Stadt Münster: Stadtplanung - 611 - Polizeipräsidium

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Bauleitplanung

Neubau des Polizeipräsidiums Münster

Luftbild mit Plangebiet

Luftbild mit Plangebiet

Die Stadt Münster plant zusammen mit der Polizei eine Verlagerung des Polizeipräsidiums in den Gewerbepark Loddenheide.

Hintergrund der Planung ist, dass die verschiedenen Dienststellen der Polizei Münster aktuell auf insgesamt neun Standorte im Stadtgebiet verteilt sind. Aufgrund stetig steigender Beschäftigtenzahlen, fehlenden Erweiterungsoptionen sowie altersbedingten Mängeln an einzelnen Gebäuden besteht Bedarf an einer Neuordnung.

Am neuen Standort sollen zukünftig verschiedene Einrichtungen der Polizei gebündelt werden. Unter anderem soll der Standort Raum bieten für eine Wache mit zentralem Polizeigewahrsam und einer Einsatzleitstelle, kriminaltechnische Untersuchungslabore, eine zentrale, multifunktionale Besprechungs- und Veranstaltungsfläche sowie eine öffentlich zugängliche Kantine. Auch ein einladendes, offenes und bürgerfreundliches Foyer als zentralem Zugangsbereich für Gäste und Besucher soll am neuen Standort umgesetzt werden.

Insgesamt sollen am neuen Standort die Rahmenbedingungen geschaffen werden, um der Polizeiarbeit in Münster langfristige und zukunftsfähige Perspektiven zu bieten. Als Ergebnis einer stadtweiten Standortanalyse wurde die Fläche im Gewerbegebiet Loddenheide, im Kreuzungsbereich Albersloher Weg und Willy-Brandt-Weg, als neuer Standort identifiziert. Das rund 31.850 m² große Plangebiet liegt aktuell größtenteils brach und wird durch den Dag-Hammarskjöld-Weg in zwei Bereiche unterteilt. Die Standortentscheidung wurde durch den Rat der Stadt Münster mit Beschluss vom 12.02.2020 bestätigt. Der Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan Nr. 611 nach § 2 Abs. 1 BauGB wurde im Amtsblatt Nr. 6 der Stadt Münster am 06.03.2020 öffentlich bekannt gemacht.



Aufstellung des Bebauungsplans - Änderung des Flächennutzungsplans

Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 611

Um die Planung des neuen Polizeipräsidiums am Standort Loddenheide zu realisieren, wird entsprechend des Aufstellungsbeschlusses des Rats der Stadt Münster aktuell der Bebauungsplan Nr. 611: Westlich Albersloher Weg / Nördlich Willy-Brandt-Weg aufgestellt. Die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 611 ist aufgrund der aktuellen planungsrechtlichen Vorgaben (Bebauungsplan Nr. 404) erforderlich, um das Grundstück entsprechend der Anforderungen der Polizei bebauen zu können. Als Eckpunkte sollen durch den Bebauungsplan Nr. 611 unter anderem folgende Festsetzungen getroffen werden:

  • Fläche für den Gemeinbedarf mit der Zweckbestimmung Polizeipräsidium als ein zusammenhängendes Grundstück
  • Neuordnung der verkehrlichen Situation durch die Überplanung des Dag-Hammarskjöld-Weg und eine neue öffentliche Erschließungsstraße
  • rahmensetzende Ausnutzungszahlen, die zum einen auf den Bestand und zum anderen auf die Standortanforderungen der Polizei reagieren

Das spätere städtebauliche Konzept für den Standort steht aktuell noch nicht fest. Das neue Polizeipräsidium soll durch einen Investor geplant, realisiert und an die Polizei vermietet werden. Zu diesem Zweck schreibt das Land NRW, vertreten durch das Ministerium des Innern des Landes NRW, vertreten durch das Polizeipräsidium Münster, in einem EU-weiten Vergabeverfahren die Vermietung parallel zur Aufstellung des Bebauungsplans aus. Die durch die Investoren vorzulegenden Planungen orientieren sich an den Vorgaben des Bebauungsplans.

Änderung des Flächennutzungsplans

Der bislang wirksame Flächennutzungsplan (FNP) der Stadt Münster stellt für das Plangebiet Gewerbegebiet dar. Um die Nutzung des Grundstücks als Standort für das Polizeipräsidium langfristig zu sichern, wird die Darstellungen des wirksamen Flächennutzungsplans entsprechend den beabsichtigten städtebaulichen Zielsetzungen und Festsetzungen des in Aufstellung befindlichen Bebauungsplans Nr. 611 im Parallelverfahren geändert (109. Änderung des FNP). Es ist vorgesehen in diesem Bereich zukünftig Flächen für Gemeinbedarf mit der Zweckbestimmung Verwaltung darzustellen.



Frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit gemäß § 3 (1) Baugesetzbuch (BauGB)

Der Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen (ASSVW) hat am 18.6.2020 der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit zugestimmt. In diesem Zusammenhang werden der Vorentwurf des Bebauungsplans Nr. 611 sowie der Entwurf zur 109. Änderung des FNP der Öffentlichkeit präsentiert.


109. Änderung des Flächennutzungsplans

Im wirksamen Flächennutzungsplan ist der Änderungsbereich der 109. Änderung als Gewerbegebiet (GE) dargestellt. Die größere, östliche Teilfläche soll zukünftig der Standort des neuen Polizeipräsidiums Münster sein und soll deshalb in eine Fläche für den Gemeinbedarf mit der Zweckbestimmung Verwaltung umgewidmet werden.

Auf der westlichen Teilfläche befindet sich seit 2001 ein großflächiger Gartenfachmarkt mit rund 7.000 m² Verkaufsfläche. In Anpassung des Planungsrechts an den Bestand und unter Berücksichtigung der einzelhandelsstrukturellen Entwicklungsziele für den Planbereich gemäß dem vom Rat am 14.3.2018 beschlossenen „Einzelhandels- und Zentrenkonzept Münster“ soll diese Teilfläche in ein Sondergebiet mit der Zweckbestimmung Einzelhandel – nicht zentrenrelevante Kernsortimente (SO EH-NZK) umgewidmet werden.

In den jeweils vom Rat der Stadt Münster beschlossenen Fassungen des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts aus den Jahren 2004 und 2009 (1. Fortschreibung) sowie auch gemäß der aktuellen 2. Fortschreibung 2018 (Ratsbeschluss vom 14.3.2018) ist der Änderungsbereich Bestandteil des ausgewiesenen Sonderstandortes für großflächigen Einzelhandel mit nicht zentrenrelevanten Kernsortimenten. Dieser Sonderstandort, mit identischen Zielaussagen, umfasst zudem auch die unmittelbar nördlich anschließenden Flächen (Selbstbedienungswarenhaus Marktkauf, Baumarkt Hellweg) bis zur Egbert-Snoek-Straße, die im FNP bereits als Sondergebiete mit den Zweckbestimmungen SB-Warenhaus / Bau- und Gartenmarkt (SO SB-WH / BuG) bzw. Bau- und Gartenmarkt / Verwaltung (SO BuG / V) dargestellt sind.

Bebauungsplan Nr. 611

Im aktuellen Vorentwurf zum Bebauungsplan Nr. 611 ist vorgesehen ein großzügiges Baufeld festzusetzen. Das Maß der baulichen Nutzung soll festgesetzt werden durch eine Grundflächenzahl (GRZ) von 0,8 und eine Geschossflächenzahlt (GFZ) von 2,4. Die Zahlen geben an, wie viel Fläche auf dem Grundstück überbaut werden darf (GRZ) und wie viel Geschossfläche je Grundstücksfläche zulässig sind (GFZ). Zusätzlich soll durch eine maximale Bauhöhe von rd. 25 Metern und eine Beschränkung auf maximal sechs oberirdische Geschossen sichergestellt werden, dass sich die zukünftigen Planungen verträglich in das Umfeld einfügen.


Ansprechpartner

Telefonische Rückfragen und Anregungen zur Planung nimmt Tobias Hecker unter 02 51/4 92-61 95 entgegen. Per E-Mail ist das Planungsteam unter folgender Adresse erreichbar: anfrage-pp(at)stadt-muenster.de



Aushang im Kundenzentrum des Stadthauses 3

Die Planungsunterlagen sind vom 23. November bis zum 18. Dezember auch im Kundenzentrum des Stadthauses 3, Albersloher Weg 33 einsehbar (Montag bis Mittwoch: 8-16 Uhr, Donnerstag: 8-18 Uhr, Freitag: 8-13 Uhr).

Wegen der coronabedingten Auflagen werden die Pläne im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung für vier Wochen ausgelegt und nicht in einer Präsenzveranstaltung öffentlich vorgestellt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung (Tel. 02 51/4 92-61 95) im Stadthaus 3 einen Überblick über die Planung zu verschaffen. Es besteht selbstverständlich die Möglichkeit, sich zur Planung zu äußern.

Alle Anregungen und Stellungnahmen werden anschließend in einem Protokoll über die Homepage des Stadtplanungsamtes veröffentlicht.


 

Zusatzinfos

Kontakt

Stadtplanungsamt

Stadthaus 3
Albersloher Weg 33
48155 Münster

Tel. 02 51/4 92-61 01
Fax 02 51/4 92-77 32
stadtplanung(at)stadt-muenster.de