Stadt Münster: Vermessungs- und Katasteramt - Straßenname: Regina-Protmann-Straße

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Straßennamen in Münster

Bedeutungen und Hintergründe


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Regina-Protmann-Straße

Stadtbezirk   Münster-Nord
Statistischer Bezirk   Kinderhaus-Ost
Lage  im Stadtplan

Entstehung   1969   27.01.1969
Amtsblatt   5/1969   27.02.1969

Benannt nach Regina Protmann, *1552, †18.01.1613 Braunsberg, Stifterin der Kongregation der Katharinenschwestern.

In der Nähe der Regina-Protmann-Straße liegt das Katharinenkloster am Ermlandweg. Die Verbindung der Katharinenschwestern zu Münster und besonders zu Kinderhaus besteht seit mehr als 50 Jahren. Der vor ungefähr 400 Jahren gegründete Orden hatte bis zum Ende des letzten Weltkrieges seinen Sitz in Braunsberg im Ermland. Dort befanden sich zuletzt die Generalleitung sowie das Provinzialat Ermland, der zweiten deutschen Ordensprovinz nach Berlin. Nach dem Einfall der Roten Armee zu Beginn des Jahres 1945 nach Ostpreußen und in das Ermland begannen Flucht, Verschleppung und Ausweisung der meisten Schwestern.
Der Anfang im Westen war schwer. Die Schwestern waren hier vor allem in der Flüchtlingsbetreuung und in Heilstätten tätig. Die Generalleitung des Ordens wanderte über Berlin (1945), Schloss Westerholt (1946), Ahlen (ebenfalls 1946) nach Schloss Krickenbeck am Niederrhein (1947). Von dort gelangte das Generalat am 2.01.1949 nach Münster, wo es in der früheren Villa Zimmermann in Kinderhaus eingerichtet wurde. Zwei Jahre später, im Jahre 1951 wurde es nach Rom, Grottaferrata verlegt, wo sein Sitz bis heute ist.
Auch die Schwestern der ehemaligen Provinz Ermland und das Noviziat fanden Unterkunft in der Villa Zimmermann, die für fünf Jahre angemietet wurde und sich schon bald als viel zu klein erwies. So plante man Anfang der 50er Jahre einen Neubau.
Er wurde im Jahre 1954 eingeweiht und übernahm die Provinzialleitung der Provinz Münster der Katharinenschwestern. Im Jahre 1983 schuf der münsterische Bildhauer Jakob Korsmeier ein beeindruckendes, in Bronze gegossenes Denkmal der Ordensgründerin, welches im Garten des Klosters am Ermlandweg in Kinderhaus aufgestellt ist.
Quelle: Kinderhaus auf einen Griff, Broschüre der Werbegemeinschaft Kinderhaus u.a., 2002

 

Regina Protmann: eine mutige Frau
Vor über 400 Jahren ist Regina Protmann am 18. Januar 1613 gestorben. Doch bis heute ist die engagierte Frau, die sich für Rechte und Bildung von Mädchen und Frauen einsetzte, nicht in Vergessenheit geraten. Zu verdanken ist das unter anderem den Katharinenschwestern, deren Ordensgründerin "Mutter Regina" - wie sie genannt wird - ist.

Im Alter von 19 Jahren hat sie die Gemeinschaft 1571 im Ermland in Polen gegründet. "Das war ein mutiger Schritt", berichtet Provinzoberin Schwester M. Ludgera Stolze. "Denn Frauen hatten damals eigentlich nichts zu sagen. Wer der Kirche dienen wollte, gehörte hinter Klostermauern." Doch das machte die junge Frau nicht, ihr Anliegen war es, selbst in Gemeinschaft mit anderen Frauen für andere etwas tun.

Wenn die Katharinenschwestern von der Arbeit und den Ideen von Regina Protmann erzählen, ist in jedem Satz Bewunderung und Begeisterung zu spüren. "Heute würden wir sie als Powerfrau bezeichnen" sagt Schwester M. Amanda, die zu der Gemeinschaft der Katharinenschwestern im Kloster am Ermlandweg gehört. "Regina war emanzipiert und hat früh erkannt, was getan werden muss." "Sie hatte ein starkes Gottvertrauen und alles, was sie gemacht hat, erledigte sie mit Liebe und Fürsorge für ihre Mitmenschen", berichtet eine andere Schwester.

Den 400. Todestag ihrer Gründerin wollen die Katharinenschwestern mit einem Fest begehen. "Es mag ein wenig seltsam anmuten, dass wir den Todestag feiern", erklärt Provinzoberin Schwester M. Ludgera Stolze. "Doch dieser Tag war für Mutter Regina der Beginn zum ewigen Leben - und das ist für uns ein Grund zur Freude."

Regina Protmann wurde 1552 in Braunsberg geboten. Ihr Vater sei Kaufmann gewesen und habe zu den angesehensten Familien im Ort gehört, berichtet Schwester M. Ludgera, die sich gerne wegen der Person Regina Protmann für ein Leben mit den Katharinenschwestern entschieden hat. Regina habe eine gute Ausbildung erhalten und sei klug gewesen. Sie habe eigene Entscheidungen getroffen, und es sei ihr Wunsch gewesen zu arbeiten. "Sie wollte mit anderen für Gott leben und ihn suchen", zitiert Schwester M. Ludgera aus einer Biografie.

Andere Frauen hätten sich ihr angeschlossen und alles, was sie von ihnen forderte, habe sie selbst auch getan. Regina habe eine Regel geschrieben, die für das Zusammenleben der Frauen galt. Für die Katharinenschwestern ist Regina Protmann ein Vorbild, dass sich in die heutige Zeit übertragen lässt: "Wir leben mit ihrem Charisma und ihrer Spiritualität."

Autorin: Marion Fenner
Quelle: Westfälische Nachrichten am 7. Januar 2013

 

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