Stadt Münster: Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit - Umweltgerechte Bewirtschaftung

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Wald und Forst

Umweltgerechte Bewirtschaftung

Rückepferd im Einsatz

Rückepferd

Der Rat der Stadt Münster hat am 10.09.1997 beschlossen, dass auch zukünftig die naturnahe Bewirtschaftung der forstlich genutzten Waldflächen fortgesetzt wird und dies gleichermaßen für die Wälder der im Rahmen eines Beförsterungsvertrages bewirtschafteten Flächen der Stadtwerke Münster gilt. Gleichzeitig verpflichtete sich die Stadt Münster, die durch den Naturschutzbund Deutschland (NABU) vorgegeben Kriterien zur Waldbewirtschaftung in Naturwaldgemeinden einzuhalten sowie eine Kennzeichnung des zum Verkauf gelangenden Holzes anzustreben. Mit den nachstehenden Zertifikaten wurde diese Selbstverpflichtung umgesetzt:


FSC-Siegel

FSC-Siegel

Für die umweltgerechte, sozialverträgliche und wirtschaftlich tragfähige Bewirtschaftung haben die im Rahmen einer Gruppenzertifizierung geprüften Forstbetriebe der Stadt Münster die Anerkennung des Forest Stewardship Council (FSC®) erhalten. Die Hölzer aus den beteiligten Forstbetrieben der Stadt Münster (511 Hektar), der Stadtwerke Münster GmbH (390 Hektar) und der Stiftung Siverdes (11 Hektar) können deshalb mit dem weltweit gültigen, von den Umwelt- und

Verbraucherverbänden empfohlenen Gütesiegel "FSC®" vermarktet werden.
Die Verbraucher haben damit die Gewähr, dass sie Holz erwerben, welches naturnah produziert wurde und nicht aus Raubbau stammt. Die Käufer können sich dadurch gezielt an der weltweiten Erhaltung und Erneuerung der Wälder beteiligen.

Fachleute des vom FSC® akkreditierte Zertifizierer – GFA Consulting Group GmbH – haben die beteiligten Forstbetriebe anhand der international geltenden strengen Qualitätsstandards vor Ort geprüft und mit der Erteilung des Zertifikates der Stadt Münster bescheinigt, dass sie die anspruchsvollen Prinzipien für eine umweltschonende Waldbewirtschaftung erfüllen:

  1. Einhaltung der Gesetze und FSC® Prinzipien
  2. Definition, Dokumentation und rechtliche Verankerung von Besitzansprüchen, Landnutzungsrechten und Verantwortlichkeiten für die Waldflächen
  3. Beachtung der Rechte indigener (eingeborener) Völker
  4. Langfristige Erhaltung und Vergrößerung des sozialen und ökonomischen Wohlergehens der im Wald beschäftigten und der lokalen Bevölkerung
  5. Förderung der effizienten Nutzung der vielfältigen Produkte und Leistungen des Waldes mit dem Ziel einer langfristig wirtschaftlichen Tragfähigkeit und dem Erreichen einer breiten Palette von ökologischen und sozialen Vorteilen
  6. Gewährleistung der biologischen Vielfalt, der Wasserressourcen, der Böden sowie Erhaltung von empfindlichen Ökosysstemen, Landschaften und der Unversehrtheit des Waldes
  7. Erstellung, Anwendung und Aktualisierung eines angemessenen Planungswerkes mit langfristigen Bewirtschaftungszielen und den Mitteln zur deren Verwirklichung
  8. Dokumentation, Bewertung und Feststellung des Waldzustandes, der Erträge, der Handels- und Verwertungskette, der Bewirtschaftunsmaßnahmen sowie der sozialen und ökologischen Auswirkungen
  9. Erhaltung von Wäldern mit hohem Schutzwert

Regeln der naturnahen Waldbewirtschaftung wie Kahlschlagverzicht, Vorrang für Naturverjüngung, Umbau in naturnahe Mischwälder, waldgerechter Maschineneinsatz und Verzicht auf chemische Biozide sind Standard in den Wäldern der Stadt Münster.



PEFC-Zertifizierung

PEFC-Siegel

Da die jährlich anfallende Holzmenge von etwa 3.000 Festmetern nicht vollständig an FSC®- Betriebe vermarktet werden kann, und die Anerkennung der städtischen Forstbetriebe erst mit der Aufstellung der neuen Forstplanungswerke im Jahre 2003 sinnvoll erfolgen konnte, wurde schon im Jahre 2001 eine Zertifizierung nach dem "Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes" PEFC (Programm für die Anerkennung von Waldzertifizierungssystemen) umgesetzt.
Dieses Zertifizierungssystem für nachhaltige Forstwirtschaft basiert inhaltlich ebenfalls auf internationalen Beschlüssen der Nachfolgekonferenzen der Umweltkonferenz von Rio de Janeiro (1992).

In Deutschland sind dies die von den Ministerkonferenzen zum Schutz der Wälder in Europa von 37 Nationen verabschiedeten Kriterien und Indikatoren (Helsinki 1993, Lissabon 1998, Wien 2003).

Wichtigstes Ziel von PEFC ist die Dokumentation und Verbesserung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung im Hinblick auf ökonomische, ökologische und soziale Standards. Gleichzeitig bietet die Waldzertifizierung ein gutes Marketinginstrument für den nachwachsenden Rohstoff Holz, welches die Verbesserung des Images der Forst- und Holzwirtschaft beinhaltet.

Eine Waldzertifizierung kann nur dann erfolgreich sein, wenn das Holz mit dem jeweiligen Zertifikat auch den Endverbraucher erreicht. Dazu ist es erforderlich, dass jedes beteiligte Unternehmen einen Nachweis über den Holzfluss – die sogenannte Chain of Custody – führt. Deshalb müssen auch die holzwirtschaftlichen Betriebe zertifiziert sein.



 

Zusatzinfos

Kontakt

Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
Albersloher Weg 450
York-Kaserne, Gebäude 12 und 14
Postanschrift: 48127 Münster

Tel. 02 51/ 4 92-67 01
Fax 02 51/ 4 92-77 37
umwelt@stadt-muenster.de
 

Ansprechpartner

Hans-Ulrich Menke
Montag bis Donnerstag
14 bis 16 Uhr
Anfragen zu Kaminholz:
Donnerstag 14 bis 16 Uhr
Tel. 02 51/4 92-67 43
Fax 02 51/4 92-79 47
menke@stadt-muenster.de

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