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Ausschnitt eines alten Stadtplans von Münster aus dem Jahre 1862
 
Straßenschild Ringoldgasse
 
 
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Olfersstraße

Stadtbezirk:Münster-Mitte
Statistischer Bezirk: Schützenhof
Entstehung: 1907
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Benannt nach Johann Heinrich von Olfers, *1791, †1855, seit 1827 Beigeordneter der Stadt, ab 1828 Inhaber des Bankgeschäftes Lindenkamp & Olfers, ab 1836 Magistratsmitglied, ab 1846 Mitglied des Provinziallandtages, später Vertreter der Stadt Münster im Vereinigten Landtag in Berlin, nach dem 10. April 1841 für fünf Monate Oberbürgermeister von Münster.

Nach dem Ausscheiden Hüffers versah Johann Heinrich von Olfers zunächst dessen Amt als Magistratsdirigenten, da in Erwartung der Einführung der Gemeindeordnung (11.5.1848) die Stelle des Oberbürgermeisters nicht wieder besetzt wurde, bis die Stadtverordnetenversammlung am 23. Oktober 1850 ihn zum Oberbürgermeister wählte. Unter dem 8.02.1851 wurde er vom König bestätigt und am 27. Februar im Friedenssaal durch den Regierungspräsidenten feierlich in sein Amt eingeführt. Johann Heinrich Olfers wurde am 22. Mail 1791 als Sohn des damaligen Advokaten bei den fürstlichen Gerichten, Franz Theodor Olfers und seiner Gattin, Lisette geb. Lindenkampf, geboren. Sein Großvater, Hofrat Werner Joseph Olfers war von 1767 - 1772 und von 1776 - 1783 und ein Vorfahr seiner Mutter, Hofrat Dr. Lindenkampf, in den Jahren 1743 - 1763 zweimal Bürgermeister der Stadt Münster gewesen. Sein Onkel mütterlicherseits, Franz Hermann Lindenkampf hatte in Münster ein Bankgeschäft gegründet, das 1795 Franz Theodor übernahm. Er wurde vom König von Preußen gleichfalls nobilitiert. Johann Heinrich von Olfers folgte seinem Vater als Inhaber des Bankgeschäfts Lindenkampf & Olfers im Jahre 1828. Schon im Jahre vorher war er zum unbesoldeten Beigeordneten der Stadt, nach Einführung der revidierten Städteordnung (14.5.1836) für eine sechsjährige Amtszeit auch zum unbesoldeten Magistratsmitglied gewählt und nach Ablauf dieser Zeit wiedergewählt worden. Im Jahre 1842 wurde von Olfers stellvertretendes, 1846 ordentliches Mitglied des Provinziallandtages und vertrat 1847 und 1848 auf dem Vereinigten Landtage in Berlin die Interessen der Stadt. Beim Todes des Oberbürgermeisters von Münstermann versah er fünf Monate hindurch dessen Amt bis zur Wahl Hüffers. Unter von Olfers Amtsführung als Oberbürgermeister nahm die Real- und Gewerbeschule ihre Tätigkeit auf (Herbst 1851), und am 1.01.1854 wurde die Gasbeleuchtung eingeführt. Der König von Preußen verlieh ihm den Roten Adlerorden sowie das Recht, eine goldene Amtskette zu tragen und berief ihn als Mitglied ins Herrenhaus. Er starb am 22. Dezember 1855.
Quelle: Westfälische Nachrichten vom Dienstag, 1.7.1952

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