Förderprogramm
Energieeinsparung und Altbausanierung - Programmteil 1: Altbausanierung

Fördergeber: Stadt Münster

Förderempfänger: private Eigentümer, Eigentümergemeinschaften und sonstige dingliche Nutzungsberechtigte von Wohngebäuden

Antragsunterlagen:

Stadt Münster, Umweltberatung
im CityShop, Salzstraße 21
48143 Münster
Tel. 4 92-6 7 67 (Mo 13 - 18 Uhr, Di - Do 10 -13 Uhr, 3. Sa/Monat 10-16 Uhr)
FAX 492-7737
umwelt@stadt-muenster.de

Förderfähige Maßnahmen:

Die Stadt Münster gewährt im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel der Stadt und nach Maßgabe der Richtlinie im Förderbereich 1 Fördermittel für die energetische Sanierung von Wohngebäuden im Stadtgebiet Münsters. (Im Förderbereich 2 wird die Energieeinsparung im Neubau- Qualitätssicherung gefördert. Die Neuinstallation von Batteriespeichersystemen in Kombination mit neuen Photovoltaikanlagen wird über den Förderbereich 3 bezuschusst.) Ein Rechtsanspruch auf Gewährung der Förderung besteht nicht. Die Bewilligungsstelle entscheidet nach Reihenfolge der Antragseingänge (Windhundprinzip) und pflichtgemäßem Ermessen im Rahmen der verfügbaren Mittel.

Förderbereich 1: Altbausanierung

Förderfähig sind bauliche Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden, die den Wärmeschutz wesentlich verbessern und nachhaltige Einsparungen von Heizenergie mit sich bringen.

Folgende Maßnahmen an den Außengebäudebauteilen sind unter Beachtung der angesetzten Mindeststandards mit den genannten Förderpauschalen (zum Teil in zwei Fördermittelstufen) je qm förderfähig:

Dach:
Die Dämmung der Dachflächen bzw. der obersten Geschossdecke sowie der Ausbau des Daches zu Wohnzwecken (wenn die Wohnfläche unter Berücksichtigung von Ziffer 2.1.1 der Richtlinien zum Zeitpunkt der Antragsstellung nicht größer als 150 m² ist) wird mit 10 € (oder 20 €) je qm gedämmter Fläche gefördert, wenn der Wärmedurchgangskoeffizient den Wert von U = 0,20 W/m²K (oder U = 0,15 W/m²K) erreicht.
Beim Dach ist auf die Luftdichtigkeit und geeignete dampfbremsende Schichten zu achten.

Fenster:
Der Einbau neuer Fenster wird mit 20 € (oder 30 €) je qm gesamter Fensterfläche (Glas und Rahmen) gefördert, wenn diese den Wert von UW,BW = 1,0 W/m²K (oder UW,BW = 0,8 W/m²K) für Glas und Rahmen erreichen. Ein thermisch getrennter Glasrandverbund muss eingebaut werden. Das Fenster muss dauerhaft luftdicht eingebaut werden.

Aussenwanddämmung:

Innenwanddämmung:
Die Dämmung der Innenwände wird mit 20 € je qm gedämmter Fläche gefördert, wenn der Wärmedurchgangskoeffizient den Wert von U = 0,45 W/m²K erreicht. Die geförderte Fläche wird mit Außenmaßbezug gemäß EnEV-Berechnung ermittelt, die ggf. erforderliche Flankendämmung wird gleichermaßen gefördert.

Kellerdecke:
Die Dämmung der Kellerdecke wird mit 5 € (oder 10 €) je qm gedämmter Fläche gefördert, wenn der Wärmedurchgangskoeffizient den Wert von U = 0,25 W/m²K (oder U = 0,25 W/m²K) erreicht. Die Dämmung der Kellerdecke kann nur in Verbindung mit anderen Maßnahmen gefördert werden.

Lüftungsanlage:
Der Einbau einer energiesparenden Lüftungsanlage mit mindestens 80 % Wärmerückgewinnung und einer maximalen spezifischen Leistungsaufnahme von 0,45 Watt je Kubikmeter und Stunde wird je Wohneinheit mit 500 € gefördert. Ein Zuschuss von maximal 5.000 € je Antrag ist möglich.

Luftdichtheitsprüfung:
Für die Durchführung von Blower-Door-Messungen (Luftdichtheitsprüfung) wird pauschal ein Zuschuss in Höhe von 250 € gewährt. Die Messung ist nach der Prüfnorm DIN EN 13829 durchzuführen. Im Anschluss an die Blower-Door-Messung erfolgt eine Protokollierung der Leckagen und die Ausstellung des Prüfzertifikats mit Messprotokoll. Die Förderung erfolgt nicht als Einzelmaßnahme sondern ausschließlich in Kombination mit einer anderen Fördermaßnahme.

Bauphysikalische Begleitung:
Die Ausführung einer Innenwanddämmung ist bauphysikalisch durch eine/n anerkannte/n Sachverständige/n für Schall- und Wärmeschutz zu begleiten. Die Begleitung muss folgende Punkte beinhalten: Prüfung des Wandaufbaus vor Ort, Berechnung kritischer Bauteilanschlüsse (z.B. Wärmebrückenberechnung flankierender Bauteile, Fensterlaibungen) und Bestätigung der bauphysikalischen Unbedenklichkeit des Wandaufbaus (Tauwasserfreiheit in der Fläche) bei ordnungsgemäßer Beheizung und Belüftung des Gebäudes nach Fertigstellung der Maßnahme. Der Förderbetrag für die Baubegleitung beträgt 50 % des Rechnungsbetrags, maximal jedoch 500 €.

Zusätzliche Förderung bei Verwendung ökologischer / umweltfreundlicher Dämmstoffe:
Für den Einbau umweltfreundlicher Dämmstoffe beträgt der angesetzte Fördersatz 10 €/m² Bauteilfläche bei Einhaltung der unter 3.3.1 der Richtlinie genannten U-Werte und wird ergänzend zu den dort genannten Förderbeträgen gezahlt. An umweltfreundliche Baustoffe werden folgende Anforderung gestellt: Zertifizierung mit dem "natureplus®-Qualitätszeichen" oder Kennzeichnung "Blauer Engel". Werden umweltfreundliche Dämmstoffe in fachlich sinnvoller Kombination mit anderen Dämmstoffen eingebaut, so wird der zusätzliche Fördersatz ab einem Anteil von 80 % des wärmedämmenden Bauteilaufbaus in voller Höher gezahlt. Werden weniger als 80 % der Bauteilfläche mit umweltfreundlichen Baustoffen ausgeführt, so gelten die unter Punkt 3.3.1 der Richtlinie genannten Fördersätze.

Förderbedingungen:

Voraussetzung für eine Förderung ist das Erreichen eines Mindestfördervolumens von 300 Euro für ein Ein-/Zweifamilienhaus und 600 Euro für ein Mehrfamilienhaus (drei und mehr Wohnungen) für die Sanierung (ohne Bonus und ohne Förderanteil Lüftungsanlage und Blower-Door-Messung).

Bemessungsgrundlage für die Bewilligung der Zuschüsse ist der detaillierte, für die Ausführung der Maßnahmen verbindliche Kostenvoranschlag mit Angabe der zu sanierenden Bauteilflächen, der verwendeten Dämmmaterialien und der geforderten Mindestqualitätsstandards der Bauteile oder der Lüftungsanlage, sowie das Energiespargutachten mit dem Energieausweis für das Gebäude.

Der Kostennachweis des ausführenden Handwerksbetriebes muss erkennen lassen, welche Energiesparmaßnahmen (mit Angabe der sanierten Bauteilflächen, der verwendeten Dämmmaterialien und des erreichten Qualitätsstandards der sanierten Bauteile in W/m²K) durchgeführt worden sind. Die an dem Wohngebäude durchgeführten Energiesparmaßnahmen müssen in einem neuen Energiebedarfsausweis dokumentiert werden, der mit den Kostennachweisen einzureichen ist.

Eine Kumulierung der städtischen Fördermittel mit Mitteln Dritter (z.B.: Zuschüsse oder Darlehen aus dem Programm KfW-Energieeffizient Sanieren) ist grundsätzlich möglich.

Der Steuerbonus entfällt: Für im vorliegenden Programm geförderte Maßnahmen ist ab 2011 eine steuerliche Absetzbarkeit (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen) gemäß § 35a Abs. 3 EStG (Einkommenssteuergesetz) im Privathaushalt ausgeschlossen.

Nicht Förderfähig:

Fördermittel:

Folgende Fördersummen (geforderte U-Werte zur jeweiligen Förderstufe s.oben) werden gewährt:

Bonusregelung:
Bei der Durchführung von zwei oder mehr ganzheitlichen Dämmmaßnahmen (mindestens 90 % der gesamten jeweiligen Bauteilfläche werden energetisch saniert) wird ein zusätzlicher Bonus von 750 € für ein Ein- bzw. Zweifamilienhaus und 1.250 € für ein Mehrfamilienhaus gewährt. Die Dämmung der Kellerdecke wird für den Erhalt des Bonus nicht berücksichtigt.

Anmerkung für private Denkmaleigentümer:
Die städtische Denkmalpflege berät private Denkmaleigentümerinnen und -eigentümer und unterstützt im Jahr 2019 auch finanziell bei kleineren Pflegemaßnahmen an Denkmälern - wie z.B.: Aufarbeitung historischer Fenster, Restaurierung des Baumberger Sandsteins oder Erhaltung von historischen Stuckdecken.
Zur städtischen Denkmalbehörde für fachliche Beratung und zur Antragstellung

Sonstiges:

Eine Beratung zum Förderprogramm und zur Erstellung des geforderten Energieausweises für Ihr Haus (jeweils kostenfrei und ohne Anmeldung) bieten:

Die Anträge auf Bewilligung der Fördermittel sind auf den vorgedruckten aktuellen Formblättern schriftlich beim Amt für Wohnungswesen zu stellen. Dem Antrag sind die Unterlagen über die Energiesparberatung-Vor-Ort (gemäß Richtlinie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie) mit Energieausweis sowie der verbindliche Kostenvoranschlag (mit Angabe der zu sanierenden Bauteilflächen, der verwendeten Dämmmaterialien und der geforderten Mindeststandards) beizufügen.

Die Mitglieder im "Energieberater Netzwerk Münster" verpflichen sich zur Einhaltung bestimmter, von der Stadt Münster erarbeiteter Qualitätsstandards. Sie bieten die Erstellung eines ausführlichen Energiespargutachtens und eines Energiebedarfsausweis für das Gebäude an.

Zum "Energieberater Netzwerk Münster"

Zur Förderprogramm-Richtlinie

Zum Antragsformular "Förderung der Altbausanierung"

Stand der Informationen: 22.10.2019

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