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 Geschichtsort Villa ten Hompel - Newsletter
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Themen des Newsletters Juli 2021
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Guten Tag! Die Sommerzeit ist da! Nach dem Beginn der Schulferien läutet auch die Villa ten Hompel die Urlaubszeit ein: Die Türen des Geschichtsortes bleiben bis einschließlich 8. August geschlossen. Auch das Geschäftsbüro ist in dieser Zeit nicht erreichbar. Ab dem 11. August freuen wir uns, Sie wieder zu den gewohnten Öffnungszeiten in unserer Dauerausstellung zu begrüßen. Wer in dieser Zeit nicht auf die Auseinandersetzung mit der Geschichte verzichten möchte, hat die Möglichkeit, sich am Außenzaun der Villa an unserem Gallery Walk "Demokratie als Feind" über das "Völkische Westfalen" zu informieren. Bis zum 25. Juli ist außerdem die Ausstellung "Zwischen Erfolg und Verfolgung" zu jüdischen Sportstars am Überwasserkirchplatz in Münster zu sehen. Wenn es in den kommenden Wochen auch etwas ruhiger zugeht, waren die letzten Wochen bis zur Sommerschließzeit mit Seminaren und Veranstaltungen umso ereignisreicher, wie Sie im Folgenden lesen können. Ich wünsche Ihnen viele Erkenntnisse bei der Lektüre unseres Newsletters! |
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"Auf das Leben!" - Filmreihe beleuchtet jüdisch-deutsche Geschichte und Gegenwart im Film
Vom Stummfilmklassiker "Der Golem, wie er die Welt sah" aus dem Jahr 1920 bis zu einer aktuellen Dokumentation über die Jüdische Gemeinde Münster: Die Filmreihe "Drehbuch Geschichte 2021" spannt einen weiten Bogen und bündelt in neun Filmforen vom 28. Juni bis 23. August ein Jahrhundert filmischer Auseinandersetzung mit dem Thema Judentum in Deutschland. Unter dem Titel "Auf das Leben!" nimmt sie das bundesweite Festjahr "2021 Jüdisches Leben in Deutschland" zum Anlass, Einblicke in jüdische Vergangenheit und Gegenwart zu vermitteln. Das oft auch spannungsgeladene Verhältnis von Juden und Nicht-Juden steht genauso im Fokus wie die Chancen kulturellen Zusammenlebens. Veranstalter sind neben dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e. V. und dem Verein "Die Linse e. V." auch der Geschichtsort Villa ten Hompel, der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Verein "Gegen Vergessen - für Demokratie e. V. Mehr zur Filmreihe Bild: Annika Hartmann |
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80. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion
Am 22. Juni 1941 jährte sich der Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion zum 80. Mal. Der Jahrestag des "Unternehmens Barbarossa" stand auch im Fokus des Newsletters des World Holocaust Centers Yad Vashem. Thomas Köhler und Peter Römer vom Geschichtsort trugen zwei Beiträge zur Ordnungspolizei als Holocaust-Akteur ("Kontaminierte Landschaften") und historisch-politischen Bildungsarbeit mit Polizist*innen ("Holocaust-Pädagogik") zum Newsletter bei. Die Ordnungspolizei spielte eine tragende Rolle in diesem Vernichtungskrieg. An der Schwelle vom Massaker zum Genozid steht der Massenmord von Bialystok am 27. Juni 1941, bei dem Polizisten des Polizeibataillons 309 das jüdische Viertel der Stadt durchkämmten und 800 Einwohnerinnen und Einwohner in der Synagoge zusammentrieben, die sie dann zusammen mit den Menschen darin in Brand steckten. Zum 80. Jahrestag fand eine Gedenkveranstaltung in Bialystok statt. (Bild: Andreas Kahrs) Anlässlich des Jahrestages des Massakers erprobt die Villa in einer Yad Vashem Lecture am 25. August die didaktische Mappe „Entscheiden und Handeln. Bialystok – 27. Juni 1941: Das Massaker und seine Auswirkungen nach 1945“ mit Lehrer/innen und Multiplikator/innen in Gedenkstätten und anderen Bildungseinrichtungen und diskutiert ihren Einsatz im Unterricht, in Seminaren und Workshops. Die Teilnehmenden erhalten das dazugehörige Material aus Yad Vashem kostenfrei und qualifizieren sich mit der Teilnahme für eine Bewerbung für eine Bildungsfahrt nach Warschau und Białystok vom 3.-8.10.2021 (sofern die Pandemielage dies zulässt). Anmeldung unter: tenhomp@stadt-muenster.de oder 02 51/4 92-71 01. Teilnahme nach Rückbestätigung. Mehr Infos zum Workshop |
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 | Verschwörungstheorien rund um Corona, die abwertende Stereotype gegenüber jüdischen Menschen aufgreifen, und antisemitische Vorfälle im Zuge von Demonstrationen zum Nahostkonflikt zeigen deutlich die breite Fächerung von Antisemitismus und seine Anschlussfähigkeit an aktuelle gesellschaftliche Debatten. Eine Auseinandersetzung mit Formen von antisemitischer Diskriminierung findet jedoch häufig über eine Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus und Holocaust statt. So wichtig diese Erinnerungskultur ist, entsteht gesamtgesellschaftlich teilweise der Eindruck, dass Antisemitismus ein Problem der Vergangenheit sei. Wie falsch diese Annahme ist, verdeutlichten eindrücklich die Schilderungen von Margarita Voloj, Beauftragte gegen Antisemitismus der Jüdischen Gemeinde Münster, im Gespräch mit Fachpersonen aus Beratungsstellen und interessierten Münsteraner Bürgerinnen und Bürgern. „Was ist los in Münster?“ Mit dieser Frage lud die Villa ten Hompel zum Austausch über Formen des Antisemitismus in Münster – ein Thema, bei dem das Bild einer „Stadt ohne Probleme“ nicht erst seit dem Versuch der Verbrennung einer israelischen Fahne vor der Synagoge im Mai 2021 nicht standhalten kann. Mehr zur Veranstaltung Bild: Stefan Querl |
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Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung "Zwischen Erfolg und Verfolgung"
"Überdehnen und Verbiegen"- Unter diesem Titel stellten Münsteraner Schülerinnen und Schüler am 1. Juli auf Einladung des Vereins Gegen Vergessen - Für Demokratie e. V. in einem Werkstattgespräch ihre Geschichtsforschung zu Sport und Spiel, Körper- und Führerkult in der NS-Zeit vor, die sie im Rahmen des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten zum Thema "Bewegte Zeiten. Sport macht Gesellschaft" und darüber hinaus recherchiert hatten. Stefan Querl vom Geschichtsort und Philipp Erdmann vom Stadtarchiv Münster moderierten das spannende Gespräch. Über die Veranstaltung berichtete Anne Schmidt vom Friedensbüro in Münster. (Bild: Mattes Schweitzer) Dass Stadien politische Orte sind, zeigt sich nicht nur in Debatten um Beleuchtung in Regenbogenfarben und Zuschauerzahlen in Pandemiezeiten, sondern auch in der Fankultur, in denen Rassismus und Antisemitismus leider oft Bestand haben, wenn auch nicht immer unwidersprochen. Über diese fankulturellen Prozesse, Funktion und Verwendung von Rassismus und Antisemitismus sowie Sendungsbewusstsein von Hooligans sprach Peter Römer in einem vom FANport Münster organisierten Vortrag im Preußenstadion. Werner Szybalski fasste die Veranstaltung zusammen. Die Ausstellung "Zwischen Erfolg und Verfolgung. Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach" ist noch bis zum, 25. Juli am Überwasserkirchplatz zu sehen. Hintergrundinfos: www.frieden-durch-dialog.de/ausstellung |
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Die Villa gratuliert der Preisträgerin und dem Preisträger des Dr.-Julius-Voos-Preises
Im Rahmen der Filmreihe „Auf das Leben!“ wurde der Dr.-Julius-Voos-Preis der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster (CJZ) an Lynn Bürger und Axel Linnenberg für ihren Film „Jüdisch leben heute. Aus dem Gemeindeleben Münster“ verliehen. Der Preis wird mit der Absicht gestiftet, junge Menschen für ihre Beschäftigung mit christlich-jüdischen Thematiken zu ehren. Nach einer Einführung in das Abendprogramm durch Dr. Wilhelm Bauhus von der Arbeitsstelle Forschungstransfer (AFO) der WWU Münster konnte das Kinopublikum den ausgezeichneten Dokumentarfilm auf der Leinwand verfolgen, der Einblicke in die Geschichte der Gemeinde und den heutigen Alltag gibt. Die Filmvorführung und das anschließend organisierte Nachgespräch mit Sharon Fehr (Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Münster), den Filmschaffenden und den Zuschauenden, unter Moderation von Prof. Dr. Markus Köster (Leiter LWL-Medienzentrum für Westfalen), bildeten einen sehr gelungenen Auftakt der Filmreihe „Auf das Leben!“. Aus dem Publikum gab es eine Fülle von Fragen sowie Anregungen u. a. von Mitgliedern der Gesellschaft und von Winfried Nachtwei, Bundestagsabgeordneter a. D. und Vorstandsmitglied bei Gegen Vergessen - Für Demokratie. Pfarrer Martin Mustroph und Prof. Dr. Johannes Schnocks gratulierten als Vorstand der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit der Preisträgerin Lynn Bürger und dem Preisträger Axel Linnenberg. (Foto: Stefan Querl) |
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Verschwörungsideologien: Gefährliches Potenzial für eine mögliche „Rechtskurve“
Seien es geschichtliche Ereignisse, globale Themen wie der Klimawandel oder auch nur einzelne Personen – die Liste mit Themen von Verschwörungserzählungen ist sehr lang. Gepaart mit Antisemitismus und Rassismus haben Verschwörungsmythen in der Vergangenheit fatale Folgen nach sich gezogen. Mit diesen Themen beschäftigt sich die Politikwissenschaftlerin und Publizistin Katharina Nocun (Bild: Gordon Welters). Gemeinsam mit der Sozialpsychologin Pia Lamberty verfasste sie die Bücher „Fake Facts. Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen“ und „True Facts. Was gegen Verschwörungserzählungen wirklich hilft“. Im Interview mit Henrik Oberhag, Teamer im Geschichtsort, sprach sie u. a. über die Fragen, warum Verschwörungserzählungen auf manche Menschen eine Faszination ausüben können, worin der Zusammenhang mit Antisemitismus besteht und wie Bildungsarbeit präventiv wirken kann. Zum Interview |
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Der Geschichtsort gratuliert Peter Schilling
Seit Jahrzehnten setzt Peter Schilling sich als Gründungsmitglied und Vorsitzender des Vereins "Spuren Finden e. V." für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus im Münsterland ein. Durch Stolpersteine und Gedenkblätter, die in der Villa ten Hompel gesammelt und jährlich im Gedenken an die erste Deportation jüdischer Bürger des Münsterlandes nach Riga vorgestellt werden, erinnert der Verein namentlich an Menschen, die aus politischen, religiösen, rassistischen oder ideologischen Gründen verfolgt und ermordet wurden. Für sein Engagement wurde ihm nun das Bundesverdienstkreuz verliehen. (Foto: Christoph Spieker) Zum Engagement des Vereins |
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Herzlichen Dank für Ihre Lektüre des Newsletters! Der nächste Newsletter erscheint Mitte August 2021. Informationen aus der Villa ten Hompel finden Sie auch auf unser Homepage www.stadt-muenster.de/villa-ten-hompel, auf Facebook www.facebook.com/villatenhompel, auf unserem YouTube-Kanal https://www.youtube.com/channel/UCFvRjz6UPpHIkFUMHCbJ5MQ sowie auf Instagram www.instagram.com/villatenhompel. Folgen Sie uns gerne - und bleiben Sie gesund! Ihre Kim Sommerer |
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© Stadt Münster, Geschichtsort Villa ten Hompel Kaiser-Wilhelm-Ring 28 48145 Münster |
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