Stadt Münster: Stadtentwicklung - Nachhaltige Entwicklung

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Stadtentwicklung

Modellprojekte zur nachhaltigen Entwicklung

Meilenstein Flächensparende Kommune

Eine wichtige Funktion der strategischen Stadtentwicklung ist das Aufgreifen von innovativen Entwicklungen und die frühzeitige Entwicklung entsprechender Handlungsansätze. Hierzu erfolgt die Mitwirkung in Modellprojekten mit dem inhaltlichen Schwerpunkt "nachhaltige Entwicklung".

Zwischen 1997 und 2003 war Münster Modellstadt im Bundesmodellvorhaben "Städte der Zukunft – Strategien und Maßnahmen einer nachhaltigen Stadtentwicklung". Ziel war es einerseits, nachhaltige Entwicklung durch Indikatoren messbar zu machen. Andererseits bestand die Aufgabe darin, mit finanzieller Unterstützung Strategien der nachhaltigen Entwicklung durch Pilotprojekte umzusetzen. Insgesamt wurden 15 Pilotprojekte realisiert, die wichtige Impulse für die Stadtentwicklung gegeben haben (z.B. interkommunale Zusammenarbeit in der Stadtregion, Neues Wohnen im Bestand, Arbeitsstätten der Zukunft). Die Erkenntnisse zur indikatorengestützten Erfolgskontrolle wurden in das Landesprojekt "Nachhaltige Indikatoren NRW" eingebracht.

Wichtiger Bestandteil der nachhaltigen Entwicklung ist die Thematik "Geschlechtergerechtigkeit", die u.a. durch Gender Mainstreaming umgesetzt werden soll. Gender Mainstreaming bedeutet, bei allen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen von Frauen und Männern von vornherein zu berücksichtigen.

Von 2004 bis 2007 wurde das Bundesmodellvorhaben "Gender Mainstreaming im Städtebau" durchgeführt. Durch die Mitwirkung im Beirat des Modellvorhabens wurden die Erfahrungen aus Münster eingebracht, gleichzeitig hat Münster weitere Impulse erhalten. Die Erkenntnisse aus der Mitarbeit im Modellvorhaben bilden gleichzeitig eine wichtige Grundlage, um die praktischen Auswirkungen des Integrierten Stadtentwicklungs- und Stadtmarketingkonzeptes gemeinsam mit dem Frauenbüro auf Geschlechterrelevanz zu prüfen.

Am 9. Mai 2006 ist vom Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW (MUNLV NRW) die "Allianz für die Fläche in Nordrhein-Westfalen" ins Leben gerufen worden. Ziel der Allianz ist eine Begrenzung der Flächeninanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrszwecke auf ein ökologisch und ökonomisch vertretbares Maß. Die Stadt Münster wirkt im Trägerkreis der „Allianz für die Flächen“ mit und bringt ihre langjährigen Erfahrungen zur nachhaltigen Siedlungsentwicklung ein.

Ein Kernanliegen der „Allianz für die Fläche“ ist die Einführung eines kommunalen Flächenmanagements. Erste Ansätze hierzu wurden in Münster bereits Anfang der 90er Jahre entwickelt, die in den Folgejahren kontinuierlich ausgebaut wurden. Daher wirkte Münster auch in beratender Funktion am Modellprojekt „Nachhaltiges Kommunales Flächenmanagement“ mit, das von der Landesarbeitgemeinschaft Agenda 21 NRW e.V. durchgeführt und vom MUNLV NRW gefördert wurde. Die Erkenntnisse aus den Modellprojekten werden für die Stadtentwicklung in Münster genutzt.

Im November 2013 wurde Münster als eine von sechs Modellkommunen für die Zertifizierung als flächensparende Kommune ("Meilenstein 2013/2014") in Nordrhein-Westfalen ausgewählt. Das Zertifizierungsverfahren wurde im Auftrag des Umweltministeriums NRW entwickelt und soll die Kommunen bei einer flächensparenden Entwicklung unterstützen. Weitere Modellkommunen sind Dormagen, Emsdetten, Hellenthal, Porta Westfalica und Recklinghausen.

Wichtiger inhaltlicher Schwerpunkt ist die Einführung und Weiterentwicklung strategischer Flächenmanagementsysteme, die einen wichtigen Beitrag für eine flächensparsame Stadtentwicklung leisten. Insgesamt bezieht sich das Zertifizierungsverfahren auf die Bereiche "Flächensituation und Flächenentwicklung", "Organisation, Management, Controlling", "Planerische Steuerungsinstrumente" sowie "Kommunikation und Kooperation". Das Auftaktgespräch hat Ende 2013 stattgefunden. Das Zertifizierungsverfahren wurde Mitte Juni 2014 erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde die Stadt Münster durch die Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW e. V. und das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung NRW gGmbH begleitet.

Am 18.6.2014 erfolgte die Verleihung des Zertifikats "Meilenstein" durch Umweltminister Johannes Remmel. Insgesamt hat Münster 82 % der möglichen Punkte erreicht und damit das Zertifizierungsverfahren in der höchsten Stufe ("Gold") abgeschlossen. Hierein sind auch Bonuspunkte für besondere flächensparende Ansätze eingegangen wie die intensive Einbeziehung der Bürgerschaft in die Wiedernutzung der Kasernenflächen.

Mit der Auszeichnung honorieren das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen und die Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW e. V. die besonderen Leistungen der Stadt Münster für eine nachhaltige und flächensparende Siedlungsentwicklung.

Die Ergebnisse der Zertifizierung und das abgeleitete Handlungsprogramm sind Bestandteil des Flächenberichts. Dieser wurde am 10.12.2014 einstimmig im Rat beschlossen. Damit stehen transparente Informationsgrundlagen zur Flächensituation und Maßnahmen für eine weitere flächensparende Stadtentwicklung zur Verfügung.

Münster darf das Zertifikat nun bis Juni 2017 führen, dann muss sich die Stadt einer erneuten Zertifizierung stellen. Es ist vorgesehen, bis dahin jährlich zum erreichten Stand zu berichten.




 

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