Stadt Münster: Vermessungs- und Katasteramt - Straßenname: Jüdefelderstraße

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Straßennamen in Münster

Bedeutungen und Hintergründe


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Jüdefelderstraße

Stadtbezirk   Münster-Mitte
Statistischer Bezirk   Buddenturm
Lage  im Stadtplan

Entstehung   ?   —
Amtsblatt   —   —

Dieser Straßenzug ist in Münster bereits mehrere Jahrhunderte bekannt. 1620 gibt es das Jüdefelder Tor, 1625 die Jodefelder Straße. Der Name geht auf die Bauerschaft Jodefelde zurück, die an der Gasselstiege, rechts am Kinderbach lag und von der heute nur noch der Hof Lütke Jüdefeld an alter Stelle liegt. Der bischöfliche Lehensträger dieser Höfe, der Knappe Johann von Jodefelde, verkaufte sie 1386 an das Domkapitel.
Quelle: Wilhelm Kohl in: Münstersche Zeitung, 14.05.1957

Die frühere Bauerschaft Jüdefeld
Auch im Bereich dieser Fluren haben sich im Laufe der Jahrhunderte die Siedlungsverhältnisse, je näher man der Stadt kommt, aber auch weiter draußen, derart verschoben und verändert, das sich der ursprüngliche Zustand nur mühsam und auch dann nicht mehr restlos wiedergewinnen läßt. Am besten gelingt dies noch bei der Siedlung, deren Höfe an dem sogenannten Jüdefelder Esch (im Urkataster Kinderhäuser Esch genannt) beteiligt waren. Deshalb sei ihre Betrachtung hier an den Anfang gestellt. Die Lage dieser Höfe läßt sich mit Hilfe der vorzüglichen Katasteraufnahme von 1671 (1684) einwandfrei rekonstruieren, obwohl sich von ihren vier Höfen heute nur noch ein einziger an der ursprünglichen Stelle befindet (Lütke Jüdefeld), und ein weiterer, wenn auch verlegt, gleichfalls noch existiert (Große Jüdefeld). Die beiden anderen (Ertmann und Bernding) sind dagegen längst von der Erdoberfläche verschwunden.
Die vier Höfe dieser Gemeinschafts-Siedlung, deren ursprünglichen Namen wir nicht kennen, lagen, wie es bei einer echten alten Siedlung nicht anders erwartet werden kann, in einer Reihe nebeneinander zwischen dem Gemeinschaftsacker und dem Wasserlauf, der Vorschebeke. Von Süden nach Norden waren es die Höfe Bernding, ein seit etwa 1400 wüster Hof, daneben der Hof Wiggering, seit der Mitte des 16. Jahrhundert Lütke Jüdefeld genannt, dann Lubberting, gleichfalls seit derselben Zeit nur noch Große Jüdefeld genannt, und schließlich als letzter in der Reihe der Hof Ertmann.
Seit der Belagerung der Stadt Münster durch Christoph Bernhard im Jahre 1661 waren alle drei Höfe, da sie in der Hauptkampflinie lagen, wüst. An seiner alten Stelle wiederaufgebaut wurde nur der Hof Lütke Jüdefeld. Große Jüdefeld siedelte auf der anderen Seite der Vorschebeke hinüber, wo er sich (nach 1684) auf seinem alten Kalverkamp neu anbaute. Der Hof Ertmann wurde dagegen nicht wieder aufgebaut und seine Länderein stückweise verpachtet.
Quelle: Joseph Prinz, Mimigernaford - Münster , Münster 1981, Seite 69


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