Stadt Münster: Vermessungs- und Katasteramt - Straßenname: Domagkstraße

Seiteninhalt

Straßennamen in Münster

Bedeutungen und Hintergründe


nächster
vorheriger

Domagkstraße

Stadtbezirk   Münster-West
Statistischer Bezirk   Sentrup
Lage  im Stadtplan

Entstehung   1965   05.04.1965
Amtsblatt   14/1965   24.06.1965

Benannt nach Prof. Dr. Gerhard Domagk, (1895-1964), Mediziner, Forscher, Nobelpreisträger.

Foto

vergrößernDas Straßennamenschild

Gerhard Domagk, *30.10.1895 Lagow, †24.04.1964 Münster, Mediziner, Nobelpreisträger. Der aus dem brandenburgischen Lagow stammende Domagk entschied sich schon früh, Mediziner zu werden. In den Lazaretten des Ersten Weltkrieges in Russland sah er, dass die Ärzte den meisten Infektionskrankheiten hilflos gegenüberstanden.
1927, nach abgeschlossenem Studium, kam Domagk nach Wuppertal, wo man ihm die Leitung des Instituts für Experimentelle Pathologie und Bakteriologie der Bayer-Werke übertrug. Zwei Jahre später wurde ihm ein eigenes Forschungslabor eingerichtet. Hier machte er seit 1932, nach vielen Enttäuschungen, die ersten wichtigen Schritte hin zu einer wirksameren Chemotherapie.
Mit der Einführung der Sulfonamide in die Chemotherapie begann eine neue Epoche in der Bakterienbekämpfung. Zahlreichen Krankheiten, wie etwa der Lungenentzündung, der Gonorrhöe, der Mittelohrentzündung und dem Kindbettfieber nahm er mit seiner Entdeckung ihren Schrecken. Für seine Forschungen wurde er 1939 mit dem Nobelpreis geehrte, In den Nachkriegsjahren gelang es Domagk schließlich auch, ein wirksames Mittel gegen die gefürchtete Tuberkulose zu finden. Bis zum Ende seines Lebens befasste sich Domagk mit den Möglichkeiten einer Chemotherapie des Krebses.
Quelle: Detlef Fischer, Münster von A bis Z, Münster 2000

Gerhard Domagk deutscher Bakteriologe, *30.10.1895 Lagow/Mark Brandenburg, †24.04.1964 in Burgberg-Königsfeld/Schwarzwald
Neben dem Entdecker des Penicillins, Alexander Fleming, steht ebenbürtig jener Forscher, der die Sulfonamide in die Heilkunde einführte: Gerhard Domagk. Für seine epochemachenden Leistungen, insbesondere für die Entdeckung der antibakteriellen Wirkung des Prontosil, erhielt Domagk 1939 den Medizinnobelpreis.

Nachdem Domagk, der Sohn eines Lehrers, in Kiel das erste Semester des Medizinstudiums absolviert hatte, brach 1914 der Erste Weltkrieg aus. Domagk kämpfte als Freiwilliger an der Ostfront und war nach einer Verwundung als Sanitäter in den Lazaretten in Polen, Rußland, Ungarn, Serbien und Frankreich tätig. Nach Kriegsende setzte er sein Studium in Kiel fort, wo er 1921 beim Internisten Max Bürger (1885-1966) mit einer Arbeit über die Beeinflussung der Kreatininausscheidung durch Muskelarbeit promovierte.
Danach wurde Domagk Assistent in der Städtischen Krankenanstalt Kiel. In dieser Zeit beschäftigte er sich mit der Zusammensetzung des Herzmuskels bei verschiedenen Erkrankungen. Ein weiteres Interessengebiet des jungen Forschers war die Bakteriologie: Noch immer fehlten Medikamente gegen bakteriell verursachte Krankheiten wie z. B. Lungenentzündung. Auch die Gonorrhöebehandlung (Geschlechtskrankheit) und die Tuberkulosetherapie waren damals äußerst unbefriedigend.

Domagk suchte nach Möglichkeiten, die natürlichen Abwehrkräfte der Kranken zu stärken. Er hatte immer wieder beobachtet, dass Patienten mit Infektionskrankheiten bei sorgsamer Pflege und entsprechender ärztlicher Betreuung von selbst wieder gesund wurden. Besonders beeindruckte ihn das in der Forschung diskutierte Retikuloendotheliale System (RES), das durch Phagozytose (Aufnahme von Partikeln ins Innere einer Zelle) Fremdkörper und Zelltrümmer absorbierte und so für die Immunität des Organismus verantwortlich schien.
1924 habilitierte sich Domagk am Pathologischen Institut der Universität Greifswald mit einer Arbeit, die wegweisend wurde für die Erforschung der Chemotherapie bakterieller Infektionen. Domagk gelang der Nachweis, dass sich durch Infektion mit Staphylokokken im RES bei Mäusen die Aufnahme von Erregern (Phagozytose) induzieren läßt. Dem RES des infizierten Organismus wird es so ermöglicht, die Erreger abzuwehren.

1925 wechselte Domagk als Privatdozent an das Pathologische Institut der Universität Münster. Dort war er bis 1927 Erster Assistent, ab 1928 außerplanmäßiger Professor für Pathologie und Pathologische Anatomie und ab 1958 Ordinarius. 1927 wurde Domagk von den Bayer-Werken in Elberfeld (heute Wuppertal) zum Gründer und Leiter eines Instituts für experimentelle Pathologie ernannt. Dort nahm er die Suche nach bakterienschädigenden Substanzen auf. Forschungserfolge stellten sich jedoch erst ein, nachdem er sulfonamidhaltige Azofarbstoffe in die Experimente einbezogen hatte. Domagk erkannte die herausragenden Eigenschaften des Sulfanilamids, einer antibakteriell wirkenden Substanz, aus der er bald das erste Sulfonamid, Prontosil, entwickelte, das die Chemotherapie revolutionierte. Weitere Forschungsgebiete Domagks waren die Krebs- und die Tuberkulosetherapie.

Aufgrund seiner herausragenden Leistungen wurde Domagk 1939 der Nobelpreis für Medizin zugesprochen, dessen Entgegennahme die Nationalsozialisten ihm jedoch verwehrten. Erst 1947 konnte ihm die Auszeichnung übergeben werden. Nach Ausscheiden aus der industriellen Forschung kehrte Domagk an die Universität Münster zurück, wo er 1958 zum ordentlichen Professor ernannt wurde. Domagk wurde 1951 Ritter des Verdienstordens Pour le mérite, er war Ehrendoktor der Universitäten Münster, Gießen, Buenos Aires, Bologna, Lima und Córdoba, Mitglied der Royal Society und der British Academy of Science sowie Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Dermatologie.
Quelle: Harenberg, Lexikon der Nobelpreisträger, Dortmund 2000

Im Bereich der naturwissenschaftlichen Fachbereiche der Universität Münster gibt es eine Gruppe von Straßennamen, die an Naturwissenschaftler erinnern. Es sind die Corrensstraße, Domagkstraße, Mendelstraße, Röntgenstraße, Wilhelm-Klemm-Straße,


Gehört zum Thema:


 

Adresse, Anfahrt, Öffnungszeiten

Vermessungs- und
Katasteramt

Stadthaus 3
Albersloher Weg 33
48155 Münster

Tel. 02 51/4 92-62 01
Fax 02 51/4 92-77 55
 
katasteramt(at)stadt-muenster.de



Unsere Öffnungszeiten:

Montag bis Mittwoch: 8 - 16 Uhr
Donnerstag: 8 - 18 Uhr
Freitag: 8 - 13 Uhr


Weitere Informationen:

Bernhard Zimmermann
Tel. 02 51/ 4 92-62 42
ZimmermannBernhard(at)stadt-muenster.de