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Geschichtsort Villa ten Hompel - Newsletter

Themen des Newsletters Mai 2013

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wir freuen uns Sie über das Neueste aus dem Geschichtsort Villa ten Hompel informieren zu dürfen.

Öffnungszeiten während des Pfingstwochenendes und Fronleichnam

Die Ausstellung ist am Pfingstsonntag dem 19.5. in der Zeit von 12.00 - 18.00 Uhr geöffnet. An Fronleichnam, Donnerstag dem 30.5. ist die Ausstellung nicht geöffnet.

Vortrag mit Prof. Dr. Kröner am 5.6.13

Hermann Muckermann - Theologe und Eugeniker, Vortrag mit Prof. Dr. Kröner

Der deutsche Anthropologe, Eugeniker und ehemalige Jesuit Hermann Muckermann (1877-1962) ist eine widersprüchliche Figur in der deutschen eugenischen Bewegung gewesen. Als „Trommler“ für die eugenische Sache zur Lösung der sozialpolitischen Krise der Weimarer Republik hat er dazu beigetragen, dass eugenisches Denken Eingang in katholische Kreise gefunden hat. Er war der erfolgreichste Propagandist und „Fundraiser“ für das 1927 gegründete Kaiser-Wilhelm–Institut für Anthropologie, Menschliche Erblehre und Eugenik, an dem er bis 1933 die Abteilung für Eugenik leitete. 1933 verlor er diese Stellung, obwohl seine eugenischen Anschauungen vor 1933 von einigen NS-Eugenikern durchaus für kompatibel mit der NS-Rassenhygiene gehalten worden waren. Nach dem Krieg galt er daher als NS-Opfer oder sogar als Widerstandskämpfer.

In seinem Vortrag wird Prof. Kröner versuchen, Muckermann und seine Anschauungen in der eugenischen Bewegung der Weimarer Republik zu positionieren, sein Verhältnis zum Nationalsozialismus zu problematisieren, und sich mit seiner Nachkriegstätigkeit als Leiter des Instituts für natur- und geisteswissenschaftliche Anthropologie, fälschlich häufig als „Max-Planck-Institut“ bezeichnet, befassen.

Kurzvita:

Hans-Peter Kröner, geb. 1949, Studium der Medizin, der Philosophie und Geschichte an der Universität Münster. Seit 1990 wiss. Mitarbeiter am Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin der WWU. Habilitation 1995. Seit 2001 Professor für Geschichte der Medizin. Forschungsschwerpunkte: Geschichte der Eugenik und Humangenetik, Medizin und Nationalsozialismus, Universitäts- und Fakultätsgeschichte.

Eintritt frei, Anmeldung nicht erforderlich.

"Wissenschaft wandern und erleben in Lengerich" am 9.6.13

Expedition Münsterland: "Wissenschaft wandern und erleben in Lengerich"

Die Expedition Münsterland der WWU Münster lädt  am 9. Juni (So.) zu einem Rundwanderweg nach Lengerich entlang der Steinbrüche ein, der Geologie, Ökologie und Kultur rund um den Ort aufgreift und an 14 verschiedenen Stationen von den unterschiedlichsten regionalen Akteuren gestaltet wird.

Beginn der Veranstaltung ist 11 Uhr, Ende gegen 18 Uhr. Es besteht die Möglichkeit, an allen Expeditionspunkten teilzunehmen oder sich persönlich einzelne Gesichtspunkte herauszugreifen. An mehreren Orten werden Speisen und Getränke angeboten.

Im Rahmen des vielseitigen Expeditionsprogramms wird Thomas Köhler, wiss. Mitarbeiter der Villa ten Hompel, zusammen mit Dr. Sabine Kittel vom Historischen Seminar der WWU Münster Führungen zur Geschichte des alten Eisenbahntunnels Lengerichs anbieten, der in der NS-Zeit u.a. als einziges KZ-Außenlager des Münsterlandes umfunktioniert wurde.

Alle weiteren Informationen zu Orten, Zeiten und ggf. Kosten (Eisenbahntransfer) finden Sie unter: www.uni-muenster.de/Expedition-Muensterland/veranstaltungen/archiv/2013/lengerich2013.html

eMail: expedition.muensterland@uni-muenster.de

Yad Vashem Lectures mit Thomas Köhler am 17.6.13

Yad Vashem Lectures "Polizeigeschichte im Nationalsozialismus"

Thomas Köhler, wiss. Mitarbeiter der Villa ten Hompel, wird am 17. Juni (Mo.) im Rahmen der „Yad Vashem Lectures“ das von ihm mit konzipierte Unterrichtsmaterial „Nicht durch formale Schranken gehemmt“ – Die deutsche Polizei im Nationalsozialismus vorstellen. Das didaktische Arbeitsbuch erlaubt es, fächerübergreifend und multiperspektivisch Zugänge zum Thema Nationalsozialismus und den Umgang hiermit nach 1945 zu schaffen. Neben der Vorstellung der Konzeption und der Inhalte werden in Kleingruppen konkrete Arbeitsmöglichkeiten mit dem Band erarbeitet und diskutiert werden können.

Die Fortbildung beginnt um 10.30 Uhr, Ende gegen 16.30 Uhr. Es wird eine Teilnahmegebühr von 15 € erhoben. Ein kleiner Mittagsimbiss wird im Haus gereicht.

Anmeldung bitte unter:

Geschichtsort Villa ten Hompel, Tel.:  0251 492-7101, Fax:  0251 492- 7918, Mail: tenHomp@stadt-muenster.de

Ausstellung Karikaturen erinnern an Bücherverbrennung bis 3.6.13

Ausstellung in der Stadtbücherei zeigt noch bis 3. Juni 13 Josef Capeks Werke 

Mit der Auswahl erinnert die Stadtbücherei zusammen mit den Kooperations-partnern, der Christlich-Jüdischen Gesellschaft und dem Geschichtsort Villa ten Hompel an die Bücherverbrennung vor 80 Jahren.

Vorschau: Tagung 12./13.7. "Nie wieder!" ...aber wie?

Tagung „Nie wieder!“ ...aber wie? Am Freitag 12.7. und Samstag 13.7.13 im Geschichtsort Villa ten Hompel

Zur (Nicht-)Bedeutung des Nationalsozialismus in der Rechtsextremismusprävention

Die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus gehört mittlerweile zum Selbstverständnis der Berliner Republik. In Deutschland existiert eine vielfältige Gedenkstättenlandschaft, die sich unterschiedlichen Aspekten und Opfergruppen der NS-Herrschaft widmet. Die Ansprüche an diese Einrichtungen sind hoch. Weit verbreitet ist beispielsweise die Erwartungshaltung, der Herausbildung von antisemitischen, rassistischen und rechtsextremen Verhaltensweisen bei Jugendlichen durch Gedenkstättenbesuche präventiv begegnen zu können. Die Konfrontation mit den Verbrechen des Nationalsozialismus und den Leidensgeschichten der Opfer am „authentischen Ort“ soll gleichsam eine „immunisierende“ Wirkung erzielen. Doch die Hoffnung, mit der „Geschichte“ als Argument ein wirkungsvolles Instrument für die Bekämpfung des Rechtsextremismus zur Hand zu haben, erweist sich oftmals als trügerisch. Die angestrebten Effekte – emotionale Betroffenheit oder kognitiver Erkenntnisgewinn bei den jeweiligen Zielgruppen – stellen sich häufig in der gewünschten Form nicht ein.

Ist ein „Lernen aus der Geschichte“ also doch möglich? Kann die Beschäftigung mit dem historischen Nationalsozialismus tatsächlich einen Beitrag zur Rechtsextremismusprävention leisten? Wie lassen sich Gegenwartsbezüge in der Gedenkstättenarbeit sowie in der schulischen und außerschulischen historisch-politischen Bildung herstellen, die auf schlichte Analogien verzichten, vordergründige Vereinnahmungen vermeiden und auf moralisierende Haltungen verzichten?

In Kooperation mit mobim und dem Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit in NRW (IDA-NRW)

Ausführlichere Informationen zum Tagungsprogramm und den Anmeldemodalitäten finden sich unter: www.mobim.info

Rückblick: Uraufführung des Films "Wir haben es doch erlebt - Das Ghetto von Riga"

Filmpremiere am 14.5. im Cinema, Warendorfer Straße 45, 48145 Münster

Ausverkauft war die Premiere des Dokumentarfilms „Wir haben es doch erlebt - Das Ghetto von Riga“, der in Anwesenheit des Regisseurs Jürgen Hobrecht vorgestellt wurde. 82 Minuten verfolgten die Zuschauer Zeitzeugenberichte über die grausamen Ereignisse und berührenden Schicksale der Menschen, die das Ghetto überlebt haben. Über viele Jahre hinweg hat der Filmemacher Hobrecht Spuren der mit dem Namen „Riga“ verbundenen Verbrechen recherchiert. Seine erschütternde Dokumentation begibt sich an die Orte des Geschehens in Lettland, zeigt aber auch, wie akribisch die Deportationen in Deutschland vorbereitet wurden. Jürgen Hobrecht erinnerte in Dankbarkeit an Ewald Aul, der ihn 1991 bei dem einem ersten Film in Riga begleitet hatte und leider vor wenigen Wochen verstorben ist.

Moderator Andreas Determann, vom Mitveranstalter der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, konnte die Produktionsverantwortlichen zu ihrer Motivation befragen, warum sie dieses Projekt jetzt realisiert haben. Auch das Publikum beteiligte sich interessiert an der Diskussion um aktuelle Einsatzformen dieses Mediums, wenn jetzt die Zeit der Zeitzeugen vorüber ist..

Vertrieben wird der Film durch das LWL-Medienzentrum für Westfalen

http://www.lwl.org/lwl-medienzentrum-shop/index.php?page=product&info=189

in Kooperation mit dem Geschichtsort Villa ten Hompel und den Städten des Rigakomitees.

Im Jahr 2000 hat sich das Riga-Komitee gegründet, ein mittlerweile von 42 Städten – darunter 20 aus Westfalen - getragener Zusammenschluss von Orten, aus denen Menschen nach Riga deportiert worden sind.

Ein Jahr danach wurde im Wald von Bikernieki, am Stadtrand von Riga, eine Gedenkstätte eingeweiht. Hier hatten 1941 bis 1944 deutsche SS-Männer und ihre einheimischen Helfer ca. 35.000 Menschen erschossen und verscharrt. In der Gedenkstätte veranstaltet der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) heute regelmäßig Camps mit deutschen und lettischen Jugendlichen. Auch das wird auf der DVD in einem Zusatzfilm dokumentiert.

Rückblick: Antikapitalismus von rechts?

Vortrag und Diskussion „Antikapitalismus von rechts? Wirtschaftliche und sozialpolitische Positionen der extremen Rechten“ am 25. April 2013 in der Villa ten Hompel

Seit dem Beginn der 1990er Jahre versuchen rechtsextreme Gruppen und Parteien verstärkt sozialpolitische Themen aufzugreifen und für ihre Propaganda nutzbar zu machen. Die NPD bezeichnet sich beispielsweise als „soziale Heimatpartei“ und wirbt für sich mit der Parole „Sozial geht nur national“. Auch in diesem Jahr fanden an verschiedenen Orten, etwa in Dortmund, Würzburg und Frankfurt  am 1. Mai Aufmärsche von Neonazis statt, die sich gegen „Kapitalismus“ und „Globalisierung“ richteten.

Gibt es also einen „Antikapitalismus von rechts“? Dieser Frage ging Hendrik Puls im Rahmen der von mobim organisierten Veranstaltung „Antikapitalismus von rechts? Wirtschaftliche und sozialpolitische Positionen der extremen Rechten“ nach, die am 25. April 2013 in der Villa ten Hompel stattfand.

Der Soziologe und Mitarbeiter der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Köln analysierte in seinem Vortrag die weltanschaulichen und ideengeschichtlichen Grundlagen der aktuellen „antikapitalistischen“ Rhetorik rechtsextremer Gruppierungen, die vielfach direkt an die Positionen des historischen Nationalsozialismus und die Gedankenwelt der „Konservativen Revolution“ der Weimarer Republik anknüpfen. Puls resümierte daher, dass der „Antikapitalismus von rechts“ nahezu durchgängig von nationalistischen, rassistischen und antisemitischen Argumentationsmustern geprägt sei.

Vielen Dank für Ihr Interesse. Den nächsten Newsletter erhalten Sie Mitte Juni.

Mit freundlichen Grüßen

Helga Pape

für das Team des Geschichtsortes Villa ten Hompel
tenhomp@stadt-muenster.de

 

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