Stadt Münster: Vermessungs- und Katasteramt - Straßenname: Promenade

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Straßennamen in Münster

Bedeutungen und Hintergründe


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Promenade

Stadtbezirk   Münster-Mitte
Statistischer Bezirk   Dom
Lage  im Stadtplan

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Dass Münster die grüne Stadt im Lindenkranz wurde, verdankt sie dem Umstand, dass ihre Festungsmauern die Stadt im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) nicht mehr genügend schützen konnten. Das hatte man bei der Belagerung der Stadt einsehen müssen, als das ganze Martini-Viertel aufgrund des Kugel- und Bombenhagels in Flammen stand. Zunächst wurde 1764 die Zitadelle, dann auch die Stadtmauer abgebrochen. Im Auftrag des Ministers Franz von Fürstenberg befasste sich Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun mit der Gestaltung des Promenadenringes. Auf dem Gelände der alten Stadtmauer füllte man den inneren Graben der ehemaligen Befestigung mit dem äußeren Wall auf und pflanzte eine viereinhalb Kilometer lange vierreihige Lindenallee für Spaziergänger und Reiter. An die ehemalige Verteidigungsanlage erinnern nur noch wenige Bauwerke und einige Namen. Buddenturm, Zwinger und Wasserbär sind genau wie das Stück noch bestehender Stadtmauer an der Westerholt'schen Wiese zwar noch sichtbare Relikte aus vergangener Zeit, fügen sich aber gelungen in die Parkanlagen entlang der Promenade ein. Auch am Kanonengraben, an der Kreuz-, Dechanei- oder Engelenschanze findet man keine wehrhaften Verteidigungsanlagen mehr, sondern idyllische Grünanlagen mit kleinen Teichen, Blumenrabatten, Kinderspielplätzen und Ruhebänken.
Der äußere Stadtgraben blieb bis etwa 1900 nahezu vollständig erhalten. Hier konnte man im Winter rund um die Stadt Schlittschuhlaufen. Ein Rest des Grabens besteht noch an der Kreuzschanze. Clara Ratzka erinnert sich in ihrem Roman Familie Brake an ihre Jugendzeit in Münster. Sie wohnte ganz in der Nähe der Promenade an der Schützenstraße. Es gab in der Altstadt noch tiefgründige Gärten mit Wällen von Grün und dichtumbuschten Wandelhallen, mit einer Last von Blumen und Obst und Veilchen auf breiten, halb überwucherten Mauerresten... Nach wie vor ist das grüne Band um Münster beliebt bei Spaziergängern und Entspannungssuchenden. Für die zahllosen Radler in der Stadt ist es zudem ein idealer Verkehrsweg.
Nach den Plänen von Ferdinand Lipper entstand 1787 auf der Rückseite des 1773 erbauten Schlosses ein Garten im Stil eines englischen Parks mit seltenen Bäumen, breiten Wegen und romantischen Pfaden. Der Wassergraben der ehemaligen Schanze blieb als natürliche Begrenzung erhalten. Außergewöhnlich war es, dass der Schlossherr, Fürstbischof Max Franz, den Garten auch für die Bevölkerung öffnete. Die Menschen kamen in Scharen, zumal im Schlossgarten neben der ansprechenden Gestaltung auch immer wieder besondere Attraktionen warteten. Volksfeste, Freilichtaufführungen des Stadttheaters und Schlossgartenkonzerte waren überaus beliebt und zogen oft Tausende von Zuschauern an. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Theater und kulturellen Einrichtungen der Stadt in Trümmern lagen, wagte man hier einen Neuanfang und veranstaltete schon 1945 die ersten Konzerte. Sie fanden trotz der Zeit der Entbehrungen und Not reges Interesse. 1803 veranlasste Münsters erster preußischer Regierungsbeamter, Freiherr vom Stein, die Umgestaltung eines Teils des Schlossgartens zum Botanischen Garten. Er diente in erster Linie der naturwissenschaftlichen Forschung durch die Universität. Deshalb ordnete man Bäume und Sträucher, Heil- und Giftpflanzen, Bauern-, Stein- und Kräutergarten systematisch nach botanischen Gesichtspunkten in dem gut viereinhalb Hektar großen Gelände, dessen Mittelpunkt ein kreisrunder Teich mit verschiedenen Seerosen ist. Häuser für exotische Pflanzen kamen nach und nach hinzu, 1840 die Organgerie und 1871 das große Palmenhaus. Neben seiner Funktion als Universitätsgarten ist der Botanische Garten auch beliebtes Ziel von Spaziergängern, die sich an der vielfältigen Pflanzenwelt erfreuen und die friedliche Ruhe genießen.
Quelle: Stadtarchiv Münster, Im Wandel der Zeit - 1200 Jahre Münster, Zwolle 2000, Seite 475

Die schönste Zierde Münsters
Münsters Promenade beschrieb H.O. Brückmann 1863 wie folgt: Eine der schönsten Zierden der unmittelbaren Umgebung Münsters sind ohne Zweifel die herrlichen Promenaden. Auf derselben sind die Münsteraner nicht wenig stolz und Mancher von ihnen, der nicht weiter als einige Meilen über das Weichbild der Stadt hinausgekommen ist, meint, etwas Schöneres dieser Art könne wohl weit und breit in deutschen Landen nicht gefunden werden... Zu beklagen ist nur, dass die breiten Teiche in den ehemaligen Festungsgräben allmälig verschlammen und in der heißen Sommerzeit einen die Geruchsnerven des Spaziergängers sehr unangenehm afficierenden Dunst aushauchen; erst im vorigen Jahre hat man mit einer ernstlichen Reinigung diese Teiche begonnen. In der Nähe des sogenannten Abschnittstores... kommen wir an der erst vor zwei Jahren vollendeten, auf Aktien gegründeten großartigen Wasch- und Badeanstalt vorbei, die einen in der Tat längst gefühlten Bedürfnis der Bevölkerung der Stadt Münster abgeholfen hat. Auf der anderen Seite der Promenade, der Badeanstalt schräg gegenüber, präsentiert sich die sogenannte Insel, früher eine vom Fürstbischof von Galen errichtete Schanze, jetzt eine hübsche Anlage mit einem vielbesuchten Kaffeehaus. Auf der Insel ist auch das Lokal des Sommertheaters, worin eine meistens aus recht tüchtigen Kräften bestehende Schauspieler-Gesellschaft von Pfingsten bis zum Spätsommer Vorstellungen gibt und bei dem geringen Eintrittspreise von nur fünf Silbergroschen stets, zumals an Sonntagen, ein zahlreiches Publikum versammelt.
Quelle: Stadtarchiv Münster, Im Wandel der Zeit - 1200 Jahre Münster, Zwolle 2000, Seite 94


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