Stadt Münster: Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit - Klimaanpassungskonzept

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Klimaschutz

Klimaanpassungskonzept

Warum ein Anpassungskonzept?

Promenade nach dem Juli-Unwetter

Promenade nach dem Juli-Unwetter

Bereits 1992 hat die Stadt Münster sich mit den klimatischen Auswirkungen auf das Stadtgebiet beschäftigt und in zwei Stufen eine sogenannte Stadtklimaanalyse des Stadtgebietes beim Institut für Geographie der Westfälischen Wilhelms-Universität in Auftrag gegeben. Im ersten Teil stand die Klimawirksamkeit von Grünflächen im Vordergrund. Der zweite Teil des Gutachtens hatte die Klimafunktion unterschiedlicher Stadtstrukturen sowie die Luftaustauschprozesse und die lufthygienische Situation im Stadtgebiet zum Schwerpunkt. Die Ergebnisse bildeten seitdem die Grundlage der weiteren Planungen.

Doch das Klima ändert sich. Die Auswirkungen des globalen Klimawandels haben mittlerweile auch das Münsterland erreicht, wie verschiedene extreme Wetterereignisse der letzten Jahre deutlich machen:

  • Die Sommer der Jahre 2018 und 2019 zählen zu den heißesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Über mehrere Tage anhaltende Hitzeperioden mit Temperaturen über 30°C waren auch in den Jahren zuvor bereits zu beobachten.
  • Die starken Schneefälle im Winter 2005 führten zu einem mehrtägigen Zusammenbruch der Stromversorgung im Münsterland.
  • Die Hochwasser an der Werse infolge starker Regenfälle in den Jahren 2002 und 2011 setzten größere Stadtbereiche unter Wasser.
  • Der Orkan Kyrill 2007 sowie das Unwetter zu Pfingsten 2014 verwüsteten Teile der Stadt und eine Vielzahl an Bäumen fiel ihnen zum Opfer.
  • Beim extremen Regenereignis am 28. Juli 2014 fielen Rekordregenmengen, die noch nie in Deutschland gemessen worden sind und Straßen, Häuser und ganze Stadtteile überfluteten.
  • Die anhaltende Trockenheit 2003 und 2018 führte dazu, dass einzelne Gewässer in Münster vollständig trockenfielen, wie beispielsweise der Kinderbach (2018) und der Gievenbach (2003).

Die Auswirkungen des Klimawandels stellen die Stadt Münster vor neue Herausforderungen: Wie gelingt es, die Stadt auch mit geänderten klimatischen Bedingungen lebenswert zu gestalten?


Um sich zukünftig besser auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten und die verschiedenen Aktivitäten der Stadt Münster zu bündeln, hat die Stadt Münster gemeinsam mit dem Planungsbüro BKR Aachen und dem Geographischen Institut der RWTH Aachen ein Klimaanpassungskonzept erstellt. Die Erarbeitung des Klimaanpassungskonzeptes für Münster ist durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMU) und der Nationalen Klimaschutzinitiative im Jahr 2015 aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages, Förderkennzeichen 03KS7649 gefördert worden.

Die Anpassung an den Klimawandel und somit die Umsetzung des erarbeiteten Konzeptes ist als Querschnittsaufgabe zu begreifen. Sie erfordert eine enge Zusammenarbeit aller relevanten Akteure der städtischen Verwaltung sowie Einrichtungen und Organisationen in Münster. Nicht zuletzt sind alle gefordert, die Herausforderung anzunehmen und sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Die Umsetzung des Klimaanpassungskonzepts mit der Koordinierung und Initiierung der gesamtstädtischen Aktivitäten wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) und der Nationalen Klimaschutzinitiative aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages, Förderkennzeichen 03K07366, in Form einer Personalstelle "KSI: Klimaanpassungsmanager für die Stadt Münster" für den Projektzeitraum 09/2018 – 08/2020 gefördert.



Was wissen wir bisher?

Albersloher Weg

Albersloher Weg

Extreme Wetterereignisse gab es schon immer. Der globale Klimawandel sorgt jedoch dafür, dass Häufigkeit und Intensität dieser Ereignisse zunehmen. Das Land Nordrhein-Westfalen hat in einer breit aufgestellten Studie untersuchen lassen, mit welchen Auswirkungen die Regionen NRWs in den folgenden Jahren zu rechnen haben. Für das Münsterland ergibt sich daraus das folgende Bild:

  • Die Jahresdurchschnittstemperaturen erhöhen sich. Zugleich steigt die Anzahl der Tage mit sogenannten Extremereignissen. Dazu zählen Sommertage mit einer Höchsttemperatur von mehr als 25°C sowie Hitzetage mit Temperaturen von 30°C und mehr. Auch die Zahl der Tropennächte, in denen die Temperatur nicht unter 20°C absinkt, wird wahrscheinlich zunehmen.
  • Der Niederschlag nimmt im Jahreslauf insgesamt leicht zu. Infolge des Klimawandels verschiebt sich aber der Niederschlag im Jahresverlauf. Gerade in den Sommermonaten ist mit weniger Regen zu rechnen, in Verbindung mit den steigenden Temperaturen erhöht sich dann die Wahrscheinlichkeit von Trockenperioden. Die Niederschläge im Winterhalbjahr steigen hingegen und fallen vermehrt als Regen.
  • Darüber hinaus ist absehbar, dass die Häufigkeit sogenannter Starkniederschläge (Platzregen) künftig zunimmt. Dies bedeutet, dass in relativ kurzer Zeit große Mengen an Niederschlag fallen, die in der Stadt zu Überflutungen führen können.
  • Mit großer Wahrscheinlichkeit nehmen auch die Häufigkeit und Intensität extremer Windereignisse zu.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz hat die Ergebnisse auf seiner Webseite zusammengestellt: www.lanuv.nrw.de/klima


Das Klimaanpassungskonzept für die Stadt Münster

Ziel des Klimaanpassungskonzeptes ist es, Münster zu einer widerstandsfähigen und anpassungsfähigen Stadt zu entwickeln, die für alle Folgen des Klimawandels gut gerüstet ist. Hierfür wurde eine Gesamtstrategie für Münster entwickelt, aufbauend auf folgenden Fragestellungen:

  • Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf das Stadtgebiet Münsters? Welche Bereiche innerhalb der Stadt sind besonders durch Wärmebelastung und/oder Überflutungen betroffen?
  • Welche Maßnahmen tragen dazu bei, diese Auswirkungen erträglich zu machen und Schäden zu verhindern?
  • Wo ist die Stadt Münster heute schon aktiv und was muss sie in Zukunft noch tun? Wie können sich die Akteure besser abstimmen und ihre Aktivitäten koordinieren?
  • Was muss kurzfristig getan werden, wo ist langfristiges Handeln gefragt?

Die Bestandsaufnahme und die Identifizierung von Handlungsfeldern zu den zu erwartenden Klimawandelfolgen in Münster wurden in einem umfangreichen Beteiligungsprozess mit der städtischen Verwaltung und einer Vielzahl an städtischen Akteuren erarbeitet. Darauf aufbauend wurden vier Ziele definiert:

  • Vor Überwärmung schützen (Gesundheit und Wohlbefinden sicherstellen, Klimaoasen fördern und Grün vermehren, Belüftung sichern)
  • An Trockenheit anpassen (Bevölkerung versorgen, Gewerbe / Landwirtschaft gewährleisten, städtisches Grün versorgen)
  • Auswirkungen von Starkregen minimieren (Bevölkerung schützen, Sachgüter sichern, Versorgung gewährleisten)
  • Sturmschäden minimieren (Bevölkerung schützen, Sachgüter sichern, Stadtgrün anpassen)

Das Klimaanpassungskonzept wurde im Dezember 2015 fertiggestellt und im Mai 2017 durch den Rat der Stadt Münster beschlossen.
Beschlussvorlage V/0141/2017 "Klimaanpassungskonzept der Stadt Münster"


Umsetzung des Klimaanpassungskonzepts

Die Anpassung an den Klimawandel und die Umsetzung des erarbeiteten Konzeptes sind als Querschnittsaufgabe zu begreifen, die eine enge Zusammenarbeit aller relevanten Akteure voraussetzt. Städtische Verwaltung und münsterische Stadtgesellschaft sind gleichermaßen gefordert, die Herausforderungen durch den Klimawandel anzunehmen und sich an seine Folgen anzupassen.

Im Sommer 2019 beschloss der Rat der Stadt Münster den Klimanotstand zu erklären und bekräftigte damit das Ziel, Münster als klimaresiliente und klimaneutrale Stadt in die Zukunft zu führen. Als Grundlage hierfür hat der Rat im Dezember 2019 das Handlungskonzept Klimaanpassung 2030 beschlossen. Das Konzept beschreibt 48 Maßnahmen und Teilmaßnahmen, die den Weg zu einer lebenswerten Stadt in Zeiten des Klimawandels ebnen. Beschlussvorlage V/0799/2019/1 "Handlungskonzept Klimaanpassung 2030"



 

Zusatzinfos

Kontakt

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Albersloher Weg 450
York-Kaserne, Gebäude 12 und 14
Postanschrift: 48127 Münster

Tel. 02 51/ 4 92-67 01
Fax 02 51/ 4 92-77 37
umwelt@stadt-muenster.de
 

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