Maria-Beckmann-Weg
Benannt nach Mria Beckmann, (1914-2002), sie war eine plattdeutsch sprechende und schreibende Heimatdichterin, die ihre gesamte Lebenszeit in Münster-Kinderhaus verbrachte.
In dem Antrag der Bürgervereinigung Kinderhaus heißt es:
In dem von ihr so geliebten Stadtteil wurde sie am 12. Oktober 1914 geboren und starb dort am
9. Dezember 2002. Durch ihren unermüdlichen Einsatz zur Pflege der plattdeutschen Mundart sowie
ihr außergewöhnliches soziales Engagement hat sie das Leben im Stadtteil Kinderhaus nachhaltig
mitgeprägt.
Als Tochter des Gärtnermeisters Josef Eller und seiner Frau Josefine spielte sie als Kind oft
im Park der damaligen Villa Zimmermann. Ihr Vater war auf dem Anwesen der Familie Zimmermann
zuständig für die Pflege der Obstplantagen am Rektoratsweg. Die Familie Eller bewohnte
seinerzeit die so genannte „kleine Villa“ an der Ecke Grevener Straße / Am Burloh.
Ihr erstes Gedicht in plattdeutscher Sprache verfasste Maria Beckmann im Alter von zwölf
Jahren. Im Laufe ihres facettenreichen Lebens schrieb sie hunderte von Gedichten sowohl in
plattdeutscher als auch in hochdeutscher Sprache. Zahlreiche ihrer Verse wurden in den
münsterschen Tageszeitungen sowie in einigen Stadtteilblättern veröffentlicht.
Die plattdeutsche Sprache bezeichnete sie als ihre Muttersprache, für deren Pflege sie sich
aktiv einsetzte. Im Jahre 1982 gehörte sie mit Paula Wilken zu den Mitbegründerinnen des
„Plattdeutschen Gesprächskreises“. Sie nahm an verschiedenen Wettbewerben teil, unter anderem
an „Platt küert mit der MZ“, wo sie den 1. Platz belegte. Daneben gehörte sie auch zeitweilig
dem Ensemble der Niederdeutschen Bühne am Stadttheater an, wo sie in verschiedenen
plattdeutschen Stücken mitwirkte.
Viele Jahre lang war sie Mitarbeiterin von Theo Breider, dem damaligen Verkehrsredaktor der
Stadt Münster und späteren Gründer des Freilichtmuseums Mühlenhof. Zusammen mit ihm erkundete
sie zahlreiche Wege in und um Münster, die sich für Radtouren eigneten. Diese als „Pättkes“
bezeichneten Radpfade wurden sorgfältig verzeichnet und kartographiert. Daraus entstand
schließlich der erste Pättkesführer.
Maria Beckmann interessierte sich auch sehr für westfälisches Brauchtum und arbeitete
ehrenamtlich eng mit Frau Prof. Martha Bringemeier in der Volkskundlichen Kommission zusammen.
Erwähnenswert ist auch ihr großes gesellschaftliches Engagement für ihren Stadtteil. Schon sehr
früh setzte sie sich für die Verbesserung der Stadtbusverbindung von der Innenstadt nach
Kinderhaus ein. Außerdem kümmerte sie sich um die Installation von Straßenlaternen entlang der
Grevener Straße bis hin nach Kinderhaus.
Als in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit dem Bau der Nordtangente die
Einwohnerzahl von Kinderhaus rasant zunahm, war es für sie eine Herzensangelegenheit, sich um
die Zusammenführung der Kinderhauser Neubürger mit den „Alteingesessenen“ zu kümmern. Sie
sprach gerne Plattdeutsch, versuchte jedoch auch, auf Hochdeutsch den Kontakt zu den Neubürgern
aller Kulturkreise aufzubauen.
Sie war Mitbegründerin des „Stammtisches Kinderhaus“ und beteiligte sich aktiv an der Gründung
der Bürgervereinigung Kinderhaus für Kultur, Heimatpflege und Naturschutz (BVK), die im Jahre
1986 aus dem Stammtisch hervorging. Schließlich wirkte sie im Jahr 1992, zusammen mit Adolf und
Ruth Betz, maßgeblich am Aufbau und an der Einrichtung des Heimatmuseums Kinderhaus mit.
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