Stadt Münster: Vermessungs- und Katasteramt - Straßenname: Julius-Leber-Straße

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Straßennamen in Münster

Bedeutungen und Hintergründe


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Julius-Leber-Straße

Stadtbezirk   Münster-Mitte
Statistischer Bezirk   Aaseestadt
Lage  im Stadtplan

Entstehung   1960   25.07.1960
Amtsblatt   —   —

Julius Leber (1891-1945) Politiker und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime

Julius Leber gehörte zu den ersten und bedeutendsten Widerstandskämpfern gegen Hitler. In Bliesheim im Oberelsass wurde er als Sohn einer ledigen Magd geboren. Der Stiefvater arbeitete als Maurer. Seine hervorragenden Schulnoten verhalfen Leber zu einem Stipendium für die Oberrealschule Freiburg. Danach studierte er Volkswirtschaft und Geschichte in Straßburg und Freiburg. Bereits 1913 schloss er sich der Sozialdemokratie an.
Bei Kriegsbeginn 1914 meldete er sich freiwillig, wurde Leutnant und erhielt mehrere Auszeichnungen. Auch nach Kriegsende blieb er aktiver, allerdings im Gegensatz zu dem Großteil seiner Kollegen demokratisch eingestellter Offizier. Nach dem Kapp-Putsch vom März 1920, in dem Leber allein als republiktreuer Offizier gegen eine ganze Reichswehr-Garnison stand, nahm er seinen Abschied und promovierte in Freiburg zum Dr. rer. pol.
1921 trat Julius Leber eine Stelle als Redakteur beim sozialdemokratischen Lübecker Volksboten an und machte diesen zum Kampforgan gegen den erstarkenden Rechtsradikalismus. Innerhalb weniger Jahre wurde er zur dominierenden und von den Arbeitern verehrten Führungspersönlichkeit der Lübecker Arbeiterbewegung, gehasst und ausgegrenzt vom Bürgertum und von der politischen Rechten.
Leber wurde 1924 in den Reichstag gewählt, war zunächst im Steuer-Ausschuss, wandte sich dann der Wehrpolitik zu. Er gehörte zu denen, die den Bau des Panzerkreuzers gegen den starken Widerstand der Parteibasis befürworteten. Er wird zum militant antifaschistischen und republikanischen rechten Flügel der SPD gerechnet, zu dem auch der junge Kurt Schumacher zu zählen ist.
Der Lübecker Arbeiterjunge Willy Brandt sagte später aus, dass er von Leber wesentlich geprägt worden sei. Nach der Machtübernahme Hitlers begann für Leber eine lange Odyssee durch Gefängnisse und Lager des Dritten Reiches. Nach vielen vergeblichen Gesuchen seiner Frau wurde er 1937 endlich entlassen. In Berlin knüpfte er sofort Verbindungen zu sozialdemokratischen Widerstandskreisen. 1943 bekam er Kontakt zu den bürgerlichen und nationalkonservativen Widerstandsgruppen um den ehemaligen Leipziger Oberbürgermeister Carl Goerdeler und den Kreisauer Kreis um Helmuth Graf von Moltke.
Mitte 1944 nahm Leber auch Verbindung zu Mitgliedern des kommunistischen Widerstandes auf. Die Teilnehmer eines Treffens Lebers mit kommunistischen Widerständlern am 4. Juli 1944 wurden verraten und verhaftet.
Am 20. Oktober 1944 stand der Sozialdemokrat Julius Leber als einer der Verschwörer des am 20. Juli 1944 missglückten Attentatsversuchs auf Hitler vor dem Volksgerichtshof. Die Anklage lautete auf Landesverrat und Feindbegünstigung, Hochverrat und Nichtanzeige eines hochverräterischen Unternehmens. Am 5. Januar 1945 wurde das Todesurteil in Berlin-Plötzensee vollstreckt.
Autor: Wilfried Kramps
Quelle: Liselotte Funcke (Hrsg), Hagener Straßen erzählen Geschichte(n), Hagen 2001

  • Eintrag in der  Neuen Deutschen Biographie  Julius Leber

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