Stadt Münster: Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit - Klimaanpassungskonzept

Seiteninhalt

Klimaschutz

Klimaanpassungskonzept

Warum ein Anpassungskonzept?

Promenade nach dem Juli-Unwetter

Promenade nach dem Juli-Unwetter

Bereits 1992 hat die Stadt Münster sich mit den klimatischen Auswirkungen auf das Stadtgebiet beschäftigt und in zwei Stufen eine sogenannte Stadtklimaanalyse des Stadtgebietes beim Institut für Geographie der Westfälischen Wilhelms-Universität in Auftrag gegeben. Im ersten Teil stand die Klimawirksamkeit von Grünflächen im Vordergrund. Der zweite Teil des Gutachtens hatte die Klimafunktion unterschiedlicher Stadtstrukturen sowie die Luftaustauschprozesse und die lufthygienische Situation im Stadtgebiet zum Schwerpunkt. Die Ergebnisse bildeten seitdem die Grundlage der weiteren Planungen.

Doch das Klima ändert sich. Die Auswirkungen des globalen Klimawandels haben mittlerweile auch das Münsterland erreicht, wie verschiedene extreme Wetterereignisse der letzten Jahre deutlich machen:

  • Der Sommer 2003 zählte zu den heißesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Über mehrere Tage anhaltende Hitzeperioden mit Temperaturen über 30°C waren auch in den darauf folgenden Jahren zu beobachten.
  • Die starken Schneefälle im Winter 2005 führten zu einem mehrtägigen Zusammenbruch der Stromversorgung im Münsterland.
  • Die Hochwasser an der Werse infolge starker Regenfälle in den Jahren 2002 und 2011 setzten größere Stadtbereiche unter Wasser.
  • Der Orkan Kyrill 2007 wie das Unwetter zu Pfingsten 2014 verwüsteten Teile der Stadt und eine Vielzahl an Bäumen fielen ihnen zum Opfer.
  • Das extremen Regenereignisse am 28.07.2014 mit Rekordregenmengen, die noch nie in Deutschland gemessen worden sind, überflutete Straßen, Häuser und ganze Stadtteile.

Die Auswirkungen des Klimawandels stellen die Stadt Münster vor neue Herausforderungen: wie gelingt es, die Stadt auch mit geänderten klimatischen Bedingungen lebenswert zu gestalten?

Bereits jetzt verfolgt die Stadt Münster im Rahmen der Gefahrenabwehr und der konzeptionellen Planungen vielfältige Maßnahmen, wie beispielsweise bei Fragestellungen des Hochwasserschutzes:

  • Die Stadt Münster führt seit Jahrzehnten Renaturierungsmaßnahmen an Gewässern durch, die neben der ökologischen Aufwertung auch einen wesentlichen Beitrag zum Hochwasserschutz leisten.
  • Hochwasseraktionspläne sowie Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten verdeutlichen, welche Bereiche der Stadt von extremen Hochwasserereignissen betroffen wären und welche Vorsorge- und Schutzmaßnahmen zu ergreifen sind.

Weitere Informationen zum Hochwasserschutz


Um sich zukünftig besser auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten und die verschiedenen Aktivitäten der Stadt Münster zu bündeln, hat die Stadt Münster gemeinsam mit dem Planungsbüro BKR Aachen und dem Geographischen Institut der RWTH Aachen ein Klimaanpassungskonzept erarbeitet. Die Erarbeitung des Klimaanpassungskonzeptes für Münster ist durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMU) und der Nationalen Klimaschutzinitiative im Jahr 2015 aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages, Förderkennzeichen 03KS7649 gefördert worden.

Die Anpassung an den Klimawandel und somit die Umsetzung des erarbeiteten Konzeptes ist als Querschnittsaufgabe zu begreifen. Sie erfordert eine enge Zusammenarbeit aller relevanten Akteure der städtischen Verwaltung sowie Einrichtungen und Organisationen in Münster. Nicht zuletzt sind alle gefordert, die Herausforderung anzunehmen und sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Die Umsetzung des Klimaanpassungskonzepts mit der Koordinierung und Initiierung der gesamtstädtischen Aktivitäten wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) und der Nationalen Klimaschutzinitiative aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages, Förderkennzeichen 03K07366, in Form einer Personalstelle "KSI: Klimaanpassungsmanager für die Stadt Münster" für den Projektzeitraum 09/2018 – 08/2020 gefördert.



Logos des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und der Nationalen Klimaschutzinitiative aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

Was wissen wir bisher?

Albersloher Weg

Albersloher Weg

Extreme Wetterereignisse gab es schon immer. Der globale Klimawandel sorgt jedoch dafür, dass Häufigkeit und Intensität dieser Ereignisse zunehmen. Das Land Nordrhein-Westfalen hat in einer breit aufgestellten Studie untersuchen lassen, mit welchen Auswirkungen die Regionen NRWs in den folgenden Jahren zu rechnen haben. Für das Münsterland ergibt sich daraus das folgende Bild:

  • Die Jahresdurchschnittstemperaturen erhöhen sich. Zugleich steigt die Anzahl der Tage mit sogenannten Extremereignissen. Dazu zählen Sommertage mit einer Höchsttemperatur von mehr als 25°C sowie Hitzetage mit Temperaturen von 30°C und mehr. Auch die Zahl der Tropennächte, in denen die Temperatur nicht unter 20°C absinkt, wird wahrscheinlich zunehmen.
  • Der Niederschlag nimmt im Jahreslauf insgesamt leicht zu. Infolge des Klimawandels verschiebt sich aber der Niederschlag im Jahresverlauf. Gerade in den Sommermonaten ist mit weniger Regen zu rechnen, in Verbindung mit den steigenden Temperaturen erhöht sich dann die Wahrscheinlichkeit von Trockenperioden. Die Niederschläge im Winterhalbjahr steigen hingegen und fallen vermehrt als Regen.
  • Darüber hinaus ist absehbar, dass die Häufigkeit sogenannter Starkniederschläge (Platzregen) künftig zunimmt. Dies bedeutet, dass in relativ kurzer Zeit große Mengen an Niederschlag fallen, die in der Stadt zu Überflutungen führen können.
  • Mit großer Wahrscheinlichkeit nehmen auch die Häufigkeit und Intensität extremer Windereignisse zu.

Ergebnisse der landesweiten Untersuchung: www.umwelt.nrw.de/klima/klimawandel


Das Anpassungskonzept für die Stadt Münster

Aufgabe des Anpassungskonzeptes für die Stadt Münster ist es, die Auswirkungen des Klimawandels auf das Stadtgebiet möglichst genau zu erfassen und einen darauf abgestimmten Maßnahmenkatalog sowie eine Gesamtstrategie für die Stadt Münster zu entwickeln. Im Fokus stehen dabei die folgenden Fragestellungen:

  • Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf das Stadtgebiet Münsters? Welche Bereiche innerhalb der Stadt sind besonders durch Wärmebelastung und/oder Überflutungen betroffen?
  • Welche Maßnahmen tragen dazu bei, diese Auswirkungen erträglich zu machen und Schäden zu verhindern?
  • Wo ist die Stadt Münster heute schon aktiv und was muss sie in Zukunft noch tun? Wie können sich die Akteure besser abstimmen und ihre Aktivitäten koordinieren?
  • Was muss kurzfristig getan werden, wo ist langfristiges Handeln gefragt?

Stand und Ergebnisse des Anpassungskonzeptes

Die Ergebnisse der Bestandsaufnahme und der Identifizierung von Handlungsfeldern zu den zu erwartenden Klimawandelfolgen in Münster sind zusammengetragen worden und darauf aufbauend ist die Gesamtstrategie und der Maßnahmenkatalog erarbeitet worden. Das Konzept ist von den Gutachtern im Dezember 2015 fertiggestellt worden und der Rat der Stadt Münster hat es im Mai 2017 beschlossen. Interessierte können ein kostenloses Exemplar bei der Münster-Info im Stadthaus 1 oder im Stadthaus 3 abholen oder im Ratsinformationssystem die Beschlussvorlage und das Gutachten herunterladen:



 

Zusatzinfos

Kontakt

Birgit Wildt
Tel. 02 51/4 92-67 03
WildtB@stadt-muenster.de

Isabel Scherer
Tel. 02 51/4 92-68 61
SchererI@stadt-muenster.de

Veit Muddemann
Tel. 02 51/4 92-68 62
MuddemannV@stadt-muenster.de