Stadt Münster: Vermessungs- und Katasteramt - Straßenname: Hoffmannweg

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Straßennamen in Münster

Bedeutungen und Hintergründe


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Hoffmannweg

Stadtbezirk   Münster-Südost
Statistischer Bezirk   Wolbeck
Lage  im Stadtplan

Entstehung   2018   19.06.2018
Amtsblatt   22/2018   21.12.2018
Übersichtsplan (PDF)

Foto

vergrößernStolperstein zur Erinnerung an Familie Hoffmann in Wolbeck Hofstraße Ecke Neustraße

Benannt nach der jüdischen Familie Hoffmann.

 

Familie Hoffmann war seit Ende des 18. Jahrhunderts in Wolbeck ansässig. Im Jahr 1802 besaß Simon Aaron Hoffmann ein Haus an der Drostenhofstraße. Im 19. Jahrhundert gelangte die Familie zu gewissem Wohlstand. Um 1863 war Familie Hoffmann als einzige jüdische Familie Wolbecks im Handelsregister eingetragen. Mitglieder der Familie übernahmen immer wieder Aufgaben für die jüdische Gemeinde. Zum Beispiel Simon Aaron und Salomon Hoffmann als Vorsteher. Simon Aaron Hoffmann überließ eins seiner Grundstücke für den Bau der Synagoge.
Während der Judenverfolgung änderte sich das Leben für Familie Hoffmann völlig. Im Jahr 1936 emigrierte der älteste Sohn Arnold nach Johannesburg. Im Frühjahr 1938 schlugen Wolbecker Mitbürger die Fenster des Hauses ein, zerstörten Möbel, das Klavier und Teile der Ladeneinrichtung. Deshalb zog die Familie Salomon und Martha Hoffmann nach Münster. Den Söhnen Erich, Ludwig und Fritz Rudi gelang es zu emigrieren. Salomon und Martha Hoffmann gelang die Emigration nicht. Sie wurden am 13. Dezember 1941 in das Ghetto Riga deportiert und ermordet.

das Buch von Peter Schilling, Gudrun Beckmann-Kircher, Monika Simonsmeier, Spuren der Erinnerung an jüdische Familien in Wolbeck, Lebensgeschichten zu Stolpersteinen

vergrößernDas Buch: Spuren der Erinnerung

Quelle: Peter Schilling, Gudrun Beckmann-Kircher, Monika Simonsmeier, Spuren der Erinnerung an jüdische Familien in Wolbeck, Lebensgeschichten zu Stolpersteinen, Münster 2016, Seiten 45 bis 61






Dunkles Kapitel auch in Wolbeck
Bereits im 16. Jahrhundert lebten jüdische Familien in Wolbeck [...]. Beispielsweise Jacob von Korbach, der Leibarzt des Bischofs Franz von Waldeck war. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts nahm die Zahl der ansässigen Familien zu. Es wurde ein Betraum eingerichtet, den 1824 der Bau einer Synagoge an der Wallstraße ersetzte. Bald konnte dort auch regelmäßiger Schulunterricht erteilt werden. Auffällig war allerdings ein häufiger Lehrerwechsel, der wahrscheinlich auf schlechte Arbeitsbedingungen und Bezahlung zurückzuführen war. Die Gemeinde blieb klein und schloss sich daher mit Havixbeck, Telgte und Nottuln 1857 zu einer Synagogengemeinschaft zusammen. [...]
Die 34 jüdischen Einwohner, die noch vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Wolbeck gezählt wurden, waren wohlhabende und beliebte Mitbürger, vornehmlich als Viehhändler und Metzger tätig. Bereits Anfang 1938 wurde die kleine Synagoge nach Aufenzeugen von fanatischen NS-Anhängern verwüstet. Es entschlossen sich nur wenige der älteren Juden, rechtzeitig Deutschland zu verlassen. Sie wurden 1941/42 in die Konzentrationslager Riga, Auschwitz, Buchenwald, Stutthof und Theresienstadt deportiert. [...]
Quelle: Westfälische Nachrichten Jg. 1998, gekennzeichnet mit "-sis-"

Auf dem ehemaligen jüdischen Friedhof am   Helmut-Pins-Weg
erinnert ein Gedenkstein an das Schicksal der Juden in Wolbeck mit dem Text:
ZUM GEDENKEN UNSERER JÜDISCHEN MITBÜRGER,
DIE HIER IHRE RUHESTÄTTE FANDEN UND DERER, DIE
DURCH DIE VERFOLGUNG IN DEN JAHREN 1933-1945
IHR LEBEN LASSEN MUSSTEN.

Sechs jüdische Familien in Wolbeck
In dem Baugebiet zwischen den Straßen Petersheide, Petersdamm und Am Steintor wurden die Straßen nach früheren jüdischen Familien in Wolbeck benannt. Diese Namen stehen beispielhaft für die jüdische Geschichte des Ortes. Jacob von Korbach war der erste nachweisbare Jude in Wolbeck. Die anderen Namen sind ebenfalls schon früh erwähnt. Die Familien waren über Generationen in Wolbeck ansässig oder Mitglieder der Familien haben sich um den Ort verdient gemacht. Die zeitliche Spanne reicht von der ersten Erwähnung bis in die NS-Zeit. Es sind die Straßennamen Baumgartenweg, Heilbronnweg, Hoffmannweg, Jacob-von-Korbach-Weg, Philippsweg und Weinbergweg

Im Stadtgebiet Münster gibt es 30 Straßen, die nach Menschen mit jüdischer Abstammung benannt sind:
Alfred-Flechtheim-Platz, Baumgartenweg, Edith-Miltenberg-Weg, Edith-Stein-Straße, Einsteinstraße, Elfriede-Meyer-Weg, Eli-Marcus-Weg, Else-Scheuer-Weg, Goldenbergstraße, Gumprichstraße,
10
Hedwig-Feibes-Weg, Heilbronnweg, Helmut-Pins-Weg, Henny-Uhlmann-Weg, Henny-Waldeck-Weg, Henriette-Hertz-Weg, Henriette-Son-Straße, Hoffmannweg, Jacob-von-Korbach-Weg, Julius-Voos-Gasse,
20
Luise-Rappoport-Weg, Meta-Seelig-Weg, Nanny-Katz-Weg, Philippsweg, Reha-Mathel-Falk-Weg, Simonsplatz, Sonja-Kutner-Weg, Sophie-Heimbach-Weg, Weinbergweg und Zwi-Schulmann-Weg.
30


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Adresse, Anfahrt, Öffnungszeiten

Vermessungs- und
Katasteramt

Stadthaus 3
Albersloher Weg 33
48155 Münster

Tel. 02 51/4 92-62 01
Fax 02 51/4 92-77 55
 
katasteramt(at)stadt-muenster.de



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