Stadt Münster: Vermessungs- und Katasteramt - Straßenname: Bodelschwinghstraße

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Straßennamen in Münster

Bedeutungen und Hintergründe


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Bodelschwinghstraße

Stadtbezirk   Münster-Hiltrup
Statistischer Bezirk   Hiltrup-Mitte
Lage  im Stadtplan

Entstehung   1958   23.06.1958
Amtsblatt   —   —

Benannt nach Friedrich von Bodelschwingh, (1834-1910), Gründer der Betheler Anstalten. Aus einer alten westfälischen Adelsfamilie stammend, wurde er zunächst Landwirt, begann 1854 mit dem theologischen Studium. 1858 Pfarrer der deutschen Gemeinde in Paris, 1864 in Dellwig bei Unna, übernahm er 1875 die Leitung des Diakonissenmutterhauses und der Heil- und Pflegeanstalt in Gadderbaum bei Bielefeld, die unter seiner Leitung als Betheler Anstalten zu einem Mittelpunkt der Inneren Mission und der diakonischen Arbeit wurden.
Quelle: Stadt Bochum, Bochumer Straßennamen, 1993

Die Väter und Söhne von Bodelschwingh
1831 kam Friedrich von Bodelschwingh in Tecklenburg zur Welt. Eigentlich wollte er - wie sein Vater - Landwirt werden, studierte dann aber Theologie. Sein Beruf brachte ihn in die Gegend von Bielefeld. Zu jener Zeit hatten engagierte Christen dort Häuser geschaffen, in denen kranke und behinderte Menschen gepflegt und betreut wurden. Als 34-jähriger Pfarrer begann Friedrich von Bodelschwingh, die bereits vorhandenen Einrichtungen auszubauen und zu koordinieren; und so war es sein Verdienst, dass der Grundstein für die größte evangelische Pflegeeinrichtung mit Ausbildungsstätten für fachkundiges Personal gelegt werden konnte.

Sein Sohn Friedrich Wilhelm trat in jeder Beziehung in seine Fußstapfen. Er war 1877 in Bethel geboren worden. Nach dem Studium der Theologie setzte er die Arbeit seines Vaters, der im April 1910 gestorben war, engagiert fort. Gleichzeitig übernahm er die Leitung der Diakonissenanstalt Sarepta. Die große Anerkennung, die ihm allgemein zuteil wurde, und die Sympathie, die man seiner Person und seinem Werk entgegenbrachte, zeigten sich auch darin, dass Vertreter der Evangelischen Landeskirche ihn 1933 für die Position des Reichsbischofs nominierten. Die Nationalsozialisten verhinderten dies jedoch und übertrugen statt seiner dieses Amt Ludwig Müller.

Dennoch setzte sich Friedrich Wilhelm von Bodelschwingh weiter für andere Menschen ein. Dem erbitterten Widerstand, der er gemeinsam mit dem Münsteraner Kardinal von Galen leistete, war es zu verdanken, dass die Nazis ihre Aktionen zur 'Tötung lebensunwerten Lebens' schließlich aufgeben mussten.

Nach seinem Tod im Jahre 1946 übernahm ein Neffe seines Vaters, Friedrich von Bodelschwingh, die Leitung der Anstalten. Geboren 1902 hatte auch er Theologie studiert. Seine berufliche Laufbahn führte ihn über Tübingen, Rostock, Zürich und Münster zurück an das Kandidaten-Konvikt in Bethel und an das Domstift in Berlin. Er war Bergmannspfarrer in Dortmund und Gemeindepfarrer in Schlüsselburg gewesen, bevor er 1943 zum Wehrdienst eingezogen wurde. 1946 übernahm er dann die Leitung der Bethel'schen Anstalten, denen er sich als Werk seiner Familie verpflichtet fühlte.

1967 veröffentlichte er seinen Predigtband 'Zeichen der Hoffnung'. Im selben Jahr wurde ihm anlässlich des hundertjährigen Jubiläums von Bethel das Große Verdienstkreuz mit Stern verliehen.

Seit 1990 wird die inzwischen weltweit bekannte Anstalt mit 120 verschiedenen Einrichtungen von einem Urenkel von 'Vater Bodelschwingh' geleitet.
Autorin: Veronika Schmitz
Quelle: Liselotte Funcke (Hrsg), Hagener Straßen erzählen Geschichte(n), Hagen 2001



Neben mehr als 110 Straßennamen aus dem Themenbereich katholisches Münster,  gibt es 14 Straßennamen nach Personen aus dem Bereich der evangelischen Kirche. Es sind die
Albert-Schweitzer-Straße, Bodelschwinghstraße, Bonhoefferstraße, Clemens-Theodor-Perthes-Weg, Dorothea-Petersmann-Weg, Ellen-Scheuner-Weg, Fliednerstraße, Jochen-Klepper-Straße, Junker-Jörg-Platz, Martin-Luther-Straße,
10
Martin-Niemöller-Straße, Paul-Gerhardt-Straße, Wichernstraße und die Wilhem-Spieker-Straße,


 

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Albersloher Weg 33
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Fax 02 51/4 92-77 55
 
katasteramt(at)stadt-muenster.de



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