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Ausschnitt eines alten Stadtplans von Münster aus dem Jahre 1862
 
Straßenschild Ringoldgasse
 
 
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Damaschkeweg

Stadtbezirk:Münster-Ost
Statistischer Bezirk: Mauritz-Ost
Entstehung: 1935
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Benannt nach Adolf Damaschke (1865-1935) Bodenreformer, Führer der deutschen Heimstätten-Bewegung
 

Adolf Wilhelm Ferdinand Damaschke wurde in Berlin geboren und hat zeit seines Lebens dort gewohnt. Als Volksschullehrer ausgebildet weiteten sich seine Interessen und Bestrebungen bald über den Berufsalltag hinaus. Wie viele junge Menschen seiner Zeit suchte er nach neuen Lebensformen, u. a. im Antialkoholismus. Die Begegnung mit der Lehre von Henry George, dass der Boden dem kapitalistischen Marktbetrieb entzogen werden müsse, da er anderer Natur sei als bewegliche Ware, bestimmte sein weiteres Wirken.
Dreißigjährig verließ er den Staatsdienst und widmete sich als freier Publizist ganz der Frage des Bodenrechts. 1896 war er ein Mitbegründer und späterer zweiter Vorsitzender des von Friedrich Naumann begründeten Nationalsozialen Vereins, schied aber 1903 aus der Parteipolitik aus. Dafür wurde der Bund für Bodenreform - eine überparteiliche Organisation - für Damaschke das Instrument einer weitreichenden Sozial- und Volkspädagogik. Er gewann mit seinen Lehrern großen Einfluss auf die Bodenvorratspolitik der Gemeinden.
Unermüdlich trat Damaschke als Redner und Publizist auf. Seine Ziele waren ethisch-humanitär bestimmt und fesselten seine Zuhörer durch einen gewissen Lyrismus des Vortrags.
Damaschke gab die Blätter für Bodenreform und das Jahrbuch der Bodenreform heraus, die in großen Auflagen verbreitet wurden. Sein Lebenswerk schilderte er in seiner mehrbändigen Autobiographie Aus meinem Leben.
Wie sehr Damaschkes Wirken anerkannt wurde, zeigen seine Ehrendoktorwürden: Dr. theol., Dr. jur., Dr. med. h. c.
Autorin: Liselotte Funcke
Quelle: Liselotte Funcke (Hrsg), Hagener Straßen erzählen Geschichte(n), Hagen 2001