Stadt Münster: Stadtentwicklung - Gewerbe

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Räumliche Stadtentwicklung

Gewerbeflächenentwicklung: den Standort Münster stärken

Die Stadt Münster ist mit deutlich über 150.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort Münster der regionale Arbeitsplatzschwerpunkt im Münsterland. Die Wirtschaftsstruktur der Stadt Münster wird dabei zwar klar vom Dienstleistungssektor geprägt, aber auch Gewerbe- und Industrieunternehmen sind ein basaler Bestandteil des Wirtschaftsstandortes in Münster und wichtiger Arbeitgeber. Zudem gibt es eine starke Vorleistungsverflechtung zwischen dem Gewerbe-/Industriesektor und dem Dienstleistungssektor. Nur gemeinsam können Industrie- und Dienstleistungsunternehmen innovative Güter und Dienstleistungen an den Markt bringen und letztlich werden durch neue Arbeitsplätze in der Industrie neue Arbeitsplätze in Dienstleistungsunternehmen initiiert. Voraussetzung für eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik der Stadt Münster ist die Verfügbarkeit über attraktive Industrie- und Gewerbeflächen in ausreichender Quantität und bedarfs- sowie nachfragegerechter Qualität.


Rat beschließt neues Gewerbeflächenentwicklungskonzept Münster

Der Rat der Stadt Münster hat am 14.12.2016 das neue Gewerbeflächenentwicklungskonzept Münster beschlossen. Das Konzept baut inhaltlich auf dem bereits in den 90er Jahren entwickelten und vom Rat beschlossenen ehemaligen „Handlungsprogramm Gewerbe“ auf und stellt die sogenannte „Manövriermasse“ an baureifen Gewerbe- und Industrieflächen im Eigentum der Stadt Münster bzw. der Wirtschaftsförderung Münster GmbH (WFM GmbH), die für Vermarktungszwecke unmittelbar verfügbar ist, in den Mittelpunkt. Für die zukünftige Gewerbeflächenentwicklung werden verschiedene Flächen für die bauleitplanerische Aktivierung vorgeschlagen. Mehr zum Gewerbeflächenentwicklungskonzept


Gewerbeflächenmonitoring

Gewerbeflächenmonitoring im iterativen Steuerungsprozess

Gewerbeflächenmonitoring im iterativen Steuerungsprozess

Grundlagen für eine zielgerichtete Gewerbeflächenentwicklung in Münster liefert das „Gewerbeflächenmonitoring". Es beobachtet die Nutzung von Gewerbeflächen, stellt die erforderlichen Informationen über Art, Umfang und Qualität der verfügbaren Gewerbeflächenreserven in einer kontinuierlich aktualisierten Datenbank bereit und ermöglicht auf der Basis von Modellrechnungen die Ableitung von Handlungserfordernissen für die zukünftige Gewerbeflächenbereitstellung (Flächenerwerb, Regionalplan, Flächennutzungsplan, Bebauungspläne, Erschließung).

Wesentlicher Bestandteil des Monitorings ist der turnusmäßige Soll ≠ Ist Vergleich zwischen dem Soll- bzw. Zielwert des Gewerbeflächenentwicklungskonzepts (50 ha Manövriermasse) und dem Ist-Angebot an verfügbaren baureifen Gewerbeflächen in der Definition der Manövriermasse. Dieser Vergleich schafft die Möglichkeit, quantitative Defizite und qualitative Angebotslücken zu ermitteln. Dadurch kann eine Erfolgskontrolle zur Umsetzung des Gewerbeflächenentwicklungskonzepts hinsichtlich der vorgeschlagenen „Gewerbeflächenaktivierungen“ mit dem Ziel der Sicherstellung der festgelegten Manövriermasse gewährleistet werden.


Gewerbeflächeninanspruchnahme 2001 bis 2015 (15 Jahre)

Gewerbeflächeninanspruchnahme 2001 – 2015 nach Gebietskategorien

Gewerbeflächeninanspruchnahme 2001 – 2015 nach Gebietskategorien

Ein Ergebnis des Monitorings ist die regelmäßige Ermittlung der Erstinanspruchnahme von Gewerbeflächen durch Erschließung und Bebauung im Zug der Auswertung von relevanten Information (Bauakten, Zeitungsartikel, Informationen der WFM GmbH) sowie durch Vor-Ort-Erhebungen in den Gewerbegebieten. Innerhalb der letzten 15 Jahre (2001 bis 2015) wurden insgesamt rd. 121 ha Gewerbe- und Industriefläche erstmals bebaut bzw. genutzt. Davon rd. 100 ha in sog. „gesamtstädtischen Gewerbegebieten“ und rd. 21 ha in „stadtteilorientierten Gewerbegebieten“.

Die gesamtstädtischen Gewerbegebiete zeichnen sich im Wesentlichen durch eine optimale Verkehrsanbindung, die Möglichkeit großer Flächenzuschnitte (mehrere Hektar) und eine überwiegende Stadtrandlage mit Abstand zu den nächstgelegenen Wohnsiedlungen wegen der in diesen Gebieten zulässigen emittierenden industriellen Nutzungen aus. Zahlreiche dieser Betriebe benötigen daher eine planungsrechtliche Festsetzung als Industriegebiet (GI) gemäß Baunutzungsverordnung. Die stadtteilorientierten Gewerbegebiete sind dagegen i.d.R. siedlungsstrukturell an die Stadtteile angebunden, weisen oft kleine Flächen- bzw. Grundstückszuschnitte auf (rd. 1.000 bis 3.000 m²) und sind für nicht erheblich belästigende Gewerbebetriebe, wie z. B. kleinere Handwerks- und Produktionsbetriebe, geeignet. Für diese Betriebe ist i.d.R. die Festsetzung als Gewerbegebiet (GE) gem. Baunutzungsverordnung ausreichend.

In der Kategorie Gesamtstädtisches Gewerbe umfasste die Gewerbeflächeninanspruchnahme im Zeitraum 2001 bis 2015 rd. 58 ha mit der planungsrechtlichen Festsetzung GE, rd. 39 ha mit der planungsrechtlichen Festsetzung GI und rd. 3 ha mit der Festsetzung Sondergebiet-Technologiepark. Als Sonderfall in der Kategorie Gesamtstädtisches Gewerbe bezieht sich dieser Flächenverbrauch ausschließlich auf den Technologiepark Münster an der Steinfurter Str. Dieses Gebiet ist speziell technologieorientierten Unternehmen vorbehalten,  die auf Kooperationen mit Hochschulen und sonstigen Forschungseinrichtungen zählen. Der Flächenverbrauch in der Kategorie Stadtteilorientiertes Gewerbe bezieht sich ausschließlich auf Gewerbeflächen mit der planungsrechtlichen Festsetzung GE.


Diagramm

Gewerbeflächeninanspruchnnahme 2001 - 2015 nach Stadtbezirken

Der Blick auf die Gewerbeflächeninanspruchnahme in den letzten 15 Jahren nach Stadtbezirken zeigt mit 45 ha die mit Abstand stärkste Entwicklung im Stadtbezirk Südost, die im Wesentlichen auf die bauliche Entwicklung der Loddenheide zurückzuführen ist. Aber auch in den Stadtbezirken West (z. B. Gewerbegebiet Steinfurter Str./BAB, SO-Technologiepark), Ost (z. B. Gewerbegebiete Hessenweg, Schifffahrter Damm) und Hiltrup (Hansa-BusinessPark Münster) hat mit Werten zwischen rund 20 ha und 25 ha ein beachtlicher Flächenverbrauch stattgefunden. Der Flächenverbrauch im Stadtbezirk Nord bezieht sich nahezu ausschließlich auf den Standort der ehem. Winterbourne-Kaserne, die heute im Wesentlichen als Dienstleistungsstandort genutzt wird. Im Stadtbezirk Mitte ist vor dem Hintergrund, dass alle bestehenden Gewerbegebiete seit vielen Jahren vollständig genutzt sind und keine Flächenreserven mehr aufweisen, kein Gewerbeflächenverbrauch durch erstmalige Flächenneuinanspruchnahmen zu verzeichnen. Umstrukturierungen auf ehemalig gewerblich genutzten Flächen im Bestand, wie sie z. B. im Zuge der weiteren nutzungsstrukturellen und baulichen Entwicklung auf der Südseite des Stadthafens 1 stattgefunden haben (z. B. Post, Dermasence) bzw. aktuell stattfinden (z. B. Hafenkäserei und Bürogebäude), werden nicht erfasst.


 

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