Stadt Münster: Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit - Baumkrankheiten

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Bäume

Aktuelle Baumkrankheiten

Eichenprozessionsspinner

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Gespinstnest der Raupen

Der Eichenprozessionsspinner tritt an Eichen auf. Seine Raupen durchleben sechs Larvenstadien und legen den Weg vom Nest zu den Eichenblättern in langen, mehrreihigen Prozessionen zurück; aus diesem Verhalten leitet sich der Name ab. Um sich vor Feinden zu verteidigen, entwickeln sie im dritten Larvenstadium sogenannte Brennhaare, die ein Gift enthalten, das allergieauslösend wirken kann. Die Nester sind bis zu einem Meter lang und befinden sich meist am Stamm oder in Astgabeln. Detailliertere Informationen bietet das Julius Kühn-Institut: www.jki.bund.de


Auftreten in Münster
Nachdem die Wiederkehr des Eichenprozessionsspinners 2013 festgestellt wurde, kontrollieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amtes für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit die unter Verdacht stehenden Bereiche besonders intensiv. Die Witterung beeinflusst die Verbreitungsgeschwindigkeit und auch die Entwicklung der Eier zur Raupe. Mit möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch die allergieauslösenden Haare der Larven ist - je nach Witterung - nicht vor Mitte Mai zu rechnen. Warme, trockene und frühe Sommer können eine weitere Vermehrung begünstigen.
Bei einem Befall von Bäumen auf öffentlichen Flächen im bebauten Stadtbereichen wird der Eichenprozessionsspinner bekämpft werden. Je nach Gefährdung (Standort des Baumes, Nutzung der umliegenden Fläche) werden dabei unterschiedliche Bekämpfungsmethoden zum Einsatz kommen.
Das Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit arbeitet dabei mit Fachfirmen zusammen, die eine sachgerechte Beseitigung gewährleisten.
Sofern die Möglichkeit besteht, dass die Larven bereits Brennhaare entwickelt haben, kann es zu vorsorglichen, kurzzeitigen Sperrungen der Bereiche unter den Baumkronen kommen.



Was können Sie tun?
Nach dem Schlüpfen der Raupen sind die ersten beiden Larvenstadien für den Menschen noch ungefährlich, alle weiteren Stadien können bei Haut- oder Schleimhautkontakt allergische Reaktionen auslösen. Stellt man einen Befall fest, sollten frühzeitig Maßnahmen eingeleitet werden. Nähern Sie sich einem solchen Gebilde nicht, versuchen Sie auf keinen Fall, dieses selber zu entfernen. Auch wenn das Nest aus dem/den Vorjahr(en) sein sollte, können die verbliebenen Haare noch Allergien auslösen.
Befindet sich eine befallene Eiche auf Ihrem Grundstück, so lassen Sie die Nester von Fachfirmen entsorgen; Baumpfleger sind in der Regel in der Lage, die Arbeiten sachgerecht durchzuführen.
Adressen finden Sie im Branchenbuch oder im Internet.
Sind öffentliche Flächen betroffen, teilen Sie uns bitte den Standort des Baumes mit (siehe Ansprechpartner/in).


Kastanienminiermotte

Hauptsächlich wird die Weißblühende Rosskastanie (Aesculus hippocastanium) und in geringerem Maße auch die rotblühende Art Aesculus carnea `Briotii` von der Miniermotte befallen. Die Larven fressen im Blattinnern Gänge ("minieren"). Diese Minen mit den darin befindlichen Larven sind im Gegenlicht deutlich sichtbar. Die Blätter färben sich braun, rollen ein und fallen ab. Bei einem starken Auftreten können im Laufe des Sommers bis zu 90 % der Blätter befallen werden und absterben.

Eine existentielle Gefährdung für die Rosskastanien ist jedoch nicht zu befürchten, auch wenn die starke Blattverbräunung und der frühe Laubfall als unschön und bedrohlich für die Bäume empfunden werden. Die Rosskastanie baut ihre Reservestoffe für das Folgejahr vor allem im Frühjahr und Frühsommer auf. Zu dieser Zeit ist der Befall noch nicht so stark.

Die Ausbreitung der Kastanienminiermotte wird auch über die Landesgrenze hinaus beobachtet. Die Ausbreitung (50-100 km pro Jahr) geschieht im Wesentlichen auf passivem Wege z.B. mit dem Autoverkehr, Bahnverkehr und mit dem Wind.

Zur Vorbeugung und Bekämpfung können Sie

  • Nistkästen für Meisen aufhängen, denn diese ernähren sich auch von den Faltern, Larven und Puppen der Kastanienminiermotte.
  • bei Neuanpflanzungen Baumarten auswählen, auf denen sich die Miniermotte nicht entwickelln kann.
  • abgefallenes Laub direkt über die Biotonne entfernen.

Platanenblattbräune

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Die so genannte Platanenblattbräune ist eine Pilzinfektion (Erreger: Apiognomonia veneta), die vor allem den als Straßen- und Parkbaum angepflanzten „Platanus x hybrida“ befällt. Apiognomonia veneta ist sehr verbreitet und ist in fast ganz Europa anzutreffen. Der Pilz überwintert im Falllaub.

Das Schadensbild sind Welkeerscheinungen bei Blättern und Jungtrieben der Platane. Der Befall wird erkennbar durch zackenartig geformte, unterschiedlich große braune Blattflecken und/oder Absterben der Jungtriebe.
Der Befall erfolgt im Frühjahr bei Neuaustrieb der Blätter und kann bis zur kompletten Welke der Krone führen (Aussehen wie bei einem Frostschaden). Besonders durch eine feuchtwarme Witterung während des Blattaustriebes wird die Verbreitung gefördert. Ein Befall, der an mehreren Jahren hintereinander auftritt, kann besonders bei Altbäumen zu einer vorzeitigen Vergreisung führen.

Die Bekämpfung mit Fungiziden bzw. Kupferpräparaten wäre zwar grundsätzlich möglich, im Einzugsgebiet von öffentlichen Anlagen wie Parks oder Straßen jedoch nicht praktikabel. Das intensive Beseitigen des Falllaubes führt zu einer Eindämmung des Befalls. Vitale Bäume kompensieren die Erkrankung besser als geschwächte Bäume.



 

Zusatzinfos

Kontakt

Fragen zum Eichenprozessionsspinner

Karola Housel
Tel. 02 51/4 92-67 41
Housel@stadt-muenster.de

Baumpflege und Verkehrssicherheit

Andreas Lambert
Tel. 02 51/4 92-67 36
LambertA@stadt-muenster.de