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Ausschnitt eines alten Stadtplans von Münster aus dem Jahre 1862
 
Straßenschild Ringoldgasse
 
 
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Alexander-Hammer-Weg

Stadtbezirk:Münster-West
Statistischer Bezirk: Nienberge
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Benannt nach Pfarrer Alexander Hammer (1804-1899)

Die Straße, die heute über die ehemalige Wesseling-Weide führt, erinnert an einen populären und beliebten Nienberger Ortspfarrer, der im 19. Jahrhundert lebte: Alexander Hammer. Er war kein Pfarrer, der in das gewöhnliche Schema seiner Berufskollegen einzureihen wäre. Wenn Alexander Hammer auf der Kanzel stand und predigte, erwarteten die Zuhörer im Nienberger Kirchenschiff keine grammatikalisch korrekte Rede, sondern waren vielmehr von der kindlichen Frömmigkeit die aus den Worten des hageren Gottesmannes klang, angetan.
Der Pfarrer kam am zweiten Oktober 1804 als drittes Kind des Landrates Lambert Hammer und seiner Frau Josephine geborene von Ploenies zur Welt. Er hatte insgesamt sieben Geschwister. Am 4. April 1828 erhielt Hammer die Priesterwürde und wurde elf Jahre später Nienberger Pfarrer. Sein Gesundheitszustand muss bei Amtsantritt nicht gerade der beste gewesen sein. Ein Gemeindemitglied soll geunkt haben: Den behol wi nich lange!
Diese Mutmaßung war offenbar nicht gerechtfertigt. Selbst im hohen Alter erfreute sich Hammer später noch guter Gesundheit und erhielt 1898 zum 70jährigen Priesterjubiläum den Roten Adlerorden mit Schleife. Neun Jahre zuvor feierte er schon 50jähriges Ortsjubiläum als Nienberger Ortspfarrer.
Die Kleidung war ein Markenzeichen des Theologen: Tracht des 18. Jahrhunderts, schwarze Kniehose, lange Strümpfe und niedrige Schuhe mit silbernen Schnallen; so kannten ihn seine Gemeindemitglieder.
Bis zu seinem Tode am 25.1.1899 wohnte er in seinem spitzgiebeligen, einstöckigen Pfarrhaus in Nienberge. Das Haus hatte eine riesige Diele mit Ständen für Kühe und Pferde. Hinter dem Esszimmer schloss sich ein Arbeitszimmer an, von dem eine kleine Tür in das Schlafzimmer führte, in dem Hammer viel Zeit mit Komponieren verbrachte. Man erzählt sich, dass der Pfarrer sogar noch auf dem Sterbebett das selbsterdachte Sebastianlied gesungen habe, das auch heute noch von den Sebastian-Schützenbrüdern zum Abschluss des Patronatsfestes intoniert wird.
Alexander Hammer war kein gewöhnlicher Kirchenvertreter: Er war ein Pfarrer von altem Schrot und Korn, der sich einen Platz in der Nienberger Heimatgeschichte geschaffen hat.
Quelle: Westfälische Nachrichten vom 26. August 1988

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