A bis Z

Ausschnitt eines alten Stadtplans von Münster aus dem Jahre 1862
 
Straßenschild Ringoldgasse
 
 
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Y Z 

Suche

Egelshove

Stadtbezirk:Münster-West
Statistischer Bezirk: Mecklenbeck
Entstehung: 1979
Amtsblatt: 17/1981
im Stadtplan anzeigen

Benannt nach einem in dieser Gegend überlieferten Hofnamen.

Die Egelshove, die bereits im 15. Jahrhundert wüst und vom Schulten Meckmann in Mecklenbeck angepachtet war, lag abseits am Wege nach Roxel. Sie wurde zur Bauerschaft Altenroxel gerechnet. Die Egelskämpe hart an der Grenze der Bauerschaft Mecklenbeck an der Igelstiege, wie der Weg von Mecklenbeck nach Altenroxel noch auf dem Urkatasterplan von 1828 heißt, halten die Erinnerung an diesen Hof fest.
Quelle: Joseph Prinz, Mimigernaford - Münster, Münster 1981, Seite 59


 

Der Hof und die Hove
(...) den Hof-Flurnamen können zwei Wörter zugrundeliegen, die zwar ähnlich klingen, aber Unterschiedliches bedeutet haben. Beide Wörter werden oft verwechselt, unterscheiden sich aber schon im grammatischen Geschlecht:

"Der Hof" - ein männliches Wort mit kurz gesprochenem "o" - meint ursprünglich einen Herrenhof oder Oberhof, im Münsterland zumeist "Schultenhof" und im östlichen Westfalen "Meierhof" genannt. In lateinisch gefassten Dokumenten Westfalens aus dem Mittelalter taucht er oftmals als "curtis" oder "villa" auf. Solch ein Oberhof wird in den überlieferten Quellen fast nie als "Erve" bezeichnet. Ursprünglich war er auch kein Familienerbe, sondern ein Amtssitz auf Zeit. Der dort wohnende Schulte oder Meier war nicht in erster Linie als Landwirt tätig, sondern als eine Art Amtmann mit klar umgrenzten Amtspflichten, beauftragt von seinem kirchlichen, klösterlichen oder adligen Grundherrn. So hatte ein Schulte oder Meier dafür zu sorgen, dass die Bauern seines Bezirks die Abgaben entrichteten, ihre Höfe ordentlich bewirtschafteten und das Recht einhielten. Der Oberhof war selbst mit Flächen für die Landwirtschaft ausgestattet. Ein Schulte oder Meier bebaute sie - zumindest im Mittelalter - aber nur selten auf eigene Rechnung, sondern vor allem zugunsten des Grundherrn.

"Die Hove" - ein weibliches Wort mit langgesprochenem "o" - bezeichnet demgegenüber allgemein einen Vollbauernhof oder eine Hofstelle. Es ist "das von einem Colon bewohnte Ackerland, stehe es in Abhängigkeit von einem Herrenhofe oder sei es unabhängig". Teilt Jacob Grimm in seiner Quellensammlung der deutschen Rechtsaltertümer mit.

Solch eine Hofstelle wird in den lateinischen Quellen des Mittelalters zumeist als "mansus" bezeichnet, als "huove" hingegen in der Umgangssprache des Mittelniederdeutschen. "Huove", "Hove" oder hochdeutsch "Hufe": Dieses Wort beschreibt laut Deutschem Wörterbuch der Brüder Grimm ursprünglich gar keinen geschlossenen Bauernhof, sondern "ein gemessenes und gehegtes Landstück in Flur oder Wald, dessen Größe schwankt".
## Diese Ursprungsbedeutung findet sich auch in historischen Dokumenten Westfalens. So weist eine 1496 geschriebene Urkunde aus Salzuflen auf "1/2 hove landes, geheten de Molenhove".

Quelle: Gisbert Strotdrees, Im Anfang war die Woort - Flurnamen in Westfalen, Ardey-Verlag Münster, 2018