Stadt Münster: Vermessungs- und Katasteramt - Straßenname: Otto-Hahn-Straße

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Straßennamen in Münster

Bedeutungen und Hintergründe


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Otto-Hahn-Straße

Stadtbezirk   Münster-West
Statistischer Bezirk   Roxel
Lage  im Stadtplan

Entstehung   1974   27.04.1982
Amtsblatt   —   —

Benannt nach Otto Hahn, (1879-1968), Entdecker der Atomspaltung, Nobelpreisträger 1944

Otto Hahn, *8.3.1879 Frankfurt /Main, †28.7.1968 Göttingen, Deutscher Chemiker
Hahn wurde der Chemienobelpreis für die Entdeckung der Spaltung schwerer Atomkerne zuerkannt. Seine Erkenntnisse bildeten die Grundlage für die Nutzung der Atomenergie.
Hahn, Sohn eines Glasermeisters, studierte ab 1897 Chemie in Marburg, dazwischen ein Jahr in München. Er promovierte 1901 und wurde Assistent in Marburg. 1904 verbrachte er bei William Ramsay in London, wo er die Chemie der radioaktiven Stoffe kennenlernte. Er entdeckte 1905 neue Isotope der Elemente Thorium, Radium und Actinium. Nach einem weiteren halbjährigen Forschungsaufenthalt bei Ernest Rutherford in Montreal, Kanada, wechselte Hahn an das Chemische Institut der Universität Berlin, wo er sich im Jahr 1907 habilitierte.
Im gleichen Jahr kam die österreichische Physikerin Lise Meitner nach Berlin, die mit Hahn mehr als 30 Jahre zusammenarbeitete. 1912 übernahm Hahn die Leitung der Abteilung für Radioaktivität des Kaiser-Wilhelm-Instituts und wurde dort 1928 Direktor. 1918 entdeckten Hahn und Meitner in dem Uranmineral Pechblende ein neues chemisches Element. Da es durch radioaktiven Zerfall das Element Actinium hervorbringt, nannten sie es Protactinium. Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers im Januar 1933 weigerte sich Hahn, in die NSDAP einzutreten, auch nahm er 1934 an der Gedenkfeier für den im Exil gestorbenen jüdischstämmigen Fritz Haber teil; dennoch wurde er nicht seiner leitenden Funktion im Kaiser-Wilhelm-Institut enthoben.
1934 begannen Hahn und Meitner die Effekte der Bestrahlung von Uran mit Neutronen zu studieren. Die ursprüngliche Idee war, der Uranatomkern würde Neutronen aufnehmen, wodurch künstliche Elemente schwerer als Uran entstehen sollten. Nach dem Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich (1938) traf die Judenverfolgung auch Lise Meitner, die nach Schweden floh. Hahn und Meitner führten ihre Versuche getrennt weiter und hielten brieflich Kontakt.
1939 fand Hahn, dass beim Neutronenbombardement aus Uran radioaktive Isotope der Elemente Barium, Lanthan und Cer entstanden waren, deren Atommasse etwa halb so groß ist wie die von Uran. Erklärbar war dies nur durch die Spaltung des schweren Uranatomkerns. Diese Spaltung ist von der Freisetzung großer Energiemengen und energiereicher Neutronen begleitet, die selbst wiederum neue Kernspaltungen bewirken. Sie kann eine Kettenreaktion auslösen, die den Bau von Atomreaktoren, aber auch von Atombomben ermöglicht. Hahn beteiligte sich nur halbherzig an den Arbeiten zur Entwicklung einer deutschen Atombombe während des zweiten Weltkriegs, indem er seine Untersuchungen auf die Möglichkeiten beschränkte, eine Kettenreaktion aufrecht zu erhalten.
Gegen Ende des Kriegs verließ Hahn Berlin und führte seine Untersuchungen im schäbischen Tailfingen weiter. Beim Einmarsch französischer Truppe wurde er verhaftet und in England interniert. In den USA waren in der Zwischenzeit atomare Sprengsätze gebaut worden, und im August 1945 wurden sie zur Zerstörung der japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki angewandt.
1946 wurde Hahn aus der Kriegsgefangenschaft entlassen und konnte erst jetzt seinen Nobelpreis entgegennehmen. Er wurde Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, die nun als Max-Planck-Gesellschaft neu gegründet wurde. Dieses Amt hatte er bis zu seinem 81. Lebensjahr inne. Nach dem Krieg widmete sich Hahn ganz dem Wiederaufbau der deutschen Forschungseinrichtungen.
Quelle: Harenberg, Lexikon der Nobelpreisträger, Dortmund 2000

Die Straße hieß vor 1975 Robert-Bosch-Straße.


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