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Geschichtsort Villa ten Hompel - Newsletter

Themen des Newsletters Januar 2022

Guten Tag!

Ein neues Jahr ist angebrochen und auch, wenn uns noch einige Themen aus den letzten Monaten beschäftigen, freuen wir uns auf all die neuen Ideen, Projekte und Veränderungen, die uns 2022 erwarten. Einiges wurde bereits angestoßen: So haben wir in dieser Woche erstmalig am Montagabend unsere Ausstellung geöffnet und freuen uns künftig auf viele Besuche - natürlich an all unseren Öffnungstagen!

Im Folgenden werfen wir einen Blick zurück auf das, was uns in den letzten Wochen im Geschichtsort beschäftigt hat und auf geplante Aktivitäten in den nächsten Tagen. Dabei laden wir Sie zur Beteiligung ein! Aber lesen Sie selbst...

Ich wünsche Ihnen viele Erkenntnisse bei der Lektüre unseres Newsletters!

Neuigkeiten

geöffnetes Tor der Villa ten Hompel

Geschichtsoffener Montag!

Neues Jahr, neue Zeiten: Ab dem Januar 2022 öffnen wir unsere Ausstellung zu folgenden Zeiten:

  • Montag 18 - 21 Uhr
  • Mittwoch 18 - 21 Uhr
  • Donnerstag 18 - 21 Uhr
  • Samstag 14 - 17 Uhr
  • Sonntag 14 - 17 Uhr

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

zwei Stolpersteine werden durch ein Teelicht beleuchtet

Schicksale von Verfolgten reflektieren und beLEUCHTEN

Hunderte als jüdisch markierte Männer, Frauen und Kinder wurden seit dem Winter 1941/42 aus dem Münsterland in Ghettos und Konzentrationslager in den Osten Europas deportiert. Am 27. Januar 1942 erfolgte die zweite Deportation von jüdischen Familien aus Münster nach Riga.

Heute vergegenwärtigen Stolpersteine diese Verbrechen und erinnern an die Verfolgten des Nationalsozialismus. Aber auch die vielen Stolpersteine unterbrechen unseren Alltag zu Fuß längst nicht immer. Wie kann das Schicksal der Deportierten sichtbarer gemacht werden?

Der Geschichtsort Villa ten Hompel fordert dazu auf, am Donnerstag, 27. Januar, - gleichzeitig Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus - um 19 Uhr für zehn Minuten ein Zeichen gegen die Dunkelheit zu setzen: Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger dazu ein, buchstäblich Licht auf Stolpersteine in Münster zu werfen und durch die Beleuchtung das Schicksal einer bzw. eines Verfolgten sichtbar zu machen. Das Anzünden einer Kerze oder einfach der Lichtkegel der Smartphone-Taschenlampe - all dies können Lichter gegen die Dunkelheit sein.

Die temporären Licht-Zeichen möchten wir auch über die sozialen Medien sichtbar machen und laden Sie deshalb dazu ein, Bilder und Videos der Aktion und Informationen zu den Verfolgten unter den Hashtags #DeportationenSichtbarMachen, #LichterGegenDunkelheit und #MünsterGedenkt über Instagram und Twitter zu teilen.

Recherchehilfen und Informationen zu den Schicksalen der im Nationalsozialismus Verfolgten stellen Mitarbeitende des Geschichtsortes auf Anfrage über tenhomp@stadt-muenster.de gerne zur Verfügung. Wessen Schicksal möchten SIE, möchtet IHR sichtbar machen?

Mehr zur Aktion "DeportationenSichtbarMachen"

Ausblick

Filmplakat mit einem bewaffneten Polizisten eines Polizeibataillons

"Ganz normale Männer - Der „vergessene Holocaust“"

Sechs Millionen jüdische Menschen wurden während des zweiten Weltkrieges ermordet. Wenig bekannt ist dabei allerdings die Rolle, die die Ordnungspolizei bei der Massenvernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden spielte, im sogenannten "Holocaust durch Kugeln". Hunderttausende Opfer wurden in Massenerschießungen durch deutsche Polizisten umgebracht.
Den Verbrechen von Männern in Polizeibataillonen und Einsatzgruppen und dem Nürnberger Einsatzgruppenprozess widmet sich nun eine Dokumentation der Broadway TV GmbH im Auftrag des ZDF, für die auch Recherchen in der Villa ten Hompel angestellt wurden. Unter dem Titel "Ganz normale Männer - der "vergessene Holocaust" wird der Film am Dienstag, 25. Januar, um 20.35 im ZDF gezeigt und ist vorher bereits in der Mediathek zu sehen.

Zum Film

Filmplakat: Klepper späht mit ängstlichem Blick aus einer Tür in ein Zimmer mit verzierter Tapete

Schattenstunde: Filmvorführung im Cinema

Romane, Gedichte, Texte für Hörfunkprogramme und Lieder. Viele Texte, auch Tagebücher schrieb Jochen Klepper, der als einer der bedeutendsten christlichen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts gilt. Der letzte Tagebucheintrag stammt vom 10. Dezember 1942: Dem Tag, an dem Jochen Klepper sich, zusammen mit seiner Frau und seiner jüngsten Stieftochter, das Leben nahm. Um der nationalsozialistischen Verfolgung, der Zwangsscheidung von seiner jüdischen Frau Johanna, und der Deportation von Frau und Stieftochter zu entgehen.

Diese Entscheidung, die ausweglose Situation und den letzten Tag von Jochen Klepper und seiner Familie thematisiert der Film „Schattenstunde“ von Benjamin Martins, den das Cinema & Kurbelkiste Münster ab Donnerstag, 27. Januar zeigt. Die erste Vorführung des als Kammerspiel inszenierten Films findet am 27. Januar um 19.30 Uhr statt. Vor dem Film wird Stefan Querl, stellvertretender Leiter der Villa ten Hompel, eine thematische Einführung geben.

Mehr zum Film und Ticketverkauf

links zwei sitzende Teilnehmende der Führung, die zwei Mitarbeitern der Villa ten Hompel rechts zuhören

Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung

Auch in diesem Jahr können Interessierte einen Blick in unsere Dauerausstellung "Geschichte - Gewalt - Gewissen" werfen - z. B. bei unserer ersten öffentlichen Führung im Jahr 2022 am Sonntag, 30. Januar! Die Führung beginnt um 15 Uhr und dauert ca. eine Stunde. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Weitere Informationen zur Führung und zu den Corona-Schutzmaßnahmen

Gruppe von Schülerinnen und Schülern im Stuhlkreis in der Ausstellung

Fortbildung: Münster.Geschichte – ein außerschulisches Curriculum

Gerne weisen wir auf eine Fortbildungsveranstaltung des Kompetenzteams Stadt Münster am 7. März von 14 bis 17 Uhr hin: Vorgestellt wird das Münster.Geschichte-Curriculum für außerschulische Lernorte. Die hierfür weiterentwickelten pädagogischen Angebote der Lernorte können in diesem Sinne miteinander kombiniert und aufeinander aufgebaut werden. So erfahren die Schülerinnen und Schüler sukzessive, wie Geschichte konstruiert und dekonstruiert werden kann und wie gesellschaftliche Geschichtskultur entsteht. Gleichzeitig können Schüler/-innen erfahren, wie sie an Geschichtskultur aktiv teilhaben. Teilnehmende Lehrkräfte bringen bitte ein digitales Endgerät mit, da ihnen Material über einen Padlet-Link zu gestellt wird.

Zur Anmeldung

Rückblick

Margarethe Zimmermann zeigt Jule Richter Personen auf einem historischen Foto

Organisation und Begleitung: Verbrechen der Geheimen Staatspolizei und Ordnungspolizei

Unter Aufsicht und Begleitung der Ordnungspolizei wurden ab Dezember 1941 Jüdinnen und Juden aus dem Münsterland deportiert. Die wenigsten überlebten die Inhaftierung in Ghettos und Konzentrationslagern, die Zwangsarbeit und schlechten Lebensbedingungen. Doch die Deportationen verliefen nicht allein unter Mitwirkung der uniformierten Polizei.

Verantwortlich für die Organisation der Deportationen war die Geheime Staatspolizei (Gestapo). Zum 80. Jahrestag der Deportationen aus dem Münsterland haben FSJlerin Jule Richter und Volontärin Kim Sommerer mit Margarete Zimmermann, Mitarbeiterin in den Gedenkstätten Gestapokeller und Augustaschacht in Osnabrück, gesprochen und gefragt: Welche Verbindungen gab es zwischen der Gestapo und Ordnungspolizei? Wie arbeiteten beide Polizeibehörden und andere Organisationen bei Deportationen zusammen?

Mehr zum Besuch in der Gedenkstätte Gestapokeller

Porträtfoto von Michael Sturm

Rechtsextremismus im Jahr 2021

Proteste, in denen teils antisemitische und extrem rechte Positionen geteilt wurden, ein Demonstrationszug nach dem Tod eines Neonazis. Allein diese zwei Beispiele machen deutlich, dass rechte und extrem rechte Akteure und Akteurinnen mit ihren Positionen auch im Jahr 2021 offen auftraten - und keine Neu- oder Seltenheit darstell(t)en, wie auch die Gewalttaten des NSU zeigten, dessen Selbstenttarnung sich im November zum zehnten Mal jährte.

Michael Sturm von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Münster wirft einen Blick zurück auf rechtsextreme Aktivitäten in NRW im letzten Jahr. Nicht ohne zu erwähnen, dass all diese Aktionen nicht ohne Gegenbewegungen blieben, sondern sich Einzelpersonen und Gruppierungen wie das Bündnis Keinen Meter den Nazis Münster engagierten und etwa zu Gegendemonstrationen aufriefen.

Zum Bericht im Portal Belltower.News

vier Diskussionsteilnehmende hinter Stehtischen auf dem Podium

Wege aus dem alten Teufelskreis zwischen Vereinnahmung, Vorurteil und Völkermord

Interreligiös und überparteilich analysierte am 11. Januar ein Diskussionspodium des Katholischen Studentenvereins Markomannia in Münster Strategien gegen Antisemitismus. Auf Einladung des Vorsitzenden und Moderators Christoph Stemann diskutierten die Antisemitismusbeauftragte des Landes NRW Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, der Leiter des Katholischen Büros bei Landtag und Regierung in NRW Dr. Antonius Hamers, Maxim Alexander Olijnik als Gesamzvizesprecher des Ernst-Ludwig-Ehrlich-Studienwerks und Stefan Querl vom Geschichtsort Villa ten Hompel.

Mehr zur Podiumsdiskussion

 

Herzlichen Dank für Ihre Lektüre des Newsletters! Der nächste Newsletter erscheint Mitte Februar 2022.

Informationen aus der Villa ten Hompel finden Sie auch auf unser Homepage www.stadt-muenster.de/villa-ten-hompel, auf Facebook www.facebook.com/villatenhompel, auf unserem YouTube-Kanal www.youtube.com/channel/UCFvRjz6UPpHIkFUMHCbJ5MQ, auf Instagram www.instagram.com/villatenhompel sowie auf Twitter twitter.com/ten_hompel.
Folgen Sie uns gerne - und bleiben Sie gesund!

Ihre Kim Sommerer

 

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