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Radioshow „Münster inside” samstags im Studio der vhs Münster auf der „Sonnenallee”

Ankündigung einer Sendung im Bürgerfunk bei Antenne Münster. Die Show ist ein Ergebnis des Workshops „Promitalk“ der vhs Münster mit dem Titel „Münster inside.“ Teilnehmende haben Singer-Songwriterin Niki, Leichtmatrose-Bandleader Andreas Stitz und Showmaster Adam Riese interviewt, die ihre Songs und ihr kreatives Konzept vorstellen.

Wenn Adam Riese über seine kommenden Showacts in der Adam-Riese-Show am 1. März um 19.30 Uhr im Engelsaal des Hotel Atlantic erzählt, findet er nur starke Worte. Mit Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin Patricia Meeden (Dr. Tessa Tilker in den Wilsberg-Filmen), Wanderpapst Manuel Andrack (früher Sidekick und leitender Redakteur der „Harald-Schmidt-Show“) und der Sängerin Van de Forst. „Die Countrysängerin wohnt bei mir um die Ecke im Südviertel und kann zu Fuß zur Show kommen.“ Immer ist er auf der Suche nach geeigneten Gästen, die er interviewen will. „Das müssen drei ganz unterschiedliche Persönlichkeiten sein“, schmunzelt er.

Die Musik in der Adam Riese Show machen Markus Paßlick und seine Original Pumpernickel. Der habe ein großes Netzwerk für interessante Kontakte in die Showwelt. Die Adam Riese Show im März ist schon ausverkauft. 

Michael Kickum interviewt ihn knapp und gibt dann Georg Schaaf, Amina Diel und Susanne Kohthe und ihren Gästen viel Zeit, um sich vorzustellen. Beim Promitalk in der in der vhs produzierten Radioshow „Münster inside” am Montag, 9. Februar, um 20:04 Uhr im Bürgerfunk auf Antenne Münster.

Von ihrem Album „Chocolate“ stellt die Singer-Songwriterin Niki Dilka ihre Lieder „Fake“ über falsche Freunde auf Social Media und „Sala“ vor. „Sala“ ist ein Wort auf Hindi, dass sie lieber nicht übersetzen will. „Es heißt mehr als Idiot, ist aber viel schlimmer.“ Aber die typischen Instrumente, wie die Tabla, machen den indischen Song unverwechselbar. Niki Dilka singt in vielen Sprachen. In Indien hat die geborene Berlinerin studiert.

„Ich mache ja alles nach Gehör, ich verstehe nicht alles von einem Song, bevor ich ihn singe, egal ob auf Hindi, Persisch oder Zulu.“ Es sei ein intuitiver Zugang zum Song, rein akustisch. Für den ersten Eindruck ist der Text des Songs noch nicht wichtig. 

„Ich gehöre der Welt! Her mit den vielen Sprachen“, lacht sie. Auf Spanisch muss noch ein Lied kommen, das sie umhaut. „Oder ich schreibe selbst eines,“ meint die sympathische Künstlerin. „Meine Eltern haben in Buenos Aires gelebt, dort sind auch meine Brüder geboren. Ich konnte als kleines Kind oft nicht unterscheiden, ist das ein spanisches Wort oder ein deutsches Wort.“ 

Sie sei Griechin, konnte zuerst aber gar kein Griechisch. Bei Verwandtschaftsbesuchen in Griechenland konnte sie ihnen nicht folgen: „Alle anderen lachen vor Freude und ich begann, die Mimik im Gesicht zu beobachten. „Ich glaube sogar, ich habe gar keine keine richtige Muttersprache.“ Denn ihre besten Freundinnen kamen aus Portugal oder der Türkei. Die verschiedenen Sprachfetzen füllten den Raum, erklärt sie dem freien Lektor Georg Schaaf am Mikrofon.

Die Sprachmelodie sei ihr wichtig. „Wie betont man, wie bewegt man die Lippen, dafür schaue ich den Menschen auf den Mund und nicht in die Augen“, lacht sie.

Eine „One-World Lounge“, ein interkultureller Konzertabend moderiert sie ab 21. März im Wohnzimmer der B-Side. „Ich bin da die Gastgeberin, darauf freue ich mich. Ihr Song „Peace Bell“, gemeinsam mit der Primusschule gesungen, und mit dem dazugehörigen Animationsfilm am 8. Mai in Berg Fidel im Lorenz Süd vorgestellt, ist ihr aktueller Song.

Sie lacht viel während des Interviews und fühlt sich sichtlich wohl in dem Gespräch über ihre Musik. „Danach könnten mich die Menschen öfter fragen“, meint sie. Ihre Rolle als Künstlerin ist ihr wichtig.

Als Andreas Stitz ins Studio kommt, ist gerade der Anpfiff des Heimspiels von Preußen Münster ertönt. Extra für das Interview in der vhs hat er auf das Spiel verzichtet. Für Preußen Münster würde er auch gerne eine richtige Hymne schreiben, aber da müsse schon ein Auftrag kommen, lacht er. „Hey, vielleicht hört das ja Christian Pander.“

Zuerst sang Andreas Stitz in seinem Solo-Projekt nur zu elektronischer Musik. „Ich konnte ja nicht alle Instrumente selbst spielen,“, meint der Frontman der fünfköpfigen Band „Leichtmatrose“. Im Song „Jonny fand bei den Sternen sein Glück“ singt vom jähen Absturz des Kumpels Jonny. „Nicht alle haben die wilden Zeiten überlebt“, meint er. „Wir waren die coolsten Cowboys der Stadt – für uns haben die heißesten Bars aufgemacht...“ Eine nostalgische Retrospektive aus einer Zeit, in der viele sehr hart gefeiert haben, beschreibt er. Auch der noch nicht veröffentliche Song „Sonnenallee“ ist in der Sendung im Bürgerfunk zu hören. „Ein Song entsteht peut a peut, das geht Zeile für Zeile, wenn die hookline steht.“ Ein ganzes Album wird nicht mehr auf einmal veröffentlich, sondern Song für Song online. Das gewohnte Album gäbe es vor allem für Fans bei den Live-Konzerten. Indie-Rock-mäßig mit Gitarren und Schlagzeug ist heute eher der Stil der Band als die früher sehr erfolgreiche elektronische Musik. 

„Ihr habt immer noch sehr viel zu erzählen,“ sagt Interviewerin Susanne Kothe. Dass Stizt beruflich als Bewährungshelfer arbeitet und auch pro bono auf Festivals für ein Kinderhospiz oder das Friedensdorf in Oberhausen auftritt („Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht“, ein Song zusammen mit Reinhard Mey, wurde 23 Millionen Mal bei YouTube aufgerufen), darüber spricht er ohne große Starallüren. Klar, er würde gerne von der Musik leben können. Selbst nach einem Durchbruch, könnte man von seiner Musik nicht mehr leben wie in den 80ern oder 90ern. Wie so ein Leben immer „on tour“ mit vielen Auftritte aufsehen würde, will er sich gar nicht vorstellen. „Wir spielen am 14. November in Hövelhof-Stukenbrock mit ‚Extrabreit‘, im September noch in der Sputnikhalle. 

Dozent des vhs-Kurs ist Peter Sauer. Er ist Journalist, Redakteur der Adam Riese Show und Sprechtrainer. Er hat im vhs-Workshop erklärt, wie man Promis auf Augenhöhe interviewt.