
Foto: Karin Mayer
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Abschied von Wilm Weppelmann
Als Wilm Weppelmann im Sommer 2014 für 30 Tage auf einen schwimmenden Gemüsegarten auf den Aasee in Münster zog, sorgte das überregional für Aufmerksamkeit. Der Konzeptkünstler verbrachte nicht nur Tag und Nacht auf dem Floß, er ernährte sich auch von dem, was er darauf anbaute. Jeden Morgen stellte er sich auf seine 24 Quadratmeter große Insel und rief per Megaphon dazu auf, über Wesentliches nachzudenken. "Was ich brauche" hieß die Dauerperformance. Eine Auseinandersetzung mit den menschlichen Grundbedürfnissen, eine Aufforderung, die eigenen Lebensumstände zu reflektieren. Wilm Weppelmann wurde in Lüdinghausen geboren, studierte Germanistik in Münster, arbeitete als Regieassistent am Theater, in Verlagen und Kulturredaktionen, bis es ihn Ende der 1990er Jahre komplett zur Kunst zog. Konzeptkunst, Aktionskunst, Fotografie, Videokunst, Installation, Gedichte: Wilm Weppelmanns Werk überraschte immer mit einem interdisziplinären Blick. Seit 2005 wurde der urbane Garten und das Stadtgrün der zentrale Kosmos seines Wirkens, sein eigener Schrebergarten der Nährboden seiner Kunst. Dorthin lud er seit 2006 in jedem Sommer zur Freien Gartenakademie ein, einem Open-Air-Kulturprogramm, mit dem er klug und kundig den Bogen von gärtnerischen Themen bis zu existenziellen Fragen spannte. Selbst nach seiner Krebsdiagnose vor einigen Jahren verfolgte er seine Kunst, seine vielfältigen Formate und Programme unermüdlich weiter. Am 5. November ist Wilm Weppelmann mit 64 Jahren gestorben. Er wird fehlen! Ihr Team vom Kulturamt Münster
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