Stadt Münster: Vermessungs- und Katasteramt - Straßenname: Apffelstaedtstraße

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Straßennamen in Münster

Bedeutungen und Hintergründe


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Apffelstaedtstraße

Stadtbezirk   Münster-West
Statistischer Bezirk   Sentrup
Lage  im Stadtplan

Entstehung   1979   12.12.1979
Amtsblatt   24/1980   19.09.1980

Benannt nach dem Zahnmediziner Dr. Max Apffelstaedt (1863-1950)

Prof. Dr. Max Apffelstaedt (1863 - 1950)
Am 4. März 1863 wurde Max Apffelstaedt in Münster geboren. Nach dem Abitur im Frühjahr 1884 studierte er in Münster, Berlin und Göttingen Kunstgeschichte und neuere Sprachen. Als Mitglied des Literarischen Klubs in Münster hatte er einen engen Kontakt mit Hermann Löns und den Brüdern Julius und Heinrich Hart. Anfang des Jahres 1889 ging er für ungefähr 2 Jahre als Lehrer der neueren Sprachen nach England. Nach seiner Rückkehr brach er jedoch sein Sprachstudium ab und wandte sich der Zahnheilkunde zu. Er studierte in München und Berlin. Am 19. Juni 1893 bestand er sein Examen. Im Herbst desselben Jahres ließ er sich in Münster nieder. Dort gründete er den Verein Deutscher Zahnärzte in Westfalen. Um sich weiter zu bilden, ging er 1896 für kurze Zeit nach Chicago (USA) zu Prof. Haskells. Im Jahre 1899 heiratete er Helene Martha van de Sandt aus Münster.
Apffelstaedt war als Zahnarzt sehr erfolgreich und kam zu einem Wohlstand, der es ihm möglich machte, wertvolle Kunstgegenstände zu erwerben. Nach längeren Verhandlungen und großen persönlichen Opfern wurde er am 30.01.1907 zum Lehrer der Zahnheilkunde und Direktor an der neugeschaffenen Zahnklinik ernannt.

Zur Zeit des Ersten Weltkrieges richtete er im Reservelazarett Schützenhof eine Abteilung für Kopf- und Kieferschußverletzte ein. Er erhielt dafür das Eiserne Kreuz am weiß-schwarzen Band. Am 23. November 1918 wurde ihm für seine 10-jährige Tätigkeit am Universitätsinstitut der Titel Professor verliehen. Er war Korrespondierendes Mitglied des zahnärztlichen Vereins für Niedersachsen und Ehrenmitglied des Zahnärztlichen Vereins für Ostfriesland. Zum außerordentlichen Professor wurde er am 28.01.1922 ernannt.

Er promovierte noch im Alter von 59 Jahren an der Hamburger Universität. Apffelstaedt gehörte zu den ersten Zahnärzten, die mit Röntgenstrahlen, Radium- und Hochfrequenzströmen arbeiteten. Sein Spezialgebiet war die zahnärztliche Chirurgie. Das Apffelstaedtsche Kastensystem, eine Methode der zahnärztlichen Brückenarbeit, war weltbekannt. Sein Hauptwerk ist der Atlas Die Missbildungen der Kiefer und Zähne (zusammen mit E. Herbst). In diesem Buch wurde zum ersten Male die Zahnheilkunde vom teratologischen Aspekt betrachtet. Am 11. November 1926 wurde Apfffelstaedt Ordinarius. Drei Jahre später trat er aus Altersgründen von seinen Ämtern zurück.

Nach der Emeritierung war er weiterhin in seiner Privatpraxis zahnärztlich tätig. Er beschäftigte sich jetzt aber wieder eingehender mit Dichtung, Kunst und Theater. Er war schriftstellerisch tätig. Ein großer Teil des Nachlasses seines Freundes Hermann Löns wurde von ihm verwaltet. Sein Haus in der Schorlemerstraße mit zahlreichen Kunstschätzen war ein Treffpunkt für Künstler und Gelehrte. Im Jahre 1937 wurde Apffelstaedt Ratsherr der Stadt Münster.
Am 4.03.1943 wurde er anlässlich seines 80. Geburtstages feierlichst zum Ehrenbürger der Westfälischen Wilhelms-Universität ernannt, gleichzeitig auch noch Ehrenmitglied der Deutschen Zahnärzteschaft. Gegen Kriegsende musste Apffelstaedt nach Bad Salzufflen flüchten. Er starb dort im Alter von 87 Jahren am 8. Juni 1950.
Quelle: Kurt Gerritz, Max Franz Apffelstaedt (1863-1950) und die Gründung der Zahnklinik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster in Münstersche Beiträge zur Geschichte und Theorie der Medizin, Nr. 1, Münster 1970


Dr. Max Apffelstaedt, *04.03.1863, †18.06.1950, Professor der Zahnmedizin, Gründer der Zahnklinik, Ehrenbürger der Westfälischen Wilhelms-Universität. Sein Grab befindet sich auf dem Zentralfriedhof, Bereich Ludgeri, Alter Teil, Feld V
Quelle: Bernhard Müller-Cleve, Vom Central-Kirchhof 1887 zum Zentralfriedhof 1987, Münster 1987


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