Stadt Münster: Vermessungs- und Katasteramt - Straßenname: Philippsweg

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Straßennamen in Münster

Bedeutungen und Hintergründe


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Philippsweg

Stadtbezirk   Münster-Südost
Statistischer Bezirk   Wolbeck
Lage  im Stadtplan

Entstehung   2018   19.06.2018
Amtsblatt   —  
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Foto

vergrößernStolperstein für Johanna Philipps in Wolbeck Neustraße 5

Benannt nach der jüdischen Familie Philipps.

 

In den 1880er Jahren zog Gustav Philipps, Metzgergeselle aus Oberhausen, nach Wolbeck, wohnte und arbeitete beim Metzger Michel Baumgarten, Neustraße 5. Im November 1891 heiratete er die Tochter Fanny Baumgarten. Nach Fannys frühem Tod heiratete Gustav deren Schwester Johanna Baumgarten. Die Familie hatte später fünf Kinder. Die Kinder gingen in Wolbeck zur Schule, nahmen am örtlichen Leben in Wolbeck teil und pflegten auch die Traditionen ihrer jüdischen Religion. Gustav übernahm die Metzgerei seines Schwiegervaters. Als mit Beginn der NS-Zeit die Bedrohungen auch in Wolbeck zunahmen, verließen die drei Töchter Jenny, Helene und Clara Wolbeck. Jenny emigrierte in die Niederlande. Dort heiratete sie Ari Cohen. Das Paar emigrierte 1937 nach Schweden. 1947 kehrten sie mit ihren Kindern nach Deutschland zurück und engagierten sich auch politisch für den Aufbau der DDR. Die Tochter Lene Philipps zog es nach Köln. Dort lernte sie Artur Salm kennen. Nach den Zerstörungen der Pogromnacht emigrierte das Paar nach Argentinien. Die Mutter Johanna Philipps (geb. Baumgarten) konnte erst 1939, 74 Jahre alt zu ihrer Tochter Clara Haase nach Amsterdam emigrieren. Nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen im Mai 1940 wurden Clara Haase und ihr Mann Samuel Haase sowie Johanna Philipps von Wester-bork aus in verschiedene Konzentrationslager deportiert und kamen dort um. Hermann Philipps wurde vom Sammellager Drancy (bei Paris) nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Quelle: Peter Schilling, Gudrun Beckmann-Kircher, Monika Simonsmeier, Spuren der Erinnerung an jüdische Familien in Wolbeck, Münster 2016, Seiten 130 bis 160


Sechs jüdische Familien in Wolbeck
In dem Baugebiet zwischen den Straßen Petersheide, Petersdamm und Am Steintor wurden die Straßen nach früheren jüdischen Familien in Wolbeck benannt. Diese Namen stehen beispielhaft für die jüdische Geschichte des Ortes. Jakob von Korbach war der erste nachweisbare Jude in Wolbeck. Die anderen Namen sind ebenfalls schon früh erwähnt. Die Familien waren über Generationen in Wolbeck ansässig oder Mitglieder der Familien haben sich um den Ort verdient gemacht. Die zeitliche Spanne reicht von der ersten Erwähnung bis in die NS-Zeit. Es sind die Straßennamen Baumgartenweg, Heilbronnweg, Hoffmannweg, Jacob-von-Korbach-Weg, Philippsweg und Weinbergweg

Im Stadtgebiet Münster gibt es elf weitere Straßennamen, die nach Menschen mit jüdischer Abstammung benannt sind:
Alfred-Flechtheim-Platz, Edith-Stein-Straße, Eli-Marcus-Weg, Einsteinstraße, Goldenbergstraße, Hedwig-Feibes-Weg, Helmut-Pins-Weg, Henny-Waldeck-Weg, Julius-Voos-Gasse, Reha-Mathel-Falk-Weg, Zwi-Schulmann-Weg
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Albersloher Weg 33
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Fax 02 51/4 92-77 55
 
katasteramt(at)stadt-muenster.de



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