Stadt Münster: Villa ten Hompel - Geschichtskoffer und -rucksäcke

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Zielgruppenorientierte Auseinandersetzung mit Geschichte

Geschichtskoffer und -rucksäcke

Die Auseinandersetzung mit Geschichte ist oft abstrakt, in immer heterogeneren Lerngruppen mit Schülerinnen und Schülern, die keine verwandtschaftliche Bezüge etwa zur Zeit des Nationalsozialismus haben, fehlen häufig Anknüpfungspunkte. Der Frage "Was hat das mit mir zu tun?" versuchen wir mit den Geschichtskoffern und Geschichtsrucksäcken zu begegnen. Orientiert an jugendlichen Zielgruppen oder sogar eigens für Grundschulkinder entwickelt, ergeben sich hier Bezüge zur jeweiligen Lebenswelt und Möglichkeiten für eigene Spurensuchen.



Geschichtskoffer

Die durch Mitarbeitende beziehugsweise in Kooperation mit der Villa ten Hompel entstandenen Geschichtskoffer ermöglichen eine an historischen Objekten und biographischen Dokumenten als Quellen orientierte Annäherung an Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen zu ganz unterschiedlichen Zeiten und Umständen. Auch in der Grundschule können so Themen wie die Verfolgung und Entrechtung der Juden an konkreten Beispielen aus der Alltagswelt in der Region thematisiert werden.

Ausleihe und Kosten

Für die Geschichtskoffer fallen eine Leihgebühr von 25 € sowie eine Kaution von 50 € an. Die Reservierung ist möglich über das Sektretariat. Es liegen jeweils didaktische Handreichungen bei, die einen Einsatz im Unterricht oder in der Projektarbeit erleichtern und begleiten. Das Team des Geschichtsorts berät Sie gern in allen Fragen rund um den Einsatz der Geschichtskoffer, die nach Absprache gerne auch eingesehen werden können.


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Geschichtskoffer "Jugenderfahrungen in Ost- und Westdeutschland"

Der Inhalt des Koffers erzählt aus dem Leben von zwölf Menschen, die wichtige Teile ihrer Jugend oder ihres jungen Erwachsenenlebens in Mecklenburg-Vorpommern oder Nordrhein-Westfalen verbrachten. Sie schildern ihre Lebensverhältnisse in der DDR und der BRD. Aus biographischer Perspektive eröffnen sich Vergleiche zwischen dem Alltagsleben in Ost und West.

Der Koffer enthält lebensgeschichtliche Erinnerungen, Worterklärungen und Dokumente der vorgestellten Personen, zudem Materialboxen mit Gegenständen aus Ost- und Westdeutschland sowie umfangreiche Hintergrundinformationen. Die pädagogische Handreichung enthält konkrete didaktische Vorschläge zur Beschäftigung mit den Biographien.

Zielgruppe des Geschichtskoffers "Jugenderfahrungen in Ost- und Westdeutschland" sind vor allem Schülerinnen und Schüler der Mittel- und Oberstufe.

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Geschichtsrucksäcke

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Ein Angebot im Rahmen des Landesprogramms Kulturrucksack NRW

Die durch Mitarbeitende bzw. in Kooperation mit der Villa ten Hompel entstandenen Geschichtsrucksäcke sind Teil des Landesprogramm "Kulturrucksack Nordrhein-Westfalen", das sich an Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 14 Jahren wendet.

Seit 2013 gehört auch die Stadt Münster zu den Kulturrucksack-Städten in NRW. Ziel des Kulturrucksackprogramms in Münster ist es, den 10- bis 14-Jährigen insbesondere auch außerhalb des schulischen Kontextes und nah an ihren eigenen "Lebenswelten" neue Perspektiven in der Rezeption von kulturellen Angeboten sowie Räume der eigenen kreativen Gestaltung zu eröffnen. Auch der Geschichtsort nimmt nun an dem Programm teil. Kreativ und spielerisch soll ein Zugang auch zu ernsten Themen der Geschichte gelingen, gleichzeitig auch die Villa ten Hompel den jungen Münsteranern näher gebracht werden.

Ausleihe und Kosten

Derzeit können vier "Geschichtsrucksäcke" ausgeliehen werden. Es liegen jeweils Handreichungen bei, die einen Einsatz im Unterricht oder in der Projektarbeit erleichtern und begleiten. Das Team des Geschichtsorts berät gern in allen Fragen rund um den Einsatz der Geschichtsrucksäcke, die nach Absprache gerne auch eingesehen werden können.

Die Ausleihe ist kostenfrei, als Pfand muss eine Kopie des Ausweises hinterlegt werden. Die Ausleihfrist beträgt zwei Wochen, reserviert werden können die Rucksäcke über das Sekretariat des Geschichtsortes.



Hier gelangen Sie zu den drei momentan ausleihbaren Geschichtsrucksäcken:


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Geschichtsrucksack "Z wie Zigeuner"

"Z wie Zigeuner"
Verfolgung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus

Warum wurden Sinti und Roma während des Nationalsozialismus verfolgt? Wer sind eigentlich "Sinti und Roma"? Warum ist "Zigeuner" eigentlich ein Schimpfwort? Diesen und weiteren Fragen geht der Geschichtsrucksack "Z wie Zigeuner" nach. Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern zu mit kreativen Zugängen zu vermitteln, dass Sinti und Roma im Nationalsozialismus zu Unrecht als Menschen zweiter Klasse abgestempelt, verfolgt und ermordet wurden.

Der Gegenwartsbezug wird ebenfalls hergestellt: auch heute noch sind viele Sinti und Roma in unserer Gesellschaft nicht akzeptiert und kämpfen mit Vorurteilen. Auch davon handelt dieser Geschichtsrucksack.

Dieser Rucksack enthält unter anderem:

  • einen USB-Stick mit einem Kurzfilm, einem Wissensquiz, einer Reportage der Lokalzeit Münster und einem Interview mit einem Sinto
  • einen Bilderrahmen mit einem Gemälde
  • ein Fotoalbum
  • eine Mappe mit Dokumenten
  • das Buch "Elses Geschichte"
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Geschichtskoffer "Alles außer Hochdeutsch"

"Alles außer Hochdeutsch"
Sprache und historische Veränderungen in Münster

Dieser Rucksack beschäftigt sich mit Sprache. Heute gibt es etwa 6.500 Sprachen auf der Welt, wobei die Hälfte vom Aussterben bedroht ist, denn "Sprache kommt von Sprechen" - wenn niemand mehr die Sprache spricht, dann stirbt diese aus.

Hier geht es um die Alltagssprache in Münster - besser Sprachen, denn im Laufe der Zeit veränderte sich auch die Umgangssprache in Münster: Vom Altsächsischen über das Niederdeutsche und die Masematte zum Hochdeutsch. Spielerisch kann man sich diesen vergangenen Sprachen nähern und auch schauen, warum diese entstanden und wieder verschwanden.

Dieser Rucksack enthält unter anderem:

  • Mappe mit Handreichung
  • Technische Hilfsmittel
  • eine plattdeutsche Geschichte
  • ein Masematte-Memory
  • ein Handwörterbuch der Münsterschen Masematte
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Geschichtskoffer "Gerechtigkeit ja - aber wie?"

"Gerechtigkeit ja - aber wie?"
Verfolgung und Wiedergutmachung in Deutschland

Der Besuch der Schule, des Kinos oder des Schwimmbades ist für alle Kinder und Jugendliche heute eine Selbstverständlichkeit. Während des Nationalsozialismus war das aber nicht für alle so. Ausgehend von den Lebenserinnerungen von Rolf Abrahamsohn aus Marl, der mit 13 Jahren in Schutzhaft genommen und mit 17 deportiert wurde nur weil er Jude war, wird die Frage gestellt, wie man Menschen wie ihm, der zwar überlebt, aber alles verloren hat, Gerechtigkeit widerfahren lassen kann.

Der Geschichtsrucksack bietet unter dieser Fragestellung ein Thema, das in den Schulbüchern nicht vorkommt: die Entschädigung von nationalsozialistischem Unrecht durch die Bundesrepublik Deutschland. Anhand der Materialien kann sich eine Schülerin oder ein Schüler mit dem Thema auseinandersetzen und die Ergebnisse der Klasse präsentieren. Am Beispiel von Rolf Abrahamsohn wird der lange und schwierige Weg bis zur Entschädigung genauso deutlich wie die Tatsache, dass die Entschädigungszahlungen den entstandenen Schaden nicht wieder gut machen konnten.

Dieser Rucksack enthält unter anderem:

  • ein Fotoalbum
  • eine Aktenmappe
  • einen 5-DM-Schein
  • eine DVD (Interviewausschnitte Rolf Abrahamsohn)
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Zusatzinfos

Kontakt

Geschichtsort Villa ten Hompel
Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster

Tel. 02 51/4 92-71 01
Fax 02 51/4 92-79 18



Öffnungszeiten

Mittwoch, Donnerstag: 18-21 Uhr
Freitag bis Sonntag: 14-17 Uhr

Wir bitten unsere Besucherinnen und Besucher, beim Besuch in der Villa ten Hompel eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen.

Die Villa ten Hompel ist aufgrund der CoronaSchVO des Landes NRW und der anschließenden Weihnachtsschließungszeit vom 31.10.2020 bis zum 5.1.2021 für den Publikumsverkehr geschlossen.

Bürozeiten

Di, Mi, Fr: 9-12 Uhr
Do: 9-16 Uhr
Außerhalb dieser Zeiten ist ein Anrufbeantworter geschaltet. Führungen und Projekttage nach Vereinbarung.

So sind wir zu erreichen:

Per Bus mit der Ringlinie 33 und 34 (Haltestelle: Villa ten Hompel)

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