Stadt Münster: Vermessungs- und Katasteramt - Straßenname: Lambertikirchplatz

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Straßennamen in Münster

Bedeutungen und Hintergründe


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Lambertikirchplatz

Stadtbezirk   Münster-Mitte
Statistischer Bezirk   Dom
Lage  im Stadtplan

Entstehung   1898  
Amtsblatt   —  

Ansichtskarte vom Lambertikirchplatz 1964

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Benannt 1898 nach der Lambertikirche, nachdem der Platz vorher Lambertikirchhof geheißen hat.

Die Lambertikirche
Die Marktkirche St. Lamberti beherrscht den Straßenverlauf des Prinzipalmarktes an seinem Nordende. An gleicher Stelle gab es bereits 1140 einen ersten Kirchenbau und um 1270 einen zweiten. Die Kirche, wie wir sie im Wesentlichen heute kennen, entstand im 14. Jahrhundert. Sie gilt als eine der gelungensten Hallenkirchen Westfalens. Es war das Gotteshaus der selbstbewussten münsterschen Bürgerschaft, der Bürgerdom. Der neugotische, vom durchbrochenen Turm des Freiburger Münsters inspirierte Turm, stammt aus dem Jahre 1887. Vorher hatte die Kirche einen niedrigeren Turm mit einer Renaissancehaube. Im Inneren der Kirche setzt sich der mächtige Eindruck, den sie von außen macht, nicht fort. Das Kircheninnere wirkt feingliedriger, fast grazil. Schlanke Rundpfeiler stützen das Netzgewölbe der nach hinten hin schmaler werdenden Joche des Mittelschiffs. Sterngewölbe schmücken die Seitenschiffe und die Wände des Langhauses sind fast sämtlich in Fenster aufgelöst. Große Teile der Innenausstattung gingen im Krieg verloren. Die Steinfiguren der Apostel im Chor sind Arbeiten von J. Kroess (um 1600). Berühmt ist St. Lamberti durch die drei Eisenkäfige, die an der Südseite des Turmes hängen. In ihnen hat man 1536 die sterblichen Überreste der drei Führer der Wiedertäufer den Raben zum Fraße und allen unruhigen Geistern zu Mahnung überlassen.Es hängen die Originalkäfige am Turm, bei den drei im Stadtmuseum zu sehenden Käfigen handelt es sich um Nachbildungen.
Quelle: Detlef Fischer, Münster von A bis Z, Münster 2000

Die Bronzetafel an der Lambertikirche lautet:
Gegenüber der Domburg am Schnittpunkt alter Straßen gelegen, als Marktkirche der Fernkaufleute um das Jahr 1000 entstanden; erst im 12. Jh. Stadtkirche der Bürger mit fest umgrenztem Pfarrsprengel. Mehrere Vorgängerbauten. Heutige Kirche 1375 bis gegen 1470 als spätgotische, typisch westfälische Halle errichtet: nach Länge, Breite und Höhe etwa gleichlang, weiträumiger, schlanker und lichter Innenraum mit Haupt- und Nebenchor. Vorzügliches Fenstermaßwerk. Der Außenbau besonders an der Südseite und in den Chorpartieen ungewöhnlich reich gegliedert. Turm 1888/1889 im neugotischen Formen. - Schwere Kriegsschäden

Foto

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Der Patron der Pfarrkirche
Wann genau die Kirche am Prinzipalmarkt dem Heiligen Lambertus geweiht wurde, ist nicht bekannt. Lambertus war als Bischof von Lüttich in politische Auseinandersetzungen verwickelt gewesen und wurde von dem dortigen Graf Dodo im Jahre 705 oder 706 ermordet, weshalb er dort bald als Märtyrer verehrt wurde. Vermutlich brachten die Bischöfe Nithard oder Heinrich aus Lüttich, die Münster in den Jahren 1040 und 1090 besuchten, Reliquien dieses Heiligen in die Stadt und sorgten damit dafür, dass die Kirche nach Lambertus benannt wurde.
Quelle: Stadtarchiv Münster, Im Wandel der Zeit - 1200 Jahre Münster, Zwolle 2000, Seite 373

Der Türmer
Zwischen 22 und 5 Uhr in der Nacht ertönt alle halbe Stunde das Horn des Türmers von St. Lamberti. Der Wächter auf dem Turm ist eine uralte Tradition, die nachweislich bis auf das Jahr 1481 zurückgeht. Besonders zur frühen Erkennung von Feuersbrünsten war der Türmer auf seinem hohen Posten stationiert. Während der Nacht wohnt der Türmer in seinem kleinen Raum, den man dort oben eingerichtet hat, dem so genannten Turmwärterzimmer. Bis dorthin müssen 297 Stufen hinaufgestiegen werden. Die Stadt Münster hat sich ihre Verfügungsgewalt über den Lambertik-Kirchturm bis auf den heutigen Tag bewahrt. Noch im Jahre 1890, als der neue Turm gebaut wurde, heißt es in einem Vertrag mit der Kirchengemeinde: Auf Grund des seit Jahrhunderten bestehenden Verhältnisses räumt die Lambertipfarrgemeinde der Stadt Münster das dauernde Recht ein, auf dem neuen Kirchturm einen Wächter zur halten, eine Wachstube zu haben und die Brandglocke aufzuhängen. Außerhalb Münsters gibt es in ganz Europa nur noch zwei Städte, die sich einen Türmer leisten, Krakau und Nördlingen. Bisher wurde die Finanzierung des Türmers, der die Stadt jährlich immerhin einige zehntausend Mark kostet, noch von keiner Ratsfraktion in Frage gestellt.
Quelle: Detlef Fischer, Münster von A bis Z, Münster 2000


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