Stadt Münster: Vermessungs- und Katasteramt - Straßenname: Egelshove

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Straßennamen in Münster

Bedeutungen und Hintergründe


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Egelshove

Stadtbezirk   Münster-West
Statistischer Bezirk   Mecklenbeck Roxel
Lage  im Stadtplan

Entstehung   1979   05.09.1979
Amtsblatt   17/1981   30.07.1981

Benannt nach einem in dieser Gegend überlieferten Hofnamen.

Die Egelshove, die bereits im 15. Jahrhundert wüst und vom Schulten Meckmann in Mecklenbeck angepachtet war, lag abseits am Wege nach Roxel. Sie wurde zur Bauerschaft Altenroxel gerechnet. Die Egelskämpe hart an der Grenze der Bauerschaft Mecklenbeck an der Igelstiege, wie der Weg von Mecklenbeck nach Altenroxel noch auf dem Urkatasterplan von 1828 heißt, halten die Erinnerung an diesen Hof fest.
Quelle: Joseph Prinz, Mimigernaford - Münster , Münster 1981, Seite 59


Die niederdeutsche Sprache unterschied zwischen Hof und Hove. Mit Hof wurde der Herrenhof bezeichnet, zum Beispiel der Bispinghof, der Drostenhof, der Schultenhof. Das Wort Hove bezeichnete die abhängigen Hofstellen, die zum Eigentum eines Herrenhofes gehörten. Zum Beispiel Brandhove, Egelshove, Wedemhove.
Quelle: Gunter Müller in einem Vortrag bei den 31. Niederdeutschen Heimattagen in Münster am 30.9.2009 in der Stadtbücherei in Münster.


Der Hof und die Hove
Beide Wörter werden oft verwechselt , unterscheiden sich aber schon im grammatischen Geschlecht:

  • Der Hof - ein männliches Wort mit kurz gesprochenem "o" - meint ursprünglich einen Herrenhof oder Oberhof, im Münsterland zumeist Schultenhof und im Östlichen Westfalen "Meierhof" genannt. Der dort wohnende Schulte oder Meier war nicht in erster Linie als Landwirt tätig, sondern als eine Art Amtmann mit klar umgrenzten Amtspflichten, beauftragt von seinem kirchlichen, klösterlichen oder adligen Grundherrn. So hatte ein Schulte oder Meier dafür zu sorgen, dass die Bauern seines Bezirks die Abgaben entrichteten, ihre Hööfe ordentlich bewirtschafteten und das Recht einhielten. Der Oberhof war selbst mit Flächen zur Landwirtschaft ausgestattet. Ein Schulte oder Meier bebaute sie - zumindest im Mittelalter - aber nur selten auf eigene Rechnung, sondern vor allem zugunsten des Grundherrn.
  • Die Hove - ein weibliches Wort mit langgesprochenem "o" - bezeichnet demgegenüber allgemein einen Vollbauernhof oder eine Hofstelle. Es ist "das von einem Colon bewohnte Ackerland, stehe es in Abhängigkeit von einem Herrenhof oder sei es unabhängig", teilt Jacob Grimm in seiner Quellensammlung der deutschen Rechtsaltertümer mit.
    Huove, Hove oder hochdeutsch Hufe beschreibt laut Deutschem Wörterbuch der Brüder Grimm ursprünglich gar keinen geschlossenen Bauerhof, sondern ein gemessenes und gehegtes Landstück in Flur oder Wald, dessen Größe schwankt. Diese Bedeutung findet sich auch in historischen Dokumenten Westfalens. So weist eine 1496 geschriebene Urkunde aus Salzuflen auf "1/2 hove landes, geheten de Molenhove".

Quelle: Gisbert Strotdrees, Im Anfang war die Woort - Flurnamen in Westfalen, Ardey-Verlag Münster, 2018


 

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