Stadt Münster: Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit - Eichenprozessionsspinner

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Bäume

Eichenprozessionsspinner

Foto

Gespinstnest der Raupen

Der Eichenprozessionsspinner tritt an Eichen auf. Seine Raupen durchleben fünf (Männchen) oder sechs (Weibchen) Larvenstadien. Die Larven legen den Weg am Stamm und in den Ästen in langen, mehrreihigen Prozessionen zurück; aus diesem Verhalten leitet sich der Name ab. In den ersten beiden Stadien halten sich die sehr kleinen Raupen besonders in den Baumspitzen auf und sind nur schwer zu entdecken. Um sich vor Feinden zu verteidigen, entwickeln sie im dritten Larvenstadium sogenannte Brennhaare, die ein Gift enthalten, das allergieauslösend wirken kann. Die Nester sind bis zu einem Meter lang und befinden sich meist am Stamm oder unter den Astgabeln.


Auftreten in Münster

Mehrere Reihen von Raupen an einem Ast

Raupenprozession

Nachdem die Wiedereinwanderung des Eichenprozessionsspinners 2012 festgestellt wurde, kontrollieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amtes für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit die unter Verdacht stehenden Bereiche besonders intensiv. Seit 2016 stieg die Anzahl von 800 Gespinsten, über 2.000 (2017) und 6.000 (2018) auf über 100.000 Gespinsten im Jahr 2019. Für die Bekämpfungsmaßnahmen wurden bisher in 2019 ca 360.000 € und 4.000 Arbeitsstunden aufgewandt.

Die trockene und sonnige Witterung der Jahre 2018 und 2019 hat die Ausbreitung und Entwicklung der Eier zum Falter extrem stark gefördert, so dass auch in den kommenden Jahren mit einem weiteren Befall zu rechnen ist.


Bekämpfung

Ein Mann auf einem Hubsteiger sprüht eine Flüssigkeit in eine Eiche.

Bekämpfung mit einem Biozid

Bei einem Befall von Bäumen auf öffentlichen Flächen in bebauten Stadtbereichen wird der Eichenprozessionsspinner auf der Grundlage einer durch den Umweltausschuss beschlossenen Vorgehensweise bekämpft. Das Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit arbeitet bei der Bekämpfung mit Fachfirmen zusammen, die eine sachgerechte Beseitigung gewährleisten. Je nach Gefährdung (Standort des Baumes, Nutzung der umliegenden Fläche) kommen unterschiedliche Bekämpfungsmethoden zum Einsatz.

Ende April 2019 wurden erstmalig rund 1.100 Eichen an einigen Straßenzügen im südwestlichen Stadtgebiet sowie am Heumannsweg, in Handorf und Gelmer von einem Hubsteiger aus mit einem Biozid besprüht. Insgesamt waren bis zu acht Hubsteiger- und Bodenkolonnen im Einsatz, um die Raupen und Gespinste abzusaugen. Durch die wechselnde Witterung ist im Jahr 2019 ein besonderer Umstand hinzugekommen: Die Schlupfzeit der Larven hat sich über mehr als sieben Wochen ausgedehnt, so dass an vielen Stellen Eichen wiederholt befallen wurden. So mussten zum Beispiel an einigen Schulen viermal Gespinste und Raupen abgesaugt werden. Einsätze an anderen Stellen verzögerten sich dadurch. Vorrang hatten öffentliche Spielplätze, Kindergärten, Schulen und Sportanlagen.

Für das Jahr 2020 hat das Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit die Ressourcen finanziell und personell weiter aufgestockt: Bis zu vier Bodenkolonnen werden Raupen bis zu einer Höhe von sechs Metern entfernen. Zwei weitere Kolonnen werden mit Einsatz von Schleppern große Gespinstnester in mittleren Reichhöhen entfernen. Die Anzahl der Hubarbeitsbühnen, mit denen Gespinste in einer Höhe von bis zu 30 Metern erreicht werden können, wurden von bisher vier auf acht erhöht. Die Ausbringung des Biozids "Forey ES" wird ebenfalls auf ca. 100-120 Standorte ausgedehnt. Hierbei handelt es sich um Standorte, wo eine mechanische Bekämpfung schwierig bzw. sehr aufwendig ist. Eine flächendeckende Beseitigung durch Biozideinsatz - auch an Waldwegen oder im Außenbereich - ist weder möglich noch sinnvoll, da sich die natürlichen Gegenspieler der Eichenprozessionsspinner-Raupen dann kaum vermehren könnten. Im Rahmen der Bekämpfung werden jeweils die Bereiche unter den Baumkronen kurzfristig gesperrt.



Gesundheitsgefahren

nackter Arm mit roten Pusteln

Hautentzündung nach Kontakt mit Brennhaaren der Raupe

Mit möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch die allergieauslösenden Haare der Larven ist - je nach Witterung - erst ab dem dritten Larvenstadium ab Anfang Mai zu rechnen. Die Anzahl der Brennhaare der Larven nimmt in den folgenden Stadien kontinuierlich zu.
Die Raupen mit den gefährlichen Brennhaaren können bis mindestens Mitte Juli aktiv sein. Dann folgt - je nach Witterung - die Puppenruhe in den Nestern, bevor die harmlosen Nachtfalter ab etwa Ende Juli schlüpfen. Die Brennhaare der Raupen bleiben in den Gespinsten und Nestern und sind noch bis zu zwei Jahre virulent.


Was können Sie tun?

Wenn es möglich ist, sind befallene Gebiete/Bereiche unter Baumkronen zu meiden. Dieses lässt sich jedoch nicht immer verhindern. Dann sollte Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen getragen werden. Die Hosenbeine sind dabei unten zu schließen, damit keine Gifthaare von unten in die Hose gelangen. Empfindliche Hautbereiche wie zum Beispiel Nacken, Hals und Unterarme sind zu schützen.

Nester sollten auf keinen Fall selbsttägig entfernt werden. Auch wenn das Nest aus dem/den Vorjahr(en) sein sollte, können die verbliebenen Haare noch Allergien auslösen.
Befindet sich eine befallene Eiche auf Ihrem Grundstück, so lassen Sie die Nester von Fachfirmen entsorgen; Baumpflegefirmen sind in der Regel in der Lage, die Arbeiten sachgerecht durchzuführen.
Adressen finden Sie im Branchenbuch oder im Internet.

Bestand dennoch Kontakt mit Brennhaaren, so sind Kleidung, Schuhe etc. auszuziehen und es ist darauf zu achten, dass Brennhaare nicht in den Wohnbereich gebracht werden. Kleidung möglichst bei mindestens 60° C waschen, kalt duschen und die Haare waschen, Augen mit lauwarmen Wasser und Mund mit kaltem Wasser reichlich spülen.

Hundebesitzer und Hundebesitzerinnen sollten darauf achten, dass ihre Vierbeiner nicht in Kontakt mit Nestern oder Gespinsten, die auf dem Boden liegen, kommen.


 

Zusatzinfos

Kontakt

Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
Albersloher Weg 450
York-Kaserne, Gebäude 12 und 14
Postanschrift: 48127 Münster

Hotline Eichenprozessionsspinner (EPS-Hotline)
Tel. 02 51/4 92-78 78
eps@stadt-muenster.de

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