Stadt Münster: Kulturamt - Literaturline

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Literaturline

Ihre persönliche Dichterlesung: Seit 2001 bringt die LiteraturLine Informationen, Texte und Ton über das Internet ins Haus. Es klingt und deklamiert, erzählt und dramatisiert - mal traditionell, mal experimentell. Geboten wird ein Spektrum ganz unterschiedlicher Lesungen von Lyrik, Kurz- und Kürzestprosa über Kostproben aus Roman, Märchen, Krimi, Biografie, Satire bis zu Lyrikvertonungen, Hörspiel, Kabarett und Klangcollage.

Lesung April 2017

Johannes Loy liest aus der Anthologie »Heimat ist nicht nur ein Ort …«

Portraitfoto

Johannes Loy, Foto: WN

Der Begriff »Heimat« hat in jüngster Zeit einen neuen Klang und eine tiefere Dimension bekommen. Kriegsszenarien, Fluchtbewegungen und Migration, aber auch das Lebensgefühl in einer global vernetzten Welt bringen in unseren Tagen das Anrecht auf Heimat und eine lebenswerte Umwelt neu ins Bewusstsein. Aus diesem Grund initiierte Johannes Loy, Feuilleton-Chef der Westfälischen Nachrichten, eine Serie zum Thema »Heimat«, aus der die hier vorgestellte Anthologie (2016 im Verlag Aschendorff erschienen) entstand.

Redakteure der Westfälischen Nachrichten beleuchten das Thema »Heimat« aus unterschiedlichen kulturellen Blickwinkeln, Menschen im Münsterland und darüber hinaus wurden nach ihren heimatlichen Gefühlen und Erlebnissen befragt und zum Schreiben ermuntert. So entstand ein Lesebuch mit über 100 Beiträgen – ein Kaleidoskop, in dem die Heimat vielfarbig aufleuchtet. Mal als Erinnerungsbogen der eigenen Kindheit und Jugend oder als kontrastreicher Bezugspunkt aus der Fremde, dann wieder als Heimatgedicht und schließlich als Sehnsuchtsort oder gar Utopie. Heimat ist eben mehr als nur ein Ort, ein Dorf oder eine Landschaft. Es gibt die alte und die neue Heimat, familiäre und soziale Wurzeln und Bindungen, kulturelle Verflechtungen, Erinnerungen und Träume. Die Auswahl der Geschichten umfasst rund 100 Jahre, die Reihe der Autoren mehrere Generationen.

»Heimat darf niemals wieder etwas sein, das in Heimattümelei und Abwehr des Fremden umschlägt. Der aktuelle, auch im Buch gepflegte Heimatbegriff umschreibt eher etwas Kostbares, das man auch anderen Menschen mitteilen, das man also im Wortsinn teilen möchte. Viele Heimatvereine im Münsterland haben schon kapiert, dass es nicht damit getan ist, Ruhebänke und Maibäume aufzustellen. Sie zeigen den Neuankömmlingen die neue Heimat, weil sie etwas über ihr Zuhause erzählen möchten. Heimat darf man nicht einfach nur für sich okkupieren, man muss sie auch anderen Menschen anbieten. Sie haben ein Anrecht darauf. Gerade deshalb befassen wir uns mit dem alten Begriff Heimat, weil er in unserer Zeit von Krieg, Flucht und Migration wieder so neu und wertvoll erscheint. ... Die Mitautoren und ich haben erneut erfahren und beschrieben, dass Heimat eben nicht nur ein Ort ist. Wenn ich dabei das Wort ›Ort‹ betone, meint dies, dass Heimat eine Sprache,  eine spirituelle Erfahrung, das Klavier oder der Bücherschrank und die Facebook-Gruppe sein kann. Betone ich das Wort ›ein‹, dann bedeutet dies, dass Heimat sich auf mehrere Länder und Orte beziehen kann. Es gibt die alte und neue Heimat, manche Menschen haben mehrere ›Heimaten‹. Dass es dieses Wort im Plural gibt, ist eben auch eine durchaus wichtige Erkenntnis des Buches.«
(Johannes Loy)

Johannes Loy, geb. 1963 in Münster, studierte Geschichte, Katholische Theologie und Erziehungswissenschaften in Münster. Seit 1995 leitet er das Feuilleton-Ressort der Westfälischen Nachrichten/Zeitungsgruppe Münsterland. Als journalistischer Beobachter des kulturellen und kirchlichen Lebens brachte er im Verlag Aschendorff mehrere Bücher heraus, unter anderem über die Papstwahl sowie das Bistumsjubiläum 2005, außerdem über Brauchtum, Beobachtungen und Begegnungen im Münsterland. Als Herausgeber von Sammelwerken veröffentlichte er bereits zwei Bände mit über 200 Weihnachtsgeschichten aus Westfalen.

Hier zu hören: Der Eröffnungsbeitrag des Herausgebers »Auf der Suche nach Geborgenheit«.


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