Stadt Münster: Vermessungs- und Katasteramt - Straßenname: Heilbronnweg

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Straßennamen in Münster

Bedeutungen und Hintergründe


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Heilbronnweg

Stadtbezirk   Münster-Südost
Statistischer Bezirk   Wolbeck
Lage  im Stadtplan

Entstehung   2018   19.06.2018
Amtsblatt   22/2018   21.12.2018
Übersichtsplan (PDF)

Foto

vergrößernStolperstein zur Erinnerung an Familie Heilbronn in Wolbeck, Münsterstraße 11

Benannt nach der jüdischen Familie Heilbronn.

 

Im Oktober 1906 heirateten Siegfried Heilbronn und Selma Sara Goldbach. Das Paar wurde in Wolbeck ansässig, hatte später zwei Kinder, Arthur (*1907 in Wolbeck) und Helene Hella (*1910 in Wolbeck) und wohnte im Haus von Salomon Steinberg in der Münsterstraße 11. Familie Heilbronn lebte in vielfältigen Beziehungen zu den anderen jüdischen Familien und war in Wolbeck beliebt. Siegfried Heilbronn, der vermutlich als Soldat im Ersten Weltkrieg diente, engagierte sich später im Kriegerverein, gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr und engagierte sich zusammen mit seinem Schwager Hermann Marx als Vertreter der jüdischen Gemeinde im Synagogenbezirk des Landkreises Münster. Die Familie war ortsverbunden und bodenständig.
Nach der Machtergreifung durch die Nazis musste die Familie Heilbronn - Siegfried war Viehhändler mit eigenen Stallungen - Einschränkungen erdulden. Ihr Wohnhaus Münsterstraße 11 wurde verkauft. Der Stammbaum der Familie zeigt, dass Siegfried und Selma Sara Heilbronn und der Sohn Arthur, die Schwiegertochter Marianne und viele weitere Verwandte im Holocaust ermordet wurden. Nur Tochter Hella Heilbronn überlebte in England.

das Buch von Peter Schilling, Gudrun Beckmann-Kircher, Monika Simonsmeier, Spuren der Erinnerung an jüdische Familien in Wolbeck, Lebensgeschichten zu Stolpersteinen

vergrößernDas Buch: Spuren der Erinnerung

Quelle: Peter Schilling, Gudrun Beckmann-Kircher, Monika Simonsmeier, Spuren der Erinnerung an jüdische Familien in Wolbeck, Lebensgeschichten zu Stolpersteinen, Münster 2016, Seiten 116 bis 129


Dunkles Kapitel auch in Wolbeck
Bereits im 16. Jahrhundert lebten jüdische Familien in Wolbeck [...]. Beispielsweise Jacob von Korbach, der Leibarzt des Bischofs Franz von Waldeck war. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts nahm die Zahl der ansässigen Familien zu. Es wurde ein Betraum eingerichtet, den 1824 der Bau einer Synagoge an der Wallstraße ersetzte. Bald konnte dort auch regelmäßiger Schulunterricht erteilt werden. Auffällig war allerdings ein häufiger Lehrerwechsel, der wahrscheinlich auf schlechte Arbeitsbedingungen und Bezahlung zurückzuführen war. Die Gemeinde blieb klein und schloss sich daher mit Havixbeck, Telgte und Nottuln 1857 zu einer Synagogengemeinschaft zusammen. [...]
Die 34 jüdischen Einwohner, die noch vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Wolbeck gezählt wurden, waren wohlhabende und beliebte Mitbürger, vornehmlich als Viehhändler und Metzger tätig. Bereits Anfang 1938 wurde die kleine Synagoge nach Aufenzeugen von fanatischen NS-Anhängern verwüstet. Es entschlossen sich nur wenige der älteren Juden, rechtzeitig Deutschland zu verlassen. Sie wurden 1941/42 in die Konzentrationslager Riga, Auschwitz, Buchenwald, Stutthof und Theresienstadt deportiert. [...]
Quelle: Westfälische Nachrichten Jg. 1998, gekennzeichnet mit "-sis-"

Auf dem ehemaligen jüdischen Friedhof am   Helmut-Pins-Weg
erinnert ein Gedenkstein an das Schicksal der Juden in Wolbeck mit dem Text:
ZUM GEDENKEN UNSERER JÜDISCHEN MITBÜRGER,
DIE HIER IHRE RUHESTÄTTE FANDEN UND DERER, DIE
DURCH DIE VERFOLGUNG IN DEN JAHREN 1933-1945
IHR LEBEN LASSEN MUSSTEN.

Sechs jüdische Familien in Wolbeck
In dem Baugebiet zwischen den Straßen Petersheide, Petersdamm und Am Steintor wurden die Straßen nach früheren jüdischen Familien in Wolbeck benannt. Diese Namen stehen beispielhaft für die jüdische Geschichte des Ortes. Jacob von Korbach war der erste nachweisbare Jude in Wolbeck. Die anderen Namen sind ebenfalls schon früh erwähnt. Die Familien waren über Generationen in Wolbeck ansässig oder Mitglieder der Familien haben sich um den Ort verdient gemacht. Die zeitliche Spanne reicht von der ersten Erwähnung bis in die NS-Zeit. Es sind die Straßennamen Baumgartenweg, Heilbronnweg, Hoffmannweg, Jacob-von-Korbach-Weg, Philippsweg und Weinbergweg

Im Stadtgebiet Münster gibt es 17 weitere Straßennamen, die nach Menschen mit jüdischer Abstammung benannt sind:
Alfred-Flechtheim-Platz, Edith-Stein-Straße, Eli-Marcus-Weg, Einsteinstraße, Goldenbergstraße, Hedwig-Feibes-Weg, Helmut-Pins-Weg, Henny-Waldeck-Weg, Julius-Voos-Gasse, Reha-Mathel-Falk-Weg, Zwi-Schulmann-Weg
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Stadthaus 3
Albersloher Weg 33
48155 Münster

Tel. 02 51/4 92-62 01
Fax 02 51/4 92-77 55
 
katasteramt(at)stadt-muenster.de



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