Stadt Münster: Vermessungs- und Katasteramt - Straßenname: Henny-Uhlmann-Weg

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Straßennamen in Münster

Bedeutungen und Hintergründe


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Henny-Uhlmann-Weg

Stadtbezirk   Münster-West
Statistischer Bezirk   Gievenbeck
Lage  im Stadtplan

Entstehung   2020   07.05.2020
Amtsblatt   —  
Übersichtsplan

Foto

vergrößernStolperstein zur Erinnerung an Henny Uhlmann vor dem Haus Salzstraße 31

Benannt nach Henny Uhlmann (1888-1942) geb. Scheiberg, die 1942 im KZ Chelmno/Kulmhof ermordet wurde.


 


Henny (Henriette) Uhlmann geb. Scheiberg *2.09.1888 in Münster, wuchs im elterlichen Haus in Münster, Salzstraße 31 auf, heiratete mit 18 Jahren den neun Jahre älteren Kaufmann Emil Uhlmann und bekam 1908 und 1909 zwei Kinder.

Seit 1933 lastete auf dem Haus Salzstraße 31 (Eigentümer war ihr Bruder Gustav, niederländischer Staatsangehöriger) eine Grundschuld von 20.000 Reichsmark. 1936 überschrieb ihr Bruder das Haus auf Henny Uhlmann.


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vergrößernEnde 1935: Emil und Henny Uhlmann mit ihren Kindern Heinz und Lieselotte (Slg. Möllenhoff / Schlautmann-Overmeyer)

Seit 1937 stieg die Sorge um die finanzielle Existenz, jedoch wollte Henny Uhlmann nicht vorzeitig auf ihr "deutsches Zuhause" verzichten. Auch fürchtete sie das Klima in Südafrika, wohin ihr Sohn emigriert war, und hielt, den erhaltenen Briefen zufolge, die Situation in anderen Emigrationsländern für ebenso wenig gesichert.

Ferienaufenthalte zwischen 1936 bis Februar 1938 in den Niederlanden ließen sie die Einengung in Deutschland spürbar fühlen. Nach dem Novemberpogrom 1938 vermietete sie ab 1939 zwecks Existenzsicherung Zimmer an jüdische Ehepaare. 1940 gelang die Emigration nach Luxemburg.

Mit ihrem Ehemann wurde sie im September 1941 von Luxemburg-Stadt über das ehemalige Kloster "Fünfbrunnen" (Cinqfontaines) in das Ghetto Litzmannstadt/Lodz verbracht. Ihr Mann kam dort um. Mitte September 1942 wurde Henry Uhlmann im Vernichtungslager Chelmno-Kulmhof vergast. Das in den Niederlanden lagernde Umzugsgut wurde 1943 von den deutschen Besatzern nach Deutschland zurücktransportiert und dort unter anderem an ausgebombte Familien verteilt.
Das Haus Salzstraße 31 beschlagnahmte 1942 der Reichsfiskus. Die Tochter konnte mit ihrem Ehemann nach Chile entkommen.

das Buch von Gisela Möllenhoff und Rita Schlautmann-Overmeyer: Jüdische Familien in Münster - 1918 - 1945 - Biographisches Lexikon

vergrößerndas Lexikon

Quelle: Gisela Möllenhoff und Rita Schlautmann-Overmeyer, Jüdische Familien in Münster 1918 bis 1945, Teil 1: Biographisches Lexikon, Münster 2001






Zwölf Straßennamen in der ehemaligen Oxford-Kaserne
Als in den Jahren ab 2014 die Umwandlung der ehemaligen Kaserne an der Roxeler Straße in ein ziviles Wohnbaugebiet absehbar wurde, hat die Bezirksvertretung Münster-West am 4. Mai 2017 entschieden, dass die Straßen im Oxford-Quartier nach weiblichen Opfern von Krieg und Gewalt benannt werden sollten.
Die Vorschläge für die Straßennamen stammen von den Autorinnen des Buches Jüdische Familien in Münster 1918 - 1945 Gisela Möllenhoff und Rita Schlautmann-Overmeyer.

Es sind die zwölf Straßennamen:
Edith-Miltenberg-Weg, Elfriede-Meyer-Weg, Else-Scheuer-Weg, Gumprichstraße, Henny-Uhlmann-Weg, Luise-Rappoport-Weg, Meta-Seelig-Weg, Nanny-Katz-Weg, Simonsplatz, Sonja-Kutner-Weg, Sophie-Heimbach-Weg und der Henriette-Hertz-Weg.


Im Stadtgebiet Münster gibt es 17 weitere Straßennamen, die nach Menschen mit jüdischer Abstammung benannt sind:
Alfred-Flechtheim-Platz, Baumgartenweg, Edith-Stein-Straße, Einsteinstraße, Eli-Marcus-Weg, Goldenbergstraße, Hedwig-Feibes-Weg, Heilbronnweg, Helmut-Pins-Weg, Henny-Waldeck-Weg,
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Hoffmannweg, Jacob-von-Korbach-Weg, Julius-Voos-Gasse, Philippsweg, Reha-Mathel-Falk-Weg, Weinbergweg und Zwi-Schulmann-Weg.
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Adresse, Anfahrt, Öffnungszeiten

Vermessungs- und
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Stadthaus 3
Albersloher Weg 33
48155 Münster

Tel. 02 51/4 92-62 01
Fax 02 51/4 92-77 55
 
katasteramt(at)stadt-muenster.de



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Tel. 02 51/ 4 92-62 42
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