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Ausschnitt eines alten Stadtplans von Münster aus dem Jahre 1862
 
Straßenschild Ringoldgasse
 
 
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Brucknerstraße

Stadtbezirk:Münster-Hiltrup
Statistischer Bezirk: Hiltrup-Mitte
Entstehung: 1967
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Benannt nach Anton Bruckner, *1824, †1896, Komponist und Domorganist in Linz, Lehrer am Konservatorium in Wien

Anton Bruckner wurde in Ansfelden (Oberösterreich) als Sohn eines Dorfschullehrers geboren. Den ersten Unterricht in Orgelspiel und Generalbass erhielt er von seinem Vetter Weiß. Nach seines Vaters Tod wurde er in das Augustiner-Chorherrenstift St. Florian als Chorknabe aufgenommen. Anschließend besuchte er das Lehrerseminar in Linz und bekleidete danach verschiedene Hilfslehrerstellen. Weitere Prüfungen als Lehrer für höhere Schulen und die Vervollkommnung seines Orgelspiels brachten ihm die Anstellung als Stiftsorganist in St. Florian ein. Als Ergebnis von weiteren Studien in Formenlehre und Orchesterinstrumentation entstanden die Kompositionen einer Ouvertüre und 2 Symphoniepartituren.
Inzwischen war er zum Organisten am Linzer Dom gewählt worden. Der Erfolg mit der Uraufführung seiner 1. Messe 1864 im Linzer Dom gab ihm den Mut zur Komposition einer neuen Messe und der 1. Symphonie. Bevor er einen Lehrauftrag für Musiktheorie und Orgelspiel in Wien bekam, hatte er noch seine 3. Messe vollendet, die 1872 in Wien uraufgeführt wurde.
Bruckners Erfolge als Komponist fanden mit der Anstellung als Lektor für Musiktheorie an der Wiener Universität eine entsprechende Würdigung. Nach der Uraufführung der 2. Symphonie 1873 folgten in den Jahren 1874 - 1881 die Symphonien 4, 5 und 6. Die 3. Symphonie widmete er Richard Wagner. Die Trauer über Wagners Tod fand im langsamen Satz der 7. Symphonie ihren Ausdruck. Diese begann mit der Münchener Aufführung unter Levi 1884 ihren Siegeszug durch Europa. Das Te Deum wurde 1884 in Wien uraufgeführt. Im selben Jahr erhielt Bruckner den Franz-Joseph-Orden. Die 8. Symphonie wurde nach einer Umarbeitung 1892 in Wien uraufgeführt.
Wegen gesundheitlicher Beschwerden musste er seine Tätigkeit am Konservatorium einschränken; 1 Jahr später ging er in Pension. Als bedeutendste(m) Sinfoniker der Gegenwart wurde ihm die Ehrendoktorwürde verliehen. Zum Dank widmete er der Universität die Wiener Fassung der 1. Symphonie. Trotz seiner zunehmenden Altersschwäche begann er mit der Komposition des 150. Psalms, des Chorwerkes Helgoland und der 9. Symphonie, die leider unvollendet blieb. 2 Jahre vor seinem Tod beendete er seine Vorlesungen an der Uni. Vom kaiserlichen Hof wurde ihm im Schloss Belvedere eine Wohnung zur Verfügung gestellt. Am 11.10.1896 entschlief der große Meister. Sein Sarg wurde unter der Orgel der Stiftskirche St. Florian aufgestellt.
Autor: Jürgen Sachs
Quelle: Liselotte Funcke (Hrsg), Hagener Straßen erzählen Geschichte(n), Hagen 2001

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