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Ausschnitt eines alten Stadtplans von Münster aus dem Jahre 1862
 
Straßenschild Ringoldgasse
 
 
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Christoph-Bernhard-Graben

Stadtbezirk:Münster-West
Statistischer Bezirk: Mecklenbeck
Entstehung: 1997
Amtsblatt: Sep.97
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Benannt nach dem vom Fürstbischof Christoph Bernhard angelegten Graben vom Meckelbach zum Getterbach.

Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen ließ 1660 während der Belagerung der Stadt Münster oberhalb von Haus Kump die Aa mit einem vier Meter hohen Damm aufstauen. Damit sperrte er der Stadt die notwendige Wasserversorgung ab. Weiter ließ er einen einen neuen Graben vom Meckelbach zum Getterbach ausheben. Das Hochwasser der Aa oberhalb des Dammes staute sich bis in den Meckelbach, lief durch den neuen Graben hinüber zum Getterbach und weiter durch die Werse bis in die Ems.

Durch den Staudamm standen zunächst die Wassermühlen in der Stadt still. Die Stadt Münster war von der Aa abgeschnitten und das Flussbett fiel trocken. In der Sturmnacht des 18. Dezember 1660 brach der Staudamm bei Haus Kump. Die freigesetzten Wassermassen überschwemmten mehr als ein Drittel des Stadtgebietes.
Der Überlauf-Graben ist heute noch erhalten. Der Straßenname Christoph-Bernhard-Graben soll auf dieses historische und natürliche Denkmal aufmerksam machen.

Bombenbernd
Christoph Bernhard von Galen ist der merkwürdigste Charakter, der je auf einem der westfälischen Fürsten- und Bischofsstühle saß. Er stellte zum letzten Male im Römischen Reich einen jener großen kriegerischen Kirchenfürsten dar, die unter dem Chorrock einen Harnisch trugen und statt des Hirtenstabes ein Schwert führten, um ihre Herde damit zu weiden und um ihre Herde vor den Wölfen zu bewahren. ...Christoph Bernhard wurde, ohne dass seine Neigung dabei in Betracht genommen worden, der Kirche bestimmt und, kaum sieben Jahre alt, bereits zu einer Dompräbende in Münster präsentiert.
Im Jahre 1650 wurde er zum Fürstbischof gewählt. ... Dann richtete er sein Augenmerk auf die Schöpfung einer tüchtigen Kriegsmacht ...
Im Jahre 1672 erklärte er den Generalstaaten von Holland den Krieg und eröffnete den Feldzug ... Mit einer für jene Zeiten ganz außerordentlichen Heeresmacht nahm er teil an allen möglichen Welthändeln seiner Zeit und bombardierte zweimal die Mauern seiner eigenen Hauptstadt, mit deren Bürgern er in Span und Hader geraten war.

So beschrieb der münsterische Literat Levin Schücking (1814-1883), ein Freund von Annette von Droste-Hülshoff, den Fürstbischof und Stadtherrn, der der Stadt Münster wohl am schwerwiegendsten und nachhaltigsten geschadet hat.

Quelle: Stadtarchiv Münster, Im Wandel der Zeit - 1200 Jahre Münster, Zwolle 2000, Seite 67

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