Stadt Münster: Villa ten Hompel - Entleihbare Ausstellungen

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Geschichtsort

Entleihbare Ausstellungen

Der Geschichtsort bietet drei entleihbare Wanderausstellungen an, die unterschiedliche Aspekte der Hausgeschichte beziehungsweise der Beteiligung an regionaler Forschungsarbeit wiederspiegeln. Neben einer inhaltliche Einführunge finden Sie technische Hinweise, die Entleihmodalitäten und weitere Informationen in den folgenden Kurzbeschreibungen.



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Eröffnungsveranstaltung in Lengerich im Jahr 2012

Alter Eisenbahntunnel Lengerich

KZ-Außenlager - Zufluchtsort - Denkort? Der Tunnel als authentischer Ort deutscher Geschichte

Der Eisenbahntunnel Lengerich ist eine markante historische Wegmarke im nördlichen Münsterland. Als authentischer Ort spiegelt er deutsche und europäische Geschichte zwischen Kaiserreich, Weimarer Republik, dem NS-Staat und der BRD wider. Die u.a. durch französische Zwangsarbeiter gebaute Tunnelröhre wurde von 1871 bis heute multifunktional genutzt: als Eisenbahntunnel, bombensicherer Zufluchtsort im Zweiten Weltkrieg, KZ-Außenlager, Schießstand und Ort lokaler Subkultur. Zukünftig könnte das Areal als Denkort dienen.

Zwischen 1941 bis zum Kriegsende an Ostern 1945 nutzte die Lengericher Bevölkerung den Tunnel mehrfach als Zufluchtsort vor Luftangriffen. Im Zuge der kriegsbedingten Untertage-Verlagerung wurde der Tunnel im März 1944 zur bombensicheren Produktionsstätte umgebaut. Das "Geheimlager" erhielt den Tarnnamen "Rebhuhn". Der Tunnel diente der SS bis Ende März 1945 als KZ-Außenlager Lengerich. 200 KZ-Häftlinge frästen Tragflächenprofile für Jagdbomber der Luftwaffe. 21 KZ-Häftlinge kamen zu Tode, mindestens 14 davon wurden vom Lagerpersonal hingerichtet. Am 24. März 1945 wurden die Häftlinge auf den "Todesmarsch" geschickt.

Die Ausstellung

Die Villa ten Hompel und die Westfälische Wilhelms-Universität Münster haben mit Studierenden neue Forschungserkenntnisse zur Geschichte des Lengericher Tunnels gesammelt. Die Posterausstellung umfasst 14 großformatige laminierte Tafeln, die an Ösen aufgehängt werden können. Eine Leihgebühr wird nicht erhoben. Die Kautionskosten betragen 150 Euro. Nach Absprache steht die Projektleitung gegen Honorar für einen Eröffnungsvortrag zur Verfügung.


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Blick in die Ausstellung (Foto: Jörn Knost, www.joernknost.de)

EXLIBRIS

Spuren des Wissens und der Erinnerung in den Büchern der Historikerin und Shoah-Überlebenden Prof. Dr. Gertrude Schneider

"Meine Bücher sollen weiter sprechen, wenn die letzten Zeugen schweigen." Mit diesem Gedanken nahm die Shoah-Überlebende und Historikerin Prof. Dr. Gertrude Schneider, die seit 1947 in den USA lebt, 65 Jahre nach ihrer Befreiung Abschied von ihren Büchern. Es war ihr Wunsch, die Bücher in die Hände der Wolfgang Suwelack-Stiftung in Billerbeck zu geben, weil sie sich aufgrund des langjährigen und herzlichen Kontakts sicher ist, dass die Stiftung die Bücher in ihrem Sinne nutzt.

Ihre Bücher werden verstanden als Bestandteil ihrer Erinnerung und Identität. Das breite Themenspektrum bietet einen ungewöhnlichen Zugang zu einem Schicksal im „Dritten Reich“, individueller Auseinandersetzung und Fragen der Erinnerungskultur.

Aufgrund des wachsenden zeitlichen Abstands wird es nicht mehr lange dauern, bis keiner mehr da ist, der aus eigener Erfahrung über die Zeit des Nationalsozialismus berichten kann. Es drängt sich die Frage auf, warum und wie weiterhin der NS-Zeit gedacht werden soll.

Diese Tatsache und der Wunsch von Gertrude Schneider führten dazu, mit Hilfe der Bücher ihrer Biographie und Erinnerungsarbeit nachzuspüren und einen Bogen zu aktuellen Diskussionen über Erinnerungskultur zu schlagen. Ihre Bücher sind zudem Ausgangspunkt für zwei Interviews, die mit Gertrude Schneider geführtwurden. Zusammen mit den Büchern und einigen Dokumenten bilden sie die Grundlage dieser Ausstellung.



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Ausstellungseröffnung in Münster 2011

Widerstände gegen den Nationalsozialismus im Münsterland

Der Geschichtsort Villa ten Hompel bietet die „Widerstände“-Ausstellung seit Herbst 2011 zum Verleih an. Das Angebot richtet sich an lokale und regionale Archive und Museen, an überörtliche Einrichtungen der historisch-politischen Bildung, an Schulen und Volkshochschulen sowie an Bürgerinitiativen und Vereine vor Ort. Die Ausstellung versucht erstmalig und überblicksartig, mit Hilfe von 16 individuellen Fallbeispielen die alltäglichen, teilweise unspektakulären Widerstände in den Dörfern und Städten des Münsterlandes und in Münster zu verdeutlichen. Die ausgewählten Lebensgeschichten veranschaulichen die Vielfalt des nonkonformen und widerständigen Verhaltens in der Unrechts- und Gewaltherrschaft zwischen 1933 und 1945.

Die Einzelfälle lenken den Blick auf die persönlichen Handlungsräume und Entscheidungsmöglichkeiten, die dazu führten, sich vom Nationalsozialismus zu distanzieren, dagegen zu protestieren und sich zu widersetzen. Im Vordergrund stehen gewöhnliche Menschen, die sich in ihrem Alltag und Beruf entscheiden mussten zwischen Zustimmung und Ablehnung. Wie reagierten und handelten diese Frauen und Männer, Jugendlichen und Erwachsenen – in der Schule, in der Nachbarschaft auf dem Lande und in der Stadt, in den Verwaltungen, in den christlichen Pfarrgemeinden und kirchennahen Vereinen, in der Polizei und Wehrmacht? Nicht zuletzt wird auf Beispiele der couragierten Hilfe für die Opfer und der riskanten Rettung der Verfolgten des Naziregimes verwiesen.

Der biografische und lokalhistorische, konkrete und exemplarische Zugang zu den Widerständen im Nationalsozialismus eignet sich hervorragend für die historisch-politische Bildungsarbeit nicht nur in den Schulen.



 

Zusatzinfos

Kontakt

Geschichtsort Villa ten Hompel
Kaiser-Wilhelm-Ring 28
48145 Münster

Tel. 02 51/4 92-71 01
Fax 02 51/4 92-79 18



Öffnungszeiten

Mittwoch, Donnerstag: 18-21 Uhr
Freitag bis Sonntag: 14-17 Uhr

Bürozeiten

Di, Mi, Fr: 9-12 Uhr
Do: 9-16 Uhr
Außerhalb dieser Zeiten ist ein Anrufbeantworter geschaltet. Wir rufen Sie gerne zurück.

Führungen und Projekttage nach Vereinbarung.

So sind wir zu erreichen:

Per Bus mit der Ringlinie 34 (Haltestelle: Villa ten Hompel), sowie den Linien 2, 10 (Haltestelle: Hohenzollernring / Finanzgericht) und 4 (Haltestelle: Elisabeth-Ney-Straße)

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