Rat beschließt Kommunalen Wärmeplan für Münster
Am 20. Mai 2026 hat der Rat der Stadt Münster den Kommunalen Wärmeplan beschlossen. Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet der Wärmeplan vor allem Orientierung. Er zeigt, wo künftig Fern- oder Nahwärme möglich ist, wo Wärmepumpen infrage kommen und wo weitere Prüfungen erforderlich sind. Die Entscheidung über die Heiztechnik bleibt bei den Eigentümerinnen und Eigentümern.
Hier geht es zum Endbericht (pdf, 23,11 MB)
und zur Kurzfassung (pdf, 5,75 MB).
Wir machen uns auf den Weg
Als Vorreiterin im Klimaschutz engagiert sich Münster seit 30 Jahren für eine nachhaltige Zukunft. Ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Klimastadt ist die Wärmewende.
Seit dem 1. Januar 2024 werden in ganz Deutschland Wärmepläne erstellt, damit die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zügig überwunden werden kann. Die Wärmepläne geben den Bürgerinnen und Bürgern, den Unternehmen und Energieversorgern eine Orientierung über Möglichkeiten der Wärmeversorgung vor Ort.
Was steht dahinter?
Laut Gesetz für die Wärmeplanung und Dekarbonisierung der Wärmenetze soll zukünftig nur noch auf erneuerbare Energien und die Nutzung unvermeidbarer Abwärme, beispielsweise von Industrieanlagen und Rechenzentren gesetzt werden.
Außerdem ist die Kommunale Wärmeplanung (kWP) eng mit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) verknüpft. Sowohl die Wärmeplanung als auch das GEG haben als ein wesentliches Ziel, die CO2-Emissionen im Gebäudebereich zu senken.
Wie schaffen wir die Wärmewende?
Die Wärmewende ist eine große gesellschaftliche Herausforderung, deren Erfolg von der aktiven Beteiligung aller Akteur*innen abhängt.
Der Ausbau erneuerbarer Energien erfordert Investitionen der Gebäudeeigentümer*innen, Stadt, Stadtwerke und Stadtnetze und braucht Zeit. Nicht alle neuen Technologien sind sofort flächendeckend einsetzbar, da teilweise der Ausbau größerer Infrastrukturen, wie zum Beispiel von Fernwärmenetzen, vorausgehen muss.
Die Kommunale Wärmeplanung leistet einen wichtigen Beitrag, indem sie die konkreten Potenziale zur nachhaltigen Wärmeversorgung der verschiedenen Stadtgebiete zusammenstellt.
Wie funktioniert die Wärmeplanung?
Der Münsteraner Wärmeplan gibt Auskunft darüber, wo der Ausbau von Fernwärme durch die Stadtwerke angestrebt wird, wo der Aufbau von Nahwärmenetzen eine sinnvolle Lösung sein kann und wo die individuelle Objektversorgung, z.B. mit Wärmepumpen die zielführendste Variante ist.
Eine Kartendarstellung veranschaulicht, welche Gebiete zukünftig in welcher Weise mit Wärme versorgt werden können. Der Stadtplan dient dann als Grundlage für weitere Planungen.
Wer macht's?
Die Wärmewende geht nur gemeinsam. Der Wärmeplan legt eine solide Planungsgrundlage und empfiehlt Maßnahmen. Koordiniert und gesteuert wird die Aufstellung des Wärmeplans durch die Stabsstelle Klima der Stadt Münster. Dabei werden keine neuen Daten von den Bürger*innen erhoben. Einzelne Unternehmen und Organisationen werden gegebenenfalls gezielt angefragt.
Die Umsetzung liegt bei den Gebäudeeigentümer*innen – von Privatnutzer*innen bis hin zu Immobiliengesellschaften –, die ihre Gebäude und Wärmeversorgung modernisieren. Den Ausbau der Netzinfrastruktur übernehmen Stadtwerke und Stadtnetze.