdienstmöglichkeiten, sondern grundsätzlich die Möglichkeiten, ihr künstlerisches Arbeiten und Schaffen fortzusetzen.

Abhilfe schaffen hier Unterstützungsprogramme, die nicht ausschließlich produkt- bzw. ergebnisorientiert sind, sondern insbesondere auf die Weiterentwicklung der künstlerischen Aktivitäten ausgerichtet sind.

Mit den Stipendienprogrammen von Bund und Land NRW, von denen bereits im Jahr 2020 viele Künstlerinnen und Künstler aller Sparten profitieren konnten, wurden sinnvolle und effiziente Maßnahmen eingeleitet, die auch im Jahr 2021 ihre Fortsetzung finden. Insbesondere das Stipendienprogramm "Auf geht´s" des Landes NRW schafft niederschwellig und unbürokratisch Abhilfe. Das Programm wird im Jahr 2021 mit einem Gesamtvolumen von 90 Millionen Euro für ca. 15.000 Stipendien à 6.000 Euro fortgesetzt. Eine Antragsstellung ist voraussichtlich ab dem 12. April 2021 möglich (s. www.mkw.nrw/FAQ_Sofortprogramm).

Der kommunale Sonderfonds für freischaffende und soloselbständige Künstlerinnen und Künstler soll subsidiär zu den Programmen von Bund und Land NRW diejenigen unterstützten, die nachweislich unverschuldet durch das Förderraster fallen bzw. nicht von den Stipendienprogrammen profitieren konnten.


Wer ist antragsberechtigt? Welche Voraussetzungen bestehen?

Antragsberechtigt sind

  • Freischaffende, professionelle Künstlerinnen und Künstler aller Sparten mit Hauptsitz und Arbeitsschwerpunkt in Münster,
  • die ihre künstlerische Arbeit im Haupterwerb betreiben,
  • die eine Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse oder berufsspezifischen Verwertungsgesellschaft (wie GEMA, VG-Wort, VG-Bild, GVL u.ä.) bzw. einem einschlägigen Künstlerverband nachweisen können,
  • die eine aussagekräftige künstlerische Biografie vorweisen können
  • und 2021 nicht bereits durch Förderprogramme des Landes oder Bundes unterstützt wurden oder werden, da sie nachweislich unverschuldet durch das Förderraster fallen bzw. nicht von den Stipendienprogrammen profitieren konnten.

Was kann gefördert werden?

Gefördert werden künstlerische Vorhaben und Projekte sowie (ergebnisoffene) Recherchen, Labore oder konzeptionelle Vorhaben zur Generierung von Inhalten und zukünftigen Tätigkeiten, die auf die Weiterentwicklung der künstlerischen Aktivitäten ausgerichtet sind. Dazu gehört auch die Entwicklung oder die Umsetzung neuer kreativer Ansätze der Kunstvermittlung.

Beispiele für förderfähige Vorhaben: Formatentwicklung für die zukünftige Arbeit, Recherchearbeiten für künftige Projekte, Schreiben von Manuskripten und Konzepten, Komponieren sowie Vorhaben und Maßnahmen zur Qualifizierung der digitalen Arbeit oder Umsetzung.


Wie hoch ist die Fördersumme?

Das Stipendium wird einmalig in Höhe von 3.000 Euro gewährt. Mehrfachanträge sind nicht zugelassen.


Wie erfolgt das Antragsverfahren und das Bewilligungsverfahren?

Über die Vergabe des kommunalen Sonderfonds entscheidet das Kulturamt der Stadt Münster als bewilligende Stelle. Für die Antragstellung wird ab dem 1. Mai 2021 ein Formular auf der Website des Kulturamtes www.stadt-muenster.de/kulturamt zur Verfügung gestellt. Sollten so viele förderfähige Anträge eingehen, dass das zur Verfügung stehende Förderbudget überzeichnet wird, wird das Kulturamt der Stadt Münster unter Beteiligung eines eigens gebildeten Fachgremiums eine Auswahl treffen.


Wie erfolgt der Verwendungsnachweis / Tätigkeitsbericht?

Die Antragstellerin/der Antragsteller verpflichtet sich, ihre durch den Sonderfonds ermöglichte künstlerische Arbeit in Form eines Tätigkeitsberichtes zu dokumentieren und diesen dem Kulturamt der Stadt Münster unaufgefordert bis zum Jahresende 2021 zuzuleiten. Für die Dokumentation und für digital entstandene Präsentationen räumen die Projektträger der Stadt Münster Nutzungsrechte für eine Publikation kostenfrei ein. Im Übrigen verbleiben die Nutzungsrechte bei den Urheberinnen und Urhebern.


Rücknahme der Förderung

Die Förderzusage wird zurückgenommen, wenn Angaben nicht wahrheitsgemäß gemacht wurden und die Vergabe des Zuschusses somit zu Unrecht erfolgte oder wenn der Tätigkeitsbericht nicht bis zum Jahresende vorgelegt wird.


Datenschutz

Für die Abwicklung der Förderung ist die Erhebung und Verarbeitung personenbezogener Daten der Antragstellerin/des Antragstellers gemäß Art. 6 Abs. 1b Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) erforderlich, es erfolgt eine Information gemäß Art. 13 DSGVO. Die Bestimmungen des geltenden Datenschutzrechts sind für alle an der Abwicklung des Verfahrens beteiligte Personen und Stellen verbindlich.


 

Zusatzinfos

Kontakt

Kulturamt Münster
Stadthaus 1
Klemensstraße 10
48143 Münster

Telefon: 02 51/4 92-41 01
Fax: 02 51/4 92-77 52



Newsletter

Jetzt abonnieren... ...und Sie erhalten Informationen über aktuelle Themen und Veranstaltungen.
Hier abonnieren!


Kulturlinks