Stadt Münster: Villa ten Hompel - Rückblick Mittwochsgespräch Kenkmann

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Bericht

Mittwochsgespräch mit Prof. Dr. Alfons Kenkmann

Alfons Kenkmann am Stehpult

Prof. Dr. Alfons Kenkmann im Mittwochsgespräch

In einem Mittwochsgespräch zum Rahmenthema "Weimarer Verfasstheiten" begrüßte die Villa ten Hompel am 27. März Gründungsdirektor Prof. Dr. Alfons Kenkmann. Unter dem Titel "War Opa revolutionär? Veteranen und Zeitzeugen in Wissenschaft und Unterricht beider Deutschlands" sprach er über die Revolutionsjahre 1918/19 in deutsch-deutscher Perspektive. Anhand von vielen anschaulichen Beispielen mit Bild- und Videomaterial und Zitaten erläuterte Kenkmann die unterschiedlichen Herangehensweisen in der DDR und der BRD im Umgang mit der individuellen Erinnerungsarbeit zu den Revolutionsjahren 1918/19.

Während die Arbeitsveteranen mit ihren Erzählungen in der DDR bereits in den 1950er Jahren zur Traditionsbildung des Staates "von oben" herangezogen wurden, rückte die Zeitzeugenschaft in der BRD erst in den 1970er Jahren in den Fokus, hierbei ging es aber um Bewegungen "von unten".

Eine Ausstrahlung des Westdeutschen Rundfunks an Neujahr 1975 mit dem Titel "War Opa revolutionär?", die Kenkmann zur Benennung seines Vortrages inspirierte, warb für den Gustav-Heinemann-Geschichtswettbewerb. Man wollte Schüler/-innen auf den Wettbewerb aufmerksam machen, der in diesem Jahr zum Thema hatte: "Vom Kaiserreich zur Republik 1918/19". Die Schülerinnen und Schüler wurden dazu angeregt, mit Verwandten und älteren Menschen ins Gespräch zu kommen und sie über die damalige Zeit zu befragen. Die Idee war, einen intergenerationellen Austausch entstehen zu lassen. Hierdurch erfuhr Zeitzeugenschaft im Westen erstmals eine breitere Anerkennung in der Öffentlichkeit.

In seinem Vortrag stellte Kenkmann die asynchronen Vorgehensweisen im Umgang mit der Erinnerungsarbeit zu den Revolutionsjahren 1918/19 dar und machte deutlich, dass die Arbeit mit Zeitzeugenschaft nicht erst mit Zeitzeugeninnen und Zeitzeugen des Nationalsozialismus begann, sondern bereits bei früheren Ereignissen einsetzte.

Im Anschluss tauschten sich Kenkmann und die Gäste in einer anregenden Diskussion weiter über dieses spannende Thema der Zeitzeugenschaft aus.

Text: Franziska Thole



 

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