Stadt Münster: Villa ten Hompel - 2018-01-30 Projektvorstellung Stadtverwaltung im NS

Seiteninhalt

Veranstaltungen

Die Rolle der Stadtverwaltung Münster im Nationalsozialismus, 1920 bis 1960

Dienstag, 30. Januar, 16 bis 18 Uhr
Rathausfestsaal, Prinzipalmarkt 10

Foto

Die NSDAP-Fraktion auf dem Stadtweinhausbalkon, 10. Mai 1933 (Foto: Stadtarchiv Münster)

Welche Rolle spielte die Stadtverwaltung Münster im verbrecherischen Gewaltsystem des nationalsozialistischen Deutschlands und wie waren die Entwicklungen vor 1933 und nach 1945 personell und inhaltlich?

Am 30.1.1933 ernannte Reichspräsident Hindenburg den Vorsitzenden der NSDAP, Adolf Hitler, zum neuen Reichskanzler. Diese Herrschaftsübernahme hatten die Nationalsozialisten propagandistisch wirkungsvoll in Szene gesetzt. Auch in Münster sollte wenige Wochen später eine Hakenkreuzfahne auf dem Rathaus wehen. Schnell setzten die Nationalsozialisten mit Albert Hillebrand hier einen linientreuen Oberbürgermeister ein. Die Stadtverwaltung Münster wurde zu einer tragenden Säule im Fundament der nationalsozialistischen Herrschaft vor Ort.


Foto

Philipp Erdmann und Annika Hartmann

Die Stadt Münster hat eine unabhängige wissenschaftliche Aufarbeitung der Rolle der lokalen Behörde am „Schreibtisch Westfalens“ im Nationalsozialismus und im Zweiten Weltkrieg in Auftrag gegeben. Diese Aufarbeitung hat der Geschichtsort Villa ten Hompel, Gastgeber der Projektvorstellung, koordinierend begleitet. Dem Beirat stand Sabine Mecking vor, Professorin an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW.

Am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte / Zeitgeschichte an der WWU Münster sind unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Großbölting zwei Dissertationen entstanden, die methodisch innovativ neue Erkenntnisse verhandeln. Inwiefern die Kommunalbeamten an Ausgrenzung, Raub und Verfolgung von Juden und anderen Bevölkerungsgruppen beteiligt waren, bildete eine Leitfrage der Forscher. Schließlich haben sie den Blick auch auf die Nachkriegszeit gerichtet: Wie ist Münsters Stadtverwaltung mit ihrer eigenen NS-Vergangenheit umgegangen, wie hat sie belastete Beamte entnazifiziert oder wiedereingegliedert und Betroffene entschädigt?

Am 85. Jahrestag der nationalsozialistischen Machtübernahme präsentiert das Projektteam die Forschungsergebnisse. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Markus Lewe und Stadträtin Cornelia Wilkens werden die Erkenntnisse diskutiert und mit Blick auf die Gegenwart eingeordnet.

Programm

Begrüßung:
Oberbürgermeister Markus Lewe und Prof. Dr. Thomas Großbölting

Präsentation der Untersuchungsergebnisse:
Annika Hartmann: Verwaltung vor Ort zwischen Konflikt und Kooperation 1920 - 1939
Philipp Erdmann: Kommunales Krisenhandeln 1935 - 1960
Markus Goldbeck: Das NS-Personal in der Verwaltung 1933 - 1945

Gesprächsrunde:
Prof. Dr. Sabine Mecking, Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirates
Stadträtin Cornelia Wilkens
Philipp Erdmann, Annika Hartmann, Markus Goldbeck
Moderation: Dr. Christoph Spieker, Leiter Geschichtsort Villa ten Hompel

Abschluss:
Offene Diskussion mit dem Publikum und Resümee durch Prof. Dr. Thomas Großbölting

Hinweis:
Fragen zum Thema für die Gesprächsrunde können Sie per E-Mail bis 24. Januar 2018 senden.
Zur Teilnahme ist eine Anmeldung sowie deren Bestätigung per E-Mail erforderlich: Vth-Tagung@stadt-muenster.de


 

Zusatzinfos

Kontakt

Geschichtsort Villa ten Hompel
Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster

Tel. 02 51/4 92-71 01
Fax 02 51/4 92-79 18



Öffnungszeiten

Mittwoch, Donnerstag: 18-21 Uhr
Freitag bis Sonntag: 14-17 Uhr

Bürozeiten

Di, Mi, Fr: 9-12 Uhr
Do: 9-16 Uhr
Außerhalb dieser Zeiten ist ein Anrufbeantworter geschaltet. Führungen und Projekttage nach Vereinbarung.

So sind wir zu erreichen:

Per Bus mit der Ringlinie 33 und 34 (Haltestelle: Villa ten Hompel)