A bis Z

Ausschnitt eines alten Stadtplans von Münster aus dem Jahre 1862
 
Straßenschild Ringoldgasse
 
 
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Klosterstraße

Stadtbezirk:Münster-Mitte
Statistischer Bezirk: Dom
Entstehung: 1875
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Die Klosterstraße ist seit Jahrhunderten bekannt. Sie erhielt ihren Namen nach dem Augustinerinnenkloster Marienthal, oder Niesingkloster, das 1444 auf dem Grund und Boden des alten Hofes Niesing gegründet wurde. Das Kloster selbst erbaute man in den Jahren von 1451 - 1458.
Quelle: Wilhelm Kohl in: Münstersche Zeitung, etwa 1957

Das Niesing-Kloster stand unmittelbar neben der Servatii-Kirche auf der Fläche des heutigen Klosters der Clemens-Schwestern, Klosterstraße 85.

Die Klosterstraße
Auch die parallel zur Promenade verlaufende Klosterstraße hat nach dem Zweiten Weltkrieg ihr Gesicht entscheidend verändert. Die alte Klosterstraße mit ihren hübschen Bürgerhäusern ist einer nüchternen Nachkriegsbebauung gewichen. Ihren Namen erhielt die Straße von dem neben der Servatii-Kirche gelegenen Augustinerinnenkloster Marienthal, das 1444 im Haus des münsterischen Ratsherrn Johann Niesing gegründet wurde. Aus dieser Gründungszeit stammt auch der Name, den das Kloster über Jahrhunderte führte, Niesing-Kloster. Der Klosterbau, von dem heute noch Reste zu sehen sind, wurde in den Jahren 1451-1458 errichtet. Das Kloster wurde im Jahre 1811 aufgehoben*. Am südlichen Ende der Klosterstraße liegt auch die neue Synagoge der jüdischen Gemeinde. Sie wurde an derselben Stelle erbaut, an der auch die alte, 1938 zerstörte, Synagoge gestanden hatte.
Quelle: Detlef Fischer, Münster von A bis Z, Münster 2000

*Arbeitslose Kleriker - heimatlose Nonnen
Im Zuge der Säkularisationen in den Jahren 1804 und vor allem 1811 wurden in Münster viele Personen geistlichen Standes arbeitslos und oftmals sogar heimatlos. Stiftskapitel und Klöster konnten durch die weltliche Obrigkeit aufgehoben werden, nicht aber kirchliche Orden. Funktionen konnten den Ordensgeistlichen durch den Staat entzogen werden, nicht aber Ordination und Weihen.
Als das Kloster der Franziskaner-Minoriten im Jahre 1804 teilenteignet und mit dem Verbot zur Aufnahme von Novizen belegt wurden, gehörten dem Konvent 25 Priester und zehn Laienbrüder an. Ein Teil der Priester trat in den Weltpriesterstand. Teilweise ist über das weitere Schicksal der vielen Konventsbrüder, zum Beispiel der Kapuziner, nichts bekannt. Noch 1802 lebten im Kapuzinerkloster 27 Klosterbrüder, die Novizen und Kleriker nicht mitgerechnet. Manche mögen sich mit einer Pension in den Ruhestand zurückgezogen haben.
Ordensgeistliche waren in der Regel nicht auf eine Diözese beschränkt und deshalb mobil. Aber die Aufhebung von Klöstern erfolgte in allen geistlichen und weltlichen Fürstentümern des Reiches. Aus dem Benediktinerinnenkloster St. Aegidii mussten acht Nonnen und drei Laienschwestern das Weite suchen. Im Schwesternhaus Mariental lebten 1811 immerhin 14 Schwestern, im Klarissenkloster im selben Jahr 21. Die weiblichen Ordensangehörigen dürften hauptsächlich wieder in den Schoß ihrer Familien zurückgekehrt sein. Nur für die Pröpste, Äbte und Äbtissinnen sah der der Reichsdeputationshauptschuss ausreichende Pensionen vor. Für Konventsmitglieder sollten 300 bis 600 Gulden pro Jahr gezahlt werden. Für Laienbrüder war auf ähnliche Art zu sorgen.
Quelle: Stadtarchiv Münster, Im Wandel der Zeit - 1200 Jahre Münster, Zwolle 2000, Seite 142

 

Berliner Hufeisen-Nummerierung

In dieser Straße sind Hausnummern umlaufend vergeben worden, wie das in Preußen bis im 19. Jahrhundert üblich war. Damals wurden die Hausnummern auf einer Straßenseite stadtauswärts bis zum Ende der Straße fortlaufend vergeben. Dort wechselte die Nummerierung zur gegenüberliegenden Straßenseite und verlief stadteinwärts zum Anfang der Straße zurück. Diese Nummerierung wird "Berliner Hufeisen-Nummerierung" genannt. Es gibt sie in vielen historischen Altstädten. Die Nummerierung ist nicht "unlogisch", sondern verständlich für die Städte, die sich damals nicht weiter ausdehnen konnten als bis zur Stadtmauer. Mit der Ausdehnung der Bebauung über die Stadtmauern hinweg entwickelten die Städte die wechselseitige Nummerierung mit den ungeraden Nummern auf der linken Straßenseite und den geraden Nummern auf der rechten Straßenseite. In vielen Städten existieren beide Systeme nebeneinander für die Altstadt einerseits und die neuen Stadtbereiche andererseits.

In Münster gibt es die umlaufende Nummerierung in sämtlichen Altstadtstraßen und auch in der Johanniterstraße, der Friedrichstraße, der Badestraße und in den nur einseitig angebauten Straßen Am Kanonengraben, Kleimannstraße, Am Kreuztor und der Hüfferstraße bis Hausnummer 26. Warum außerhalb der Altstadt die genannten Straßen diese Nummerierung aufweisen, ist nicht überliefert. In Wolbeck und anderen Ortsteilen gibt es diese umlaufende Nummerierung nicht.



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