Förderprogramm
Marktanreizprogramm: Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt

Fördergeber: Bund

Förderempfänger: Privatperson; Unternehmen; Kommune; Öffentliche Einrichtung; Verband/Vereinigung

Antragsunterlagen:

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
Frankfurter Straße 29-35
65760 Eschborn/Ts
Tel. 0 61 96-908-625
FAX 0 61 96/908-800

Förderfähige Maßnahmen:

Der Bund fördert Maßnahmen zur Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt im Marktanreizprogramm (MAP). Mitfinanziert werden die Errichtung oder Erweiterung von

Link zur MAP-Startseite "Heizen mit erneuerbaren Energien"

Es bestehen zwei alternative Förderverfahren
Das BAFA vergibt Investitionszuschüsse, die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Bankengruppe) gewährt zinsverbilligte Darlehen und teilweise Tilgungszuschüsse:

Zusatzförderung für die Sanierung von Heizungen "Anreizprogramm Energieeffizienz" (APEE):
Seit dem 1.1.2016 gibt es mit dem APEE einen Zusatzbonus für den Austausch ineffizienter Altanlagen durch moderne Heizungen in Kombination mit einer Optimierung des gesamten Heizungssystems. Mit dem APEE ergänzt die Bundesregierung das Marktanreizprogramm des BAFA (MAP) und 2 Förderprogramme der KfW: Nr. 430 (Energieeffizient Sanieren - Investitionskostenzuschuss) und Nr. 271 (Erneuerbare Energien - Premium). Sie sind antragsberechtigt, wenn Sie auch im Rahmen des Marktanreizprogramms über eine Antragsberechtigung verfügen und einen Förderantrag nach den MAP-Richtlinien stellen. Das gilt für Vorhaben, die ab dem 1. Januar 2016 in Betrieb genommen werden. Für die Ersetzung bzw. solarthermische Modernisierung einer ineffizienten Altanlage erhalten Sie einen Zusatzaufschlag von 20% auf den im Rahmen der MAP-Richtlinie für die Installation der neuen Anlage bewilligten Zuschuss (Die Zusatzförderung nach dem APEE ist nicht kumulierbar mit dem Optimierungsbonus nach den MAP-Richtlinien). Einen weiteren einmaligen Investitionszuschuss von 600 Euro erhalten Sie für die Umsetzung aller erforderlichen Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz am Heizungssystem. Die Zusatzförderung können Sie direkt mit dem jeweiligen Antragsformular (Solarthermie, Biomasse oder Wärmepumpe) beantragen. Ein separates Formular hierzu gibt es nicht.

Was wird gefördert?

Was wird gefordert?

Die zu ersetzende Heizungsanlage muss auf Basis fossiler Energien (z. B. Gas oder Öl) betrieben worden sein und diese darf keine Brennwerttechnik oder Brennstoffzellentechnologie genutzt haben. Weiterhin darf kein Fall der gesetzlichen Austauschpflicht nach §10 der Energieeinsparverordnung (EnEV) vorliegen. Zusätzlich zum Austausch der alten Anlage oder zum Einbau der Solarthermieanlage muss das gesamte Heizungssystem optimiert werden. Dabei sind folgende Schritte durchzuführen:

Link zum Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE):

Förderbedingungen:

Eine Förderung nach diesen Richtlinien kann nur für Anlagen gewährt werden, die der Wärme- oder Kältebereitstellung überwiegend innerhalb der Bundesrepublik Deutschland dienen. Wenn im Einzelfall keine andere Regelung getroffen wurde, müssen die Anlagen dazu bestimmt sein, Wärme oder Kälte für Gebäude bereitzustellen, in denen zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme bereits seit mehr als zwei Jahren ein anderes Heizungs- bzw. Kühlsystem installiert ist (Gebäudebestand), das ersetzt oder unterstützt werden soll. Eine Förderung in Neubauten ist nicht möglich; hiervon ausgenommen sind der Bereich der Innovationsförderung und die Förderungen nach Nummer V der Richtlinie.

Die geförderte Anlage muss mindestens sieben Jahre zweckentsprechend betrieben werden. Um einen zweckentsprechenden Betrieb handelt es sich nur, wenn die geförderte Anlage innerhalb dieses Zeitraums nicht stillgelegt und bei einer Veräußerung der Erwerber auf diese Pflicht hingewiesen wird, ausgenommen sind geförderte Tiefengeothermiebohrungen nach den Nummern V.2.1.2. und V.2.2.2. der Richtlinie. Um einen zweckentsprechenden Betrieb handelt es sich auch, wenn bei einer geförderten Tiefengeothermieanlage der Verwendungszweck geändert wird. Voraussetzung ist, dass der neue Verwendungszweck gemäß Nummer V.2. zugelassen ist und die KfW dieser Erweiterung zugestimmt hat.

Neuerungen im Marktanreizprogramm zum 1.4.2015:
Seit dem 1.4.2015 gilt die novellierte Richtlinie mit insbesondere folgenden Neuerungen (Weitere Änderungen am 21.12.18):

Kumulation:

  1. Die Förderungen nach diesen Richtlinien sind untereinander kumulierbar, sofern im Einzelnen andere Regelungen nicht getroffen wurden. Eine Kumulierung mit anderen öffentlichen Förderungen ist zulässig, sofern im Einzelnen andere Regelungen nicht getroffen wurden.
  2. Die Förderung nach diesen Richtlinien ist mit einer Förderung aus den im Rahmen des CO 2-Gebäudesanierungsprogramms aufgelegten KfW-Programmen nur bei folgenden KfW-Produkten kumulierbar: Energieeffizient Bauen (Produkt-Nr. 153) und Energieeffizient Sanieren - Ergänzungskredit (Produkt-Nr. 167).
  3. Bei Maßnahmen, die in Form von Investitionszuschüssen über das BAFA gefördert werden, darf die Gesamtförderung höchstens das Doppelte des nach diesen Richtlinien gewährten Förderbetrags betragen (insbesondere bei Inanspruchnahme ergänzender Förderprogramme der Bundesländer). Für den Fall, dass diese Höchstgrenze überschritten würde, werden die Fördermittel des Bundes auf die vorstehende Förderhöchstgrenze gekürzt.
  4. Die Gesamtförderung der nach Maßgabe dieser Richtlinien gewährten Förderung darf bei sämtlichen Maßnahmen die zulässigen maximalen Beihilfeintensitäten der Europäischen Union nicht überschreiten. Weitere Ausführungen: s. Richtlinie.

Der Steuerbonus entfällt: Für im vorliegenden Programm geförderte Maßnahmen ist eine steuerliche Absetzbarkeit (Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen) gemäß § 35a Abs. 3 EStG (Einkommenssteuergesetz) im Privathaushalt ausgeschlossen.

Zusatzförderungen: Bonusförderungen und Optimierungsmaßnahmen:

Kesseltauschbonus 500 €:
Bei Errichtung einer thermischen Solaranlage zur kombinierten Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung, solaren Kälteerzeugung oder zur Bereitstellung von Prozesswärme und gleichzeitigem Tausch eines Heizkessels ohne Brennwerttechnik gegen einen Brennwertkessel auf Basis Öl oder Gas kann der Kesseltauschbonus gewährt werden. Weitere Voraussetzungen für die Gewährung des Kesseltauschbonus: s. Richtlinie

Kombinationsbonus 500 €:
Eine Gewährung ist nur möglich, wenn gleichzeitig mit der Erstinstallation einer thermischen Solaranlage eine förderfähige Biomasseanlage oder eine förderfähige effiziente Wärmepumpe errichtet wurde. Für beide Anlagen müssen getrennte Zuschussanträge beim BAFA gestellt werden. Weitere Voraussetzungen für die Gewährung des regenerativen Kombinationsbonus: s. Richtlinie

Gebäude-Effizienzbonus: zusätzlich 0,5 x Basis- oder Innovationsförderung:
Der Effizienzbonus kann nur für Anlagen in effizient gedämmten Wohngebäuden gewährt werden. Weitere Voraussetzungen: s. Richtlinie

Optimierungsmaßnahme:
Zusatzförderung für Einzelmaßnahmen zur energetischen Optimierung der Heizungsanlage und der Warmwasserbereitung in Bestandsgebäuden. Zeitgleich mit der Errichtung: 10% der Nettoinvestitionskosten und nachträglich nach 3-7 Jahren: 100 - max. 200 €. Nachträglich nach mindestens 1 Jahr: Wärmepumpencheck bis 250 €. Weitere Voraussetzungen: s. Richtlinie

Antragstellung und Fristen:
Seit dem 1.1.2018 müssen alle Förderanträge für Solarthermie-, Biomasse- und Wärmepumpenheizungen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) vor der Auftragsvergabe eingereicht werden. Nach Abschluss der Maßnahmen ist ein Verwendungsnachweis einzureichen, bevor das Bundesamt den Zuschuss auszahlt. Bislang galt dieses zweistufige Antragsverfahren nur für Freiberufler und Unternehmen, während Privatleute und Kommunen Anträge auf Basisförderung bis zu 9 Monate nach der Inbetriebnahme zusammen mit allen Unterlagen einreichen konnten.

Zur Richtlinie vom 11.03.2015 (geändert am 21.12.2018)

Nicht Förderfähig:

sind:

1. Eigenbauanlagen und Anlagen, die in weniger als vier Exemplaren betrieben werden oder betrieben worden sind (Prototypen). Bei der Innovationsförderung sind Ausnahmen möglich.

2. Gebrauchte Anlagen und Anlagen mit wesentlich gebraucht erworbenen Anlagenteilen.

3. Energieerzeugungsanlagen, die eine Vergütung nach dem Gesetz für den Ausbau Erneuerbarer Energien Erneuerbare-Energien-Gesetz vom 21.7.2014 (BGBI. I S. 1066), das durch Artikel 1 des Gesetzes vom 22.12.2014 (BGBI. I S. 2406) geändert worden ist oder nach dem Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz vom 19.3.2002 (BGBI. I S. 1092), das zuletzt durch Artikel 13 des Gesetzes vom 21.7.2014 (BGBI. I S. 1066) geändert worden ist erhalten können. Von dieser Regel ausgenommen sind Tiefengeothermieanlagen zur kombinierten Strom- und Wärmeerzeugung, Biomasseanlagen zur kombinierten Strom- und Wärmeerzeugung, die Förderung von photovoltaisch-thermischen Kollektoren in Kombination mit Wärmepumpen und Biogasleitungen, sofern das transportierte Biogas einer KWK-Nutzung zugeführt wird.

Fördermittel:

Die folgenden Maßnahmen können als teilfinanzierte Projektförderung mit Festbeträgen durch nicht rückzahlbare Zuschüsse im Marktanreizprogramm gefördert werden:

zu 1. Solarkollektoranlagen:
Bezuschusst werden Investitionen zur Errichtung oder Erweiterung von Solarkollektoranlagen zur:

BAFA-Förderübersichten zur Förderung von Solarthermieanlagen

zu 2. Kleine Biomasse-Anlagen:
Gegenstand der Förderung sind die Errichtung oder Erweiterung von effizienten und emissionsarmen Biomasseanlagen für die thermische Nutzung von 5 bis einschließlich 100 Kilowatt (kW) Nennwärmeleistung in Gestalt von automatisch beschickten Anlagen zur Verbrennung von fester Biomasse oder besonders emissionsarmen Scheitholzvergaserkesseln auf der Basis nachwachsender Rohstoffe. Zu den förderfähigen Anlagen zählen:

Von der Förderung ausgeschlossen sind:

BAFA-Übersichten zur Förderung von Biomasseanlagen

zu 3. Effiziente Wärmepumpen:
Mit einer Wärmepumpe können Sie die erneuerbare Wärme aus Wasser, Luft und Erde nutzen und von attraktiven Zuschüssen profitieren. Zuschüsse werden gewährt für die Errichtung von effizienten Wärmepumpen bis einschließlich 100 Kilowatt Nennwärmeleistung zur:

Nicht förderfähig sind Luft/Luft-Wärmepumpen sowie sonstige Wärmepumpen, die die erzeugte Wärme direkt an die Luft übertragen und Wärmepumpen zur ausschließlichen Warmwasserbereitung (Warm- bzw. Brauchwasserwärmepumpen).

Wärmepumpenförderung im Neubau: Bitte beachten Sie, den Antrag auf Förderung einer Wärmepumpe im Neubau vor Vorhabensbeginn zu stellen. Anlagen im Neubau können nur im Rahmen der Innovationsförderung bezuschusst werden. Es sind höhere technische Anforderungen als in der Basisförderung zu erfüllen.

BAFA-Übersichten zur Förderung von Wärmepumpen

zu 4. Visualisierungsmaßnahmen:
Visualisierungsmaßnahmen sind Vorhaben, die darauf abzielen, den Ertrag der jeweiligen Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien anzuzeigen oder deren Technologie zu veranschaulichen (z. B. elektronische Anzeigetafeln in allgemein zugänglichen Räumen). Unter Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien fallen in diesem Zusammenhang Photovoltaikanlagen, Solarthermieanlagen, Anlagen zur Verbrennung fester Biomasse, Windkraftanlagen, Wärmepumpenanlagen, Biogasanlagen und Wasserkraftanlagen.

Einen Zuschuss von bis zu 1.200 Euro können Sie für Anlagen (Hard- inklusive Software) zur Visualisierung des Ertrags Erneuerbarer Energien beantragen, sofern diese in folgenden Standorten zu errichten sind:

Hinweise zum Antragsverfahren: Den Antrag für die Visualisierung müssen Sie vor Abschluss eines Lieferungs- und / oder Leistungsvertrages auf dem vorgeschriebenen aktuellen Formular stellen.

Zur Fördermittelübersicht und zum Förderantrag "Visualisierungsmaßnahmen"

Nachträgliche Optimierung bereits geförderter Anlagen

Weitere Informationen / Formulare zur Optimierung bereits geförderter Anlagen

Zusatzförderung - Gebäudeeffizienzbonus
Wenn im Fördertatbestand vorgesehen, kann - außer im Neubau und bei Nichtwohngebäuden - ein Gebäude-Effizienzbonus in Höhe von bis zu 50% der jeweiligen Basisförderung bzw. Innovationsförderung gewährt werden, wenn die Anlage in einem effizienten Wohngebäude errichtet wird. Effizient im Sinne dieser Vorschrift sind Wohngebäude, die die Anforderungen an ein KfW-Effizienzhaus 55 erfüllen (Produkt-Nr. 151/152). Es sind die zur KfW-Förderung notwendigen Online-Bestätigungen eines zugelassenen Sachverständigen vorzulegen.

Sonstiges:

Förderung durch das KfW-Programm "Erneuerbare Energien, Programmteil Premium"
Im Rahmen des KfW-Programms Erneuerbare Energien kann die KfW Zinsverbilligungen und Tilgungszuschüsse für folgende Maßnahmen gewähren.

  1. Große Biomasse-Anlagen
  2. Tiefengeothermieanlagen
  3. Große effiziente Wärmepumpen
  4. Nahwärmenetze
  5. Große Solarkollektoranlagen in der Innovationsförderung
  6. Große Wärmespeicher in der Innovationsförderung
  7. Biogasleitungen für unaufbereitetes Biogas in der Innovationsförderung

Zur aktuellen MAP-Förderrichtlinie (Programmteil Premium = Punkt V)

Hinweis: Förderpaket Solarstrom für Schulen und Sportvereine vom deutschen Solarstromkonzern SolarWorld. Die rd. 45.000 Schulen und über 90.000 Sportvereine in Deutschland verfügen über viele geeignete Dächer für eine saubere Energieerzeugung. Das Unternehmen zahlt für den Bau von Solarstromanlagen auf Schul- und Vereinsdächern nicht nur eine Solarprämie von bis zu 2.000 Euro, sondern zusätzlich ein kostenloses Kommunikationspaket, welches aus einem Suntrol Anzeigedisplay und dem Zugang zum Suntrol Internetportal besteht. Ein speziell für Schulen geschaffenes Informationspaket bringt das Thema zusätzlich in den Unterricht. Weitere Informationen zu den Förderpaketen der SolarWorld unter: Telefonnummer 0228-55920-220, den SolarWorld Internetseiten unter www.solarworld.de/vereine und www.solarworld.de/schulen

Hinweis zu KWK-Anlagen:

Kraft-Wärme-Kopplung-Anlagen (KWK-Anlagen) erzeugen Strom und Nutzwärme gekoppelt, d. h. gleichzeitig in einem Prozess. Hierdurch kann der eingesetzte Brennstoff sehr viel effizienter genutzt werden als bei der herkömmlichen Produktion in getrennten Anlagen. Da geringere Brennstoffmengen verbraucht werden, fallen auch weniger klimaschädliche CO2-Emissionen an. Die Anlagen werden mit Investitionskostenzuschuss und zusätzlich einem Zuschlag für den erzeugten Strom aus dem Mini-KWK-Impulsprogramm gefördert.

Stand der Informationen: 24.05.2018

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