Klimastadt-Vertrag

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Was ist der Klimastadt-Vertrag?

Um Klimaneutralität zu erreichen reicht es nicht aus, wenn nur Einzelne sich dafür einsetzen – es braucht uns alle! Alle müssen ihren eigenen Handlungsspielraum für mehr Klimaschutz erkennen und ausnutzen. Der Klimastadt-Vertrag bündelt öffentliche Selbstverpflichtungen aller Akteure der Stadtgesellschaft, freiwillig eigene und konkrete Beiträge zur Klimaneutralität zu leisten und so der gemeinsamen Verantwortung für ein gutes Morgen gerecht zu werden.

Egal ob Unternehmen, Bürger*in, Verein, Initiative oder sonstige Einrichtungen: Alle sind aufgefordert und eingeladen ihren Beitrag im Klimastadt-Vertrag zu benennen und sich damit öffentlich zur Umsetzung zu bekennen und andere zu inspirieren und zu motivieren. Wenn alle ihren eigenen Handlungsspielraum erkennen und bestmöglich nutzen, wird Münster zur Klimastadt!

Alle eingereichten Beiträge, die sowohl einen nachvollziehbaren Beitrag zur Klimaneutralität bieten sowie durch die Einreichenden selbst oder in Kooperation mit Dritten umgesetzt werden können, werden in den Klimastadt-Vertrag übernommen. Alle Beiträge werden zeitnah auf dieser Seite veröffentlicht werden.

Übrigens: Eine juristische Verbindlichkeit schafft der Klimastadt-Vertrag nicht. Verbindlichkeit wird stattdessen durch die öffentliche Selbstverpflichtung der Beitragenden geschaffen.

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Wo steht der Klimastadt-Vertrag aktuell?

Das Wichtigste zuerst: Beiträge zum Klimastadt-Vertrag können jederzeit eingereicht werden. Der Klimastadt-Vertrag wird erst zu Ende geschrieben sein, wenn Münster Klimaneutralität erreicht hat. Bis dahin wird er sich weiter entwickeln und weiterwachsen. Alle Beiträge werden zeitnah auf dieser Seite veröffentlicht werden.

Seit dem Startschuss für den Klimastadt-Vertrag im Juni 2023 wurden bereits zahlreiche, wertvolle Beiträge aus der Stadtgesellschaft eingereicht. Übrigens: Alle Beiträge, die bis zum 31. Januar eingereicht wurden, sind Teil der ersten Fassung des Klimastadt-Vertrages, die bei der EU als Bewerbung um das „EU-Mission-Label“ eingereicht wird.

Was hängen EU und Klimastadt-Vertrag zusammen?

Als eine von 100 europäischen Städten wurde Münster von der EU als Vorreiter-Stadt für die Mission „100 Climate-Neutral and Smart Cities by 2030“ ausgewählt. Alle 100 ausgewählten Vorreiter-Städte erarbeiten einen Stadtvertrag, der zeigen soll, wie der Weg zur Klimaneutralität beschritten werden kann. Münster hat sich entschieden, den Klimastadt-Vertrag zusammen mit der gesamten Stadtgesellschaft zu entwickeln. Egal ob Unternehmen, Bürger*in, Verein, Initiative oder andere Einrichtung: Alle sind eingeladen Beiträge einzureichen.

Im März wird die erste Fassung des Klimastadt-Vertrages offiziell bei der EU eingereicht, um Münsters Weg zur Klimaneutralität von der EU-Kommission prüfen zu lassen. Läuft die Bewertung erfolgreich, erhält Münster das „EU-Mission-Label“, eine Würdigung für ambitionierte und ernstgemeinte Klimaarbeit.

Natürlich wird der Klimastadt-Vertrag aber auch nach dem März weiter fortgeschrieben und Beiträge können fortwährend eingereicht werden.

Wie unterstützt der Klimastadt-Vertrag den Klimaprozess?

Damit Münster klimaneutral wird, müssen zwei Prozesse funktionieren:
1. Teamwork in der Stadt: Die gesamte Stadtgesellschaft muss an der Erreichung des Ziels mitarbeiten. Es reicht nicht aus, wenn nur einzelne Unternehmen, Initiativen, Privatpersonen oder die Verwaltung sich dafür einsetzen.
2. Teamwork über die Stadtgrenzen hinaus: Land, Bund und EU müssen zu der Erreichung von Klimaneutralität beitragen.

Der Klimastadt-Vertrag adressiert beide Ebenen: Zum einen trägt er dazu bei die gesamte Stadtgesellschaft auf das Ziel der Klimaneutralität zu fokussieren. Alle Unterstützenden verpflichten sich öffentlich zur Umsetzung ihrer Beiträge und motivieren sich so gegenseitig. Die zweite Ebene, der Schulterschluss mit Land, Bund und EU, soll ebenfalls adressiert werden. Die Idee eines Klimastadt-Vertrages, wie die EU ihn im Rahmen des Projektes „100 Climate-Neutral and Smart Cities by 2030“ vorschlägt, bietet die Möglichkeit Anforderungen (zum Beispiel gesetzliche Rahmenbedingungen) an Land, Bund und EU zu formulieren.

Wer macht Münster klimaneutral?

Mit dem Ziel der Klimaneutralität vor Augen, besteht bei vielen der Wunsch nach einem umfassenden und vollständigen Maßnahmenprogramm, das die genauen Schritte aufzeigt, wie Münster klimaneutral wird. Der Weg zur Klimastadt hängt jedoch von dem Einsatz sehr vieler verschiedener Akteure ab und inwieweit und zu welchem Zeitpunkt diese ihren eigenen Handlungsspielraum nutzen. Der Prozess ist damit hoch dynamisch und kann mit dem Anspruch eines seriösen, abgeschlossenen Konzeptes nicht dargestellt werden.

Sicher ist jedoch: Neben dem Einsatz von Land, Bund und EU braucht es die ganze Stadt, um in Münster klimaneutral und klimaangepasst zu werden. Der Klimastadt-Vertrag ist ein innovatives Werkzeug, das die Klammer für alle Beiträge und Maßnahmen bildet, die in Münster für das Ziel der Klimaneutralität geleistet werden.

Daher ist die gesamte Stadtgesellschaft gefragt:

Innerhalb der Stadtverwaltung und des Stadtkonzerns werden auf Basis von Ratsbeschlüssen vielfältige Maßnahmen und Umsetzungsschritte von den unterschiedlichen Fachbereichen durchgeführt. Im Klimastadt-Vertrag werden die Wichtigsten zusammengetragen und gebündelt. Dazu seien beispielhaft genannt:
•    Der Aufbau einer kommunalen Energienutzungsplanung (inkl. kommunale Wärmeplanung) unterstützt die klimafreundliche Energieversorgung der Stadt in der Zukunft.
•    Die Stadtwerke Münster planen die vollständige Umstellung der Busflotte auf Elektromobilität.
•    Durch die Festsetzung eines Standards (KfW-Standard 40) für Neubauten in Grundstückskaufverträgen und bei städtebaulichen Verträgen wird eine starke Mindestanforderung an die Energieeffizienz gestellt.
•    Die Stadtwerke Münster planen die schrittweise Dekarbonisierung ihrer Fernwärmeversorgung. Sie überprüfen dafür aktuell die mögliche Nutzung von Tiefengeothermie, als zentraler klimafreundlichen Energiequelle.
•    Es wurde eine Solarpflicht in neuen Bebauungsplänen geschaffen, zudem gibt es eine Verpflichtung neue Baugebiete über Fernwärme oder lokale regenerative Wärmestrukturen zu versorgen. 
•    Das Förderprogramm „Klimafreundliche Wohngebäude“ unterstützt Bürgerinnen und Bürger bei der energetischen Sanierung 
•    Der Einstieg in die energetische Stadtsanierung mit Unterstützung des KfW432-Programms, bei dem die Potentiale ganzer Quartiere zur klimafreundlichen Energieversorgung betrachtet werden.
•    Die Umsetzung des Veloroutenkonzeptes in der Stadtregion Münster.
•    Entwicklung einer Münsterland-S-Bahn und die Neukonzeption des bestehenden ÖPNV-Angebots.
•    Der konsequente Um- und Ausbau des städtischen Fahrradnetzes.
•    Die Entwicklung einer Sanierungsstrategie für die städtischen Gebäude und die entsprechende sukzessive Umsetzung. 
•    Ausbau Erneuerbarer Energien im Stadtgebiet mit Fokus auf Wind und PV, unterstützt durch städtische Angebote, Programme und Beteiligungsmöglichkeiten.
•    Etablierung eines Prozesses zur klimaneutralen Stadtverwaltung
•    Durch die städtischen Gebäuderichtlinien wird bei den erforderlichen Neubauten der zusätzliche Energiebedarf durch den Bau von Nullemissionshäusern weitest-gehend minimiert. 
•    Es findet eine schrittweise Umstellung des städtischen Fuhrparks auf Elektroautos sowie ein neuer Umgang mit Dienstreisen und Angeboten für Mitarbeitendenmobilität statt.
•    Das neue Klimadashboard der Stadt Münster gibt einen Eindruck, auf wie vielen unterschiedlichen Ebenen Fortschritte nötig sind, um Klimaneutralität zu erreichen. Da es Open Source angelegt ist, können alle Kommunen das Dashboard kostenlos für sich selbst übernehmen.
•    Eine Starkregengefahrenkarten hilft Bürger*innen die Überflutungsgefährdung ihres Hauses einschätzen zu können (www.stadt-muenster.de/wasser). 
•    Viele bestehende Dächer auf dem Stadtgebiet Münsters eignen sich für eine Begrünung. Welche, zeigt das Gründachkataster der Stadt Münster: www.gruendachkataster-muenster.de.
•    Das Gesundheitsamt hat die ersten Schritte unternommen einen Hitzeaktionsplan für die Stadt Münster zu erarbeiten.
•    Entwicklung einer Stadt-Klimaanalyse als Grundlage für die zukünftige Stadtplanung und Stadtentwicklung.

Neben dem Stadtkonzern gibt es noch andere Akteure in Münster, die die Möglichkeit haben größere Stellschrauben drehen zu können, um CO2 einzusparen. Mit Wirkungsakteuren sind daher all diejenigen gemeint, die wie Wirtschaftsunternehmen, Verbände, Hochschulen gewichtige Beiträge zur Klimaneutralität in Münster schaffen können. 
Einige Wirkungsakteure in Münster haben bereits konkrete Pläne für die eigene Klimaneutralität, andere setzen bereits ambitionierte Projekte und Maßnahmen zur Reduzierung der Emissionen um. Der Klimastadt-Vertrag soll dieses Engagement aufzeigen und stärken

Nicht für jede Maßnahme lässt sich berechnen, wieviel CO2 sie einspart oder welche Wirkung sie in der Zukunft noch entfalten wird. Dennoch sind auch diese wichtig, denn es braucht Ideen, Kreativität, Forschung, Fortschritt und Mut für Neues, um Münster zur Klimastadt zu machen. Wenn beispielsweise an der Universität Münster innovative Recyclingmethoden erforscht werden, dann nutzt dieses Wissen nicht nur Münster, sondern im Endeffekt der ganzen Welt.

Jede und jeder der 315.000 Münsteraner*innen ist Teil dieser Stadtgesellschaft und beeinflusst so den Weg zur Klimastadt mit. Für viele bedeutet das die Umstellung ihrer alltäglichen Entscheidungen hin zu klimafreundlichen Optionen. Manche haben aber noch die Möglichkeit, sich darüber hinaus zu engagieren. Sei es durch die Unterstützung eines Repair-Cafés oder die Anschaffung eines E-Autos, das mit den Nachbar*innen geteilt wird. Die gesellschaftliche Transformation lebt von der Stadtgesellschaft und ihren Engagierten.

Sie haben Fragen?

Bei Fragen und Anregungen dürfen Sie sich gerne an das Team Klimastadt der Stabsstelle Klima, Münster Marketing und dem Stadtplanungsamt wenden: Klimastadt@stadt-muenster.de